6. Dezember 2009

Liebesgrübchen – Der ultimative Vergleichstest

Liebesgrübchen (1) This post is written in german as well as in english. To read this post in english, please scroll down to the tab-bar and click on the tab “English”.

Wir nennen sie Liebesgrübchen, anderswo sind es Engelsaugen oder Gulatschen. Aber egal wie man sie nennt, es ist immer eine Mürbeteigkugel mit Loch in der Mitte, welches vor dem Backen mit Marmelade gefüllt wird.

In meiner Familie sind Liebesgrübchen und Vanillekipferl zu Weihnachten Pflicht, jedes weitere Gebäck ist dann die Kür. Bisher habe ich immer das Rezept aus dem “Handbuch für die Weihnachtsbäckerei” von Pfeifer und Langen. Das Buch wird schon seit Jahren nicht mehr neu aufgelegt, doch dank eBay besitze ich inzwischen ein eigenes Exemplar und muss die Rezepte nicht mehr bei meiner Mama abschreiben.

Dieses Jahr habe ich jedoch mit der Tradition gebrochen – ein wenig zumindest – und statt dem taditionellen Rezept das Gulatschenrezept von Bäcker Süpke getestet.

Sein Rezept enthält weniger Zucker und viel weniger Ei, dafür aber deutlich mehr Butter. Der Bäckermeister empfiehlt, den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen zu lassen, da sich dann der Zucker auflösen kann und die Plätzchen dann schöne mürbe werden. Bei mir waren es dann sogar 36 Stunden Ruhezeit, da mich meine Experimente am Freitag so lange im Labor gehalten haben, dass es zum Plätzchenbacken eindeutig zu spät war.

Samstagmorgen wurde dann fleißig gebacken, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wunderbar gleichmäßig, optisch also schon mal top, da kann es mit dem anderen Rezept also mithalten.  Am Sonntag wurde dann der ultimative Geschmackstest gestartet: meine Liebesgrübchen nach neuem Rezept versus die Liebesgrübchen nach alten Rezept, gebacken von meiner Schwester.

Das Resultat: Wir hängen am Kindheitsgeschmack. Die Liebesgrübchen nach Bäcker Süpke sind zwar lecker, aber halt anders. Wir mögen die “keksige” Variante mit mehr Eigelb lieber. Klarer Punktsieg für das Rezept von Pfeifer und Langen

Deutsch

Liebesgrübchen (nach Bäcker Süpke)Liebesgrübchen (2)

für ca. 55 Liebesgrübchen

  • 400 g weiche Butter
  • 1 Eigelb
  • 140 g Zucker
  • 500 g Mehl Type405
  • 100g Johannisbeergelee

Butter, Eigelb und Zucker schaumig rühren und das Mehl unterkneten. Den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

In kleine Stücke von ca. 15g teilen und die zügig zu Kugeln rollen. Auf ein Backblech legen und mit dem Stiel eines Holzrührlöffel eine Vertiefung hineindrücken. Wenn die Kugel dabei einreißt, ist der Teig noch zu kalt. Dann noch etwas warten bis sich der Teig etwas erwärmt hat.

Johannisbeergelee glatt rühren und mit einem Spritzbeutel (bzw. eines Gefrierbeutel mit abeschnittener Spitze) in die Löcher spritzen.

Bei 180°C für ca 15 min hellgold backen.

Liebesgrübchen (nach Pfeifer & Langen)

  • 175g Mehl Type 405
  • 65 g Zucker
  • 1 El Vanillezucker
  • 2 Eigelb
  • 125g Butter
  • Johannisbeergelee

Aus Mehl, Zucker, Vanillezucker, Eigelb und Butter einen Mürbeteig herstellen und für eine Stunde kaltstellen. Zu kleine Kugeln rollen, auf ein Backblech legen und mit einem mit Mehl bestäubten Holzlöffelstab eine Vertiefung eindrücken. Mittels eines Gefrierbeutel mit abeschnittener Spitze die Löcher mit Gelee befüllen. Bei 180°C etwa 12 min hellgelb backen.

English

We call them Liebesgrübchen (I don`t know how to translate this. Maybe love pit?) for other people they are Engelsaugen (angle eyes) or Gulatschen.

And after some resarch I find the english name Thumbprint cookies for them. But how ever you call them, they are delicious!

Liebesgrübchen are a traditional cookie for christmas in my familiy and there is no christmas without them. Normaly I bake a recipe from “Handbuch für die Weihnachtsbäckerei” from Pfeifer & Langen, but this year I brake the tradition somehow when testing Bäcker Süpkes Recipe for Gulatschen.

His recipe contains less sugar and egg but much more butter. He recommends to rest the dough one night in fridge to get a nice sandy cookie. My dough stayed in fridge even for 36 hours because on friday, when I planned to bake I had to stay in lab untill night because my experiments worked not the way they should. So I postpone baking to Saturdaymorning.

On Sunday we meet with my sister and then we compared the Liebesgrübchen made with the new recipe with the own my sister bake with the traditional recipe. Our conclusion: Nothing is better then the taste of childhood. The Liebesgrübchen a’la Bäcker Süpke are good but somehow wrong. We prefer the old recipe.

Liebesgrübchen (nach Bäcker Süpke)

yields about 70 Liebesgrübchen

  • 400 g soft Butter
  • 1 egg yolk
  • 140 g sugar
  • 500 g flour Type405
  • 100g red currant jelly

Cream Butter with sugar and egg yolk, then mix with the flour. Rest the dough over night in the fridge.

Divide into small pieces (about 15g) and roll to balls . Place on a paper linned cookie tray and use the floured handle of a wooden spoon to

make an indentation into the center of each ball. Stirr the jelly untill smooth then use a piping bag to fill each impression with jelly.

Bake for about 15 min at 180°C.

Liebesgrübchen (nach Pfeifer & Langen)

yields about 25 Liebesgrübchen

  • 175g flour Type 405
  • 65 g sugar
  • 1 table spoon vanilla sugar
  • 2 egg yolk
  • 125g butter
  • 50g red currant jelly

Knead flour with sugar, egg yolk, vanilla sugar and butter. Rest the dough for one hour in the fridge.

Divide into small pieces (about 15g) and roll to balls . Place on a paper linned cookie tray and use the floured handle of a wooden spoon to

make an indentation into the center of each ball. Stirr the jelly untill smooth then use a piping bag to fill each impression with jelly.

Bake for about 12 min at 180°C.

Print Friendly

13 Gedanken zu Liebesgrübchen – Der ultimative Vergleichstest

  1. la grosse mere 9. Dezember 2009

    Oh, ich kenne diese Leckereien aus einem Backbuch unter dem Namen “Husarenkrapferl”, da sind allerdings noch Mandeln im Teig. Sehr fein, sehr fein!
    Den Namen “Liebesgrübchen” hab ich ja noch nie gehört… ;-)

    Antworten
  2. Spinnerin2 12. Dezember 2009

    Ich kenn die als Kolatcky aus Tschechoslovakei. Will sie mal probieren ob sie auch so gut sind.

    Antworten
  3. Ulrike 20. Dezember 2009

    Bei mir ist es genau anders herum, mir schmeckten die keksigen Dinger nie so recht, anders bei den Gulatschen, die habe ich sogar 2 x gebacken. Geschmack ist eben individuell

    Antworten
  4. Jutta 21. Dezember 2009

    Jaaa, das Buch habe ich auch – damals noch bei Kölner Zucker gekauft – und ich liebe es. Ich habe alle Exemplare der Kochbuchserie und nehme sie oft zur Hand. Unsere Liebesgrübchen mache ich auch nach diesem Rezept.

    Antworten
  5. Pingback: Pflaumen-Päckchen | Hefe und mehr

  6. Pingback: Quittensterne mit Tonkabohne | Hefe und mehr

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>