Tag-Archiv: Bier

15. Januar 2016

Bergisches Bierbrot

Bergisches Bierbrot (2)

Manchesmal entwickeln sich Tage anders, als der Brotbackplan es vorsieht. Als meine Mama am vergangenen Wochenende fragte, ob ich Lust auf ein gemeinsames Mittagessen hätte, verfrachtete ich daher meinen fertig gekneteten Teig schnell im Kühlschrank und sagte: “Natürlich”. Bis wir am späten Nachmittag wieder daheim waren, war der Teig im Kühlschrank gut aufgegangen. Ich überschlug kurz, wie lange Stückgare und Backzeit wohl dauern würden. Da mir die Zeit, zu der ich das fertige Brot wohl aus dem Ofen geholt hätte, zu spät war, entschied ich mich stattdessen dafür, auch die Stückgare im Kalten zu machen. Dass habe ich schon das eine oder andere Mal gemacht und mit einem milden, triebstarken Weizensauerteig gibt es sehr aromatische Ergebnisse ohne das das Brot dabei zu sauer wird.

Auch diesem Brot hat die lange, kalte Gare nicht geschadet. Es hat eine ganz feine, zurückhaltende Säure entwickelt, die gut zu den malzigen Noten des verwendeten Bieres passt. Es hat eine dicke, knusprige Kruste und die Krume ist die eines guten Alltagbrotes: weich und feinporig. Ein Brot, wie wir es lieben!

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12. Juli 2015

Brotbacken für Anfänger XVIII: Saaten-Bierbrot

Saaten-Bierbrot (2)Neben einem Kochstück und einem Brühstück gehört auch das Quellstück zu den sogenannten Nullteigen, also zu den Vorteigen, die ohne Hefe oder Sauerteig hergestellt werden. Bei einem Quellstück dürfen die Saaten und Kerne bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank langsam quellen. Sie nehmen dabei nicht ganz soviel Wasser auf wie bei Koch- oder Brühstücken und behalten so einen gewissen Biss. Damit die Saaten bei der längeren Quellzeit nicht anfangen zu gären, wird ihm Salz zugesetzt.

Da die Saaten die Glutenentwicklung behindern, wird der Teig erst ohne dem Quellstück geknetet und die Saaten erst gegen Ende hinzugegeben.Das Quellstück bringt auch Feuchtigkeit mit ins Brot, so dass der Teig zu Beginn relativ fest gehalten ist.

Das Bier im Teig sorgt dabei für ein würziges Aroma, und hier lohnt sich auch durchaus das Experimentieren, denn je nach Bier ändert sich das Aroma. In diesem Brot hier habe ich ein sehr mildes Bio-Weißbier verwendet, doch auch ein kräftiges Schwarzbier würde sich gut machen und die Bier-Note stärker hervor treten lassen.

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29. Juni 2012

Malzbier-Knoten

Malzbierknoten Ich bin kein großer Bier-Freund. Ein oder zwei Mal im Jahr mag ich mal etwas Bier trinken, und dann am liebsten ein belgisches Bier aus einer Familien-Brauerei wie etwa das Brugse Zot. Mit dem hier typischen Kölsch kann ich mich hingegen gar nicht anfreunden und auch ein Pils ist nicht wirklich nach meinem Geschmack.

Nicht die besten Vorraussetzungen, um ein Brot mit Bier für den 5. Geburtstag von Bread Baking Day zu backen. Versucht habe ich es zwar, doch das Brot hat mich geschmacklich nicht überzeugt. Also habe ich mich kurz vor Schluss dazu entschlossen, ein wenig zu mogeln. Anstatt mit “richtigem” Bier habe ich Brötchen mit Malzbier gebacken. Das Malzbier ist aber dafür ein lokales Produkt und kommt aus der Erzquell-Brauerei aus Bielstein, die keine 10 km von meinem Wohnort entfernt liegt. Ein Stückchen Heimat also!

Und die Malzbier-Knoten fand ich dann auch sehr lecker. Ein malziger Grundton, der den nussigen Geschmack des Weizenvollkornmehl-Anteils gut unterstreicht, in Verbindung mit dem vielschichtigen Aroma, das durch die lange Fermentation entsteht. Die Krume ist wollig-weich und bekommt durch das Malz eine hübsche, hellbraune Farbe, die Kruste ist knusprig. Da die Brötchen kaum süß schmecken, passen sie sowohl zu süßen als auch zu herzhaften Belag.

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27. Februar 2011

Dinkel-Buchweizen-Brot

Dinkel Buchweizen BrotDieses Brot hat eine “schwarze Seele”. Schwarzbier, Zuckerrübensirup und der “Schwarze Weizen” (Buchweizen) geben diesem Brot eine aufregend dunkle Kruste und tiefbraune Krume.  Die Krume sieht viel dunkler aus, als die etwas mehr als 50% Vollkornanteil vermuten lassen.

Eigentlich ist das Rezept das Ergebnis einer Resteverwertung. Semmelbrösel aus getrockneten Brotkanten, ein Rest Schwarzbier, der vom Kochen übrig geblieben ist, und eine angefangene Packung Buchweizen-Vollkornmehl, dass ich im Sommer aus der Lüneburger Heide mitgebracht hatte.

Botanisch gesehen ist Buchweizen gar kein Getreide, sondern die Frucht eines Knöterichgewächs. Das Mehl aus diesen Nüsschen enthält kein Gluten, weshalb es zu Brotteigen auch nur als kleiner Anteil hinzugefügt werden sollte, wenn man eine schöne Krume erhalten möchte.

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29. August 2010

Schwarzbierbrot

Schwarzbierbrot

Eigendlich hatte ich schon befürchtet, dass ich BBD #33 ausfallen lassen muss. Die Tage im Labor sind lang und die Probleme bei meinen Experimenten beanspruchen einen Großteil meiner Kreativität.

Doch als ich am Samstag beim Einkaufen am Köstritzer Schwarzbier vorbeikam, ratterte es kurz in meinem Kopf und mein Gehirn spuckte spontan ein Idee für ein Schwarzbierbrot aus. Da passt doch gut, dass das Thema dieses BBD “Bread with Booze” (Brot mit Alkohol) ist. Also habe ich eine Flasche Schwarzbier in den Einkaufswagen gepackt und meine Brotbackpläne über den Haufen geworfen.

Das aus dem Geistesblitz resultierende Brot hat durch das Bier eine kräftige Farbe und eine rösche Kruste bekommen und das Bieraroma ist schwach lässt sich aber herausschmecken. Der Honig rundet den Geschmack schön ab.

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