Tag-Archiv: Orangen

28. März 2015

Brotbacken für Anfänger VI: Zuckerplatz (nicht nur für Ostern)

Zuckerplatz (2)Das Ostern vor der Tür steht, ist mir letztes Wochenende erst richtig bewusst geworden als meine Mutter meinte, dass sie mit ihren Koch-AG-Kindern diese Woche Eier färben wollte. Und darum habe ich meine Backkurs-Planung über den Haufen geworden und habe ein süßes Rezept vorgezogen, dass man gut zum Osterfrühstück servieren kann. Der Vorteig ist, wie beim letzten Mal, eine Biga, denn eine Biga stärkt mit ihrer leichten Säure das Glutengerüst. Für eine zarte Krume sorgen zudem Sahne, etwas Butter und Eigelb. Dadurch, dass das meiste Fett aus der Sahne stammt, kann man den Teig auch gut im Kühlschrank gehen lassen.

Wichtig ist bei Gebäcken mit viel Zucker oder Butter, dass erst das Glutengerüst gut ausgeknetet wird, bevor Zucker und Butter hinzugegeben wird, denn beides hemmt die Glutenentwicklung. Butter ummantelt die Glutenprotein und verhindert bei zu früher Zugabe, dass sich die Glutenproteine zu Strängen verknüpfen. Zucker hingegen ist hydrostatisch und zieht das Wasser aus dem Teig, so dass die Glutenproteine nicht genügend Feuchtigkeit aufnehmen, um Glutenstränge bilden zu können. Daher geben wir bei diesem Rezept den Zucker erst nach 10 min Knetzeit in kleinen Portionen zum Teig. Dabei merkt man, wie der Teig immer weicher wird, da ein Teil des Wassers nicht länger im Teig gebunden ist. Weiterlesen

1. März 2015

Orangenpulver

Oranenpulver (2)

Schon seit langer, langer Zeit stand auf meiner “Nachkoch”-Liste das Orangenpulver, welches Bushcook bei Chefkoch.de veröffentlicht hat (auf ihrem Blog konnte ich es nicht finden). Bislang hatte ich, hauptsächlich aus Faulheit, im Winter Orangenzesten getrocknet und bei Bedarf gemörsert. Diesen Winter habe ich das ersten Mal das Orangenpulver ausprobiert und ich kann nur sagen: Vergesst das pure Trocknen oder das Mischen von Orangenabrieb mit Zucker! Vergesst es! Macht Orangenpulver, das schlägt alles andere um Längen. Ja, es ist aufwendig, aber durch das Köcheln und anschließende Trocknen der Schalen wird es ungemein Intensiv. Gerade in Verbindung mit dunkler Schokolade ist es ein Traum!

Und da wir meistens Bio-Orangen kaufen, hatte ich viel Material zum Probieren und optimieren. Inzwischen schäle ich die Orangen nicht mehr, sonder reiße die Schale mit dem Zestenreißer ab. Wenn ich sie nicht direkt zu Orangenpulver verarbeiten kann oder will, werden sie in der Tiefkühltruhe gesammelt. Und getrocknet werden die Schalen nach dem Brotbacken auf dem noch ca. 80°C warmen Brotbackstein. Damit wird die Hitze optimal ausgenutzt, ohne das Energie verschwendet wird.

Weiterlesen

27. Dezember 2014

Panettone (reine Sauerteig-Variante)

Panettone (2)

Als ich letztes Jahr meinen Saurteig-Pandoro gebacken habe war mir bereits klar, dass ich im folgenden Jahr an einem Panettone-Rezept basteln würde. Ähnliche wie beim Pandoro würde ich auch hier wieder den Teig in mehreren Stufen aufbauen, so dass sich die Hefen im süßen Starter langsam an Zucker und Fett gewöhnen und der Hauptteig trotz der hohen Zucker- und Buttermenge zügig aufgehen würde. Der süße Starter, den ich für den Pandoro gezogen hatte, wurde währendessen das ganze Jahr über gehegt und gepflegt.

Und so war ich am 23. Dezember bestens für das Panettone-Backen gerüstet. Am 22. hatte ich den Starter schon drei Mal aufgefrischt und er war fit und fidel. So fit und fidel, dass er anstatt der erwarteten drei Stunden sein Volumen bereits in zwei Stunden verdoppelt hatte. Und das Tempo behielt er bei. Auch beim ersten und zweiten Teig konnte ich schon nach neunzig Minuten anstelle der veranschlagten zwei Stunden weiterarbeiten. Der Hauptteig musste aber drei Stunden gehen, komme was wolle, denn ich musste noch einige Erledigungen machen. Wieder zurück wurde der Teig geformt (Susans Tipp mit der eingebutterten Arbeitsfläche und Händen ist Gold wert!) und ich überschlug: ich war zwei Stunden früher dran als veranschlagt. Aber zwölf Stunden würde der Teigling ja wohl brauchen, um sein Volumen zu verdreifachen, oder? Und um sieben Uhr morgens bin ich eh schon wieder auf den Beinen. Weiterlesen

8. Juli 2014

Orangelimonade

Orangenlimonade (2)

Für den 100. Blogevent im Kochtopf sucht Simone von der  S-Küche erfrischende Köstlichkeiten. Und auch wenn ich im Sommer zu 90% Wasser trinke, so mag ich doch manchmal eine erfrischende Abwechslung. Mit gekauften Limonaden kann man mich allerdings jagen, selbst die teuere Orangenlimonade aus dem Bioladen ist mir zu süß und intensiv. Angeregt durch eine hausgemacht Orangenlimonade, die ich in einem Lokal gesehen habe, habe ich mich nun ans Werk gemacht und meine eigenen Limonade kreiert.

Bei mir verschwimmt die Grenze zwischen Schorle und Limonade, denn der Orangensirup sorgt nur für eine dezente Süße, die vom frischen Orangen- und Limettensaft ausbalanciert wird.  Für einen Farbtupfer im Glas sorgen einige Stücke der ausgepressten Orangen-und Limettenschalen. Diese Präsentation habe ich mir von der Limonade aus dem Lokal abgeguckt. Eine leckere Limonade, die an heißen Tagen für Abkühlung sorgt!

Weiterlesen

20. April 2014

Colomba pasquale

Colomba (2)

Schon als ich vor fünf Jahren die kleinen Colombinas gebacken habe, war ich eigendlich auf der Suche nach der tradionellen Papierbackform für die Colomba pasquale. Als ich dieses Jahr wieder keinen deutschen Onlinehändler fand, habe ich in den sauren Apfel gebissen und eine Colomba-Silikonform bestellt, obwohl ich kein großer Freund von Silikonform bin. Sie wurde pünktlich geliefert und so musste ich meinen Süßen Starter nur noch auffrischen.

Da ich mit Rosinen und Orangat dem Liebsten keine Freude mache, habe ich mich für eine Füllung aus Schokoladentropfen und Krokant entschieden, was auch gut zu meiner Erinnerung an meine erste Colomba passt, die eine italienische Kollegin nach Ostern von Zuhause mitbrachte und die mit Schokolade gefüllt war. Der Teig ist dem Teig meines Pandoros sehr ähnlich, nur auf das eintourieren der Butter habe ich verzichtet. Zu meinem Erstaunen ließ sich die Colomba ohne Probleme aus ihrer Backform lösen (ich hatte da die schlimmsten Befürchtungen).

Als sie endlich soweit abgekühlt war, das wir sie anschneiden konnten, folgte ein Moment der puren Verzückung. Die Krume, unglaublich langfasrig und leicht wie eine Feder, schmilzt fast schon auf der Zunge, die Mischung aus Zartbitterschokoladestücken und Mandelkrokant sorgt für kleine Aromaexplosionen. Eine wahre Traum-Taube!

Weiterlesen

9. Mai 2013

Quark-Mousse

Quarkmousse

Der zweite Teil ofengeröstete Rhabarber, der nicht direkt mit Sahne verspeist wurde, wollte natürlich auch würdig verwendet werden.

Bei Micha gab es die Tage eine feine Quark-Mousse, die sie wiederum bei Verena entdeckt hatte, die wiederum das Rezept bei Living at home entdeckte. Im Orginal wird die Mousse mit Sandorn gemacht, doch bei Micha gab es sie stattdessen fühlingsfrisch mit Erdbeeren. Nun mag ich zwar Erdbeeren eigendlich gerne, doch allergische Reaktionen wie Hautausschlag und Anschwellen der Schleimhäute hält mich vom Genuss selbiger ab. Also musste eine Alternative her. Und was wäre da besser geeignet als leckerer Rhabarer?

Lange Rede, kurzer Sinn: Es gab am Wochenende eine wunderbare Quark-Mousse mir Rhabarber zum Nachtisch. Und die Mousse ist so wandelbar, da sehe ich noch viele Varianten vor mir…

Weiterlesen

28. Dezember 2011

Orangen-Wirbel

Orangenwirbel

Natürlich habe ich nicht nur die Safransterne gebacken, sondern auch Martins Rezept in der Orginalfassung ausprobiert. Nur die Zuckerreduktion habe ich auch hier beibehalten. Auch mit nur der Hälfte des Zuckers im Teig werden die leckeren Orangen-Wirbel nämlich immer noch süß genug.

Über Vorteile der langen Gare der Teiglinge über Nacht habe ich hier ja schon genug geschwärmt, von daher beschränke ich meine Schwärmerei nur auf die Orangen-Wirbel. Sie schmecken intensiv nach Orange und dezent im Hintergrund nach Safran und Karamell. Wahrscheinlich ist der Safran in diesem Teig noch nicht einmal so wichtig, denn das Orangenaroma ist das Besondere bei diesen Teilchen. Meiner Meinung nach kann man sie immer essen: zum Frühstück, zur Kaffeepause am Vormittag, zum Mittagessen, zum Kaffeetrinken, zum Abendessen …

Weiterlesen

18. Dezember 2011

Orangen-Trinkschokolade

Orangentrinkschokolade Selbstgemachte Trinkschokolade ist ein schönes, einfach herzustellendes Weihnachts-Mitbringsel. In dem Koch- und Bastebuch “Süße Geschenke aus der Küche: Leckereien backen und verpacken” gab es, neben tollen Verpackungsideen, ein Rezept für mit Zimt und Kardamon gewürzte Trinkschokolade. Nachdem ich sie ausprobiert und für lecker befunden hatte, fing ich an, mit dem Rezept zu experimentieren.

Orangen-Trinkschokolade stand bei meinen Kollegen eine Zeit lang hoch im Kurs, doch das Orangen-Kakaopulver von Quai Sud ist wirklich teuer und schwer zu beschaffen. Und so habe ich ein wenig probiert, wie man die Trinkschokolade mit Orangengeschmack aromatisieren könnte. Gewonnen hat letzendlich die Variant mit getrockneten Orangenzesten, die im Mixer mit Zucker zu feinen Staub zermahlen werden. Für ein schönes Orangenaroma braucht man schon eine Menge Orangenzesten, doch die fallen bei mir in der Winterzeit eh viel an, da ich es nicht übers Herz bringe, die Schalen von Bio-Orangen oder Zitronen wegzuschmeißen.

Mir schmeckt die Trinkschokolade schonmal sehr gut – ich hoffe, dass die, für die sie bestimmt ist, sich auch freuen werden.

Weiterlesen

10. September 2011

Himbeer-Scones

Himbeer-Scones

Am Samstagmorgen waren wir zu einem Brunch eingeladen. Und da ich nicht gerne mit leeren Händen bei einer Einladung erscheine, habe ich nach Absprache mit der Gastgeberin kleine Himbeer-Scones gebacken.

Das Rezept dazu habe ich bei Seelenwerk entdeckt, es stammt aus “Backen mit Leila” von Leila Lindholm. Das Backbuch habe ich ürbigens auch, doch da haben mich die Scones gar nicht angesprochen, doch die schönen Fotos von Mila weckten direkt den Wunsch in mir, sie nachzubacken.

Im Orginal wird es mit Blaubeeren und Zitronenschale gebacken und so hat Mila sie auch gebacken. Ich hatte mehr Lust auf Himbeeren und so habe ich gefrorene Himbeeren untergeknetet, und anstelle von Zitroneschale habe ich Orangenschale verwendet.

Der Teig ist sehr schnell gemacht und mit einem Dessertring kann man die Scones leicht ausstechen. Auch das Backen dauert nicht lange, nach 12 Minuten war die perfekte Bräunung erreicht.

Es war das erste Mal, dass ich Scones gebacken habe, und es wird bestimmt nicht das letzte Mal sein. Ein wirklich köstlicher kleiner Imbiss, der geradezu nach einer Tasse Tee schreit.

Weiterlesen

3. Dezember 2010

Kandierte Orangenschalen

kandierte OrangenschaleWährend ich im letzten Jahr lange über ein Rezept für Zorras Kulinarischen Adventskalender nachdenken musste, war dieses Jahr die Entscheidung einfach. Zu der Zeit, als Zorra die Themen für den Kalender braucht, war ich gerade dabei, Orangenschale zu kandieren und nach einigen Versuchsreihen habe ich die für mich beste Methode dafür entwickelt. Das ist nämlich gar nicht so schwierig wie gedacht und die kandierten Orangenschalen sind einfach nur lecker. Pur sind sie ja schon gut, doch wenn an sie auch noch in Schokolade taucht, dann hat man Orangenparlinchen der allerfeinsten Sorte.

Mein Rezept ist stark an das Rezept von Schrot und Korn vom Dezember 2009 angelehnt, allerdings habe ich die Orangenschalen länger im Sirup ziehen lassen, und ausserdem den Zuckersirup bis auf 108°C erhitzt, wodurch der Zucker auf den kandierten Schalen auskristallisiert und die Schalen komplett trocken werden.

Weiterlesen