9. November 2013

Baumstriezel

BaumstriezelManche Rezepte sind so aufwendig, dass sie früher nur zu hohen Festen, wie etwa runde Geburtstage, Hochzeiten oder Taufen, gebacken wurden. Der siebenbürgische Baumstriezel gehört zu diesen Gebäcken. Er wurde früher unter ständigen Drehen auf großen Holzrollen über glühender Holzkohle gebacken. Er besteht aus einem weichen Hefeteig mit einer dicken Karamell-Schicht und wann immer es Baumstriezel auf einem Fest gibt, muss ich ihn essen, dass ist schon seit meiner Kindheit so. Er ist so schlicht und doch so unendlich lecker!

Schon seit längerem grübelte ich, wie man einen Baumstriezel in heimischer Küche ohne offenes Feuer zubereiten könnte. Ein Nudelholz schien mir die richtige Wahl und tatsächlich bin nicht nur ich auf diese Idee gekommen, wie eine schnelle Google-Suche ergab. Und da ein 5-jähriger Bloggeburtstag nach einem besonderen Kuchen verlangt, habe ich kurzerhand beschlossen, Baumstriezel zu backen.

Es ist eine fast meditative Aufgabe, denn man muss die ganze Backdauer vor dem Ofen sitzen um einmal pro Minute das Nudelholz wieder ein Stückchen weiter zu drehen. Am Ende muss man sehr aufmerksam sein, denn der Zucker verbrennt sehr schnell.

Aber der Geschmack ist diese Arbeit wert!

Was für ein Genuss, innen weich und locker, aussen knusrig karamellig. Genau das richtige für einen Geburtstag, und so schicke ich diesen Beitrag auch zu Jule von Kochmädchen, die zum 2. Bloggeburtstag gerne Flotte Rollen haben möchte.

Und auch bei mir läuft noch bis zum 30. 11. ein Blog-Event zum 5. Geburtstag von “Hefe und mehr”!

Baumstriezel

für 3 30cm-lange Striezel

TeigBaumstriezel 2

  • 350g Mehl Type 550
  • 150g Milch
  • 55g Ei (1 Ei Größe L)
  • 30g Zucker
  • 5g Salz
  • 7g Hefe
  • 70g Butter

Zum Bestreichen

  • 40g Butter, geschmolzen
  • 60g Zucker

Für den Hefeteig alle Zutaten 10 min von Hand kneten, bis ein weicher, nicht klebriger Teig entstanden ist.

Den Teig 2 Stunde gehen lassen.

Den Backofen-Grill auf 250°C aufheizen.

Nun den Teig in drei gleichgroße Portionen teilen. Ein Teigstück zu einer Dicke von ca. 0,5cm ausrollen.

30 min ruhen lassen. Spiralförmig zu einem langen Streifen von 1 cm Breite schneiden und auf ein gut gefettetes Nudelholz (30 cm) aus Holz aufwickeln. Nun den Teig mit geschmolzener Butter bestreichen und in Zucker wälzen, so dass der Teig komplett mit Zucker bedeckt ist. Die Griffe des Nudelholzes mit Alufolie umwickeln.

Auf eine Auflaufform legen, so das der Teig die Form nicht berührt. Unter den Grill plazieren und 1 min lang backen. Nun die Rolle etwas weiterdrehen und erneut 1 min backen. Dies so lange fortsetzen (ca. 10 min), bis der Zucker überall karamllisiert ist. In den letzten 2-3 min den Baumstriezel alle 30 Sekunden drehen, um eine gleichmässige Bräune zu erreichen. Ein wenig abkühlen lassen, dann vom Nudelholz schieben.

Mit den anderen  Teigstücken genauso verfahren.

How to make a Baumstriezel

Dies ist mein Beitrag zu Susans wöchentlichen Yeastspotting!

Blog-Event - Die Flotte Rolle

 

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18 Gedanken zu Baumstriezel

  1. Naddi 9. November 2013

    Wow….. Was für ein Einfallsreichtum, ich zieh den Hut & schnapp mir mal ein Stückchen 😉

    Antworten
    1. Stefanie 9. November 2013

      @Naddi: Greif zu, solange noch was da ist, ich garantiere nämlich für nichts 😉 Und so neu ist die Idee ja scheinbar doch nicht 😀

      Antworten
  2. Tina 10. November 2013

    Tolles Rezept! Auf einem Fest stand ich einmal 2 1/2 Stunden für Baumstriezel an (wer hat es schon ahnen können, dass das so lange dauert…), aber seitdem bin ich ein großer Fan davon. Die ungarischen Zuckerbäcker an dem Stand hatten noch Kokosraspeln, Kakaopulver, Zimtzucker und Haselnüsse als Varianten zum Nachstreuen im Angebot, das war auch sehr fein. Kommt gleich auf meine Nachbackliste, wenn auch in die Kategorie für etwas aufwendigere Rezepte.

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  3. In Rios Küche 12. November 2013

    Alles Gute zum Bloggeburtstag!
    Wahnsinn, ich kannte diese Leckerei nur aus Budapest und wusste gar nicht, dass man die (so leicht) selbst machen kann. Vielen lieben Dank für das Rezept – ich werde es am Wochenende gleich mal versuchen!!! 🙂
    LG, Maria

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  4. Reka Herberth 13. November 2013

    Also, ich bin hin und weg! Wie bist du denn auf die Idee gekommen? Wir treffen uns am Sonntag und dann weihen wir meinen neuen Backofen damit ein! Ich besorge dann gleich 3 dicke Wellhölzer . Oh, mir läuft schon jetzt das Wasser im Mund zusammen. Also Lust und Zeit? Dann bis bald. Mama

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  5. Pingback: Jahresrückblick 2013 | Hefe und mehr

  6. Johannes 25. November 2014

    Ich muss sagen als ich den Baumstrizel zum erst mal gemacht habe is er mir sehr gut gelungen und der hat auch sehr gut geschmeckt. Hab den aber bis jetzt nur mit Zucker gemacht .

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  7. Doris 9. Januar 2015

    Das hat ja spitzenmäßig geklappt, und schmeckt auch noch so wie auf dem Weihnachtsmarkt.
    Danke, Danke, Danke.

    Antworten
  8. Lutz Feigion 17. September 2015

    Hallo, ich habe diesen Baumstriezel zu ersten mal auf einem Mittelaltermarkt gegessen. Sehr, sehr langes anstehen für diese Köstlichkeit.
    Mich hat Sie nicht mehr losgelassen.
    Dann habe ich einen genialen Einfall gehabt.
    Meinen Hähnchengrill habe ich umgebaut. Auf den Drehspieß habe ich ein Nudelholz montiert ( Ikea 5,00€).
    Und was soll ich sagen? Nach einigen Versuchen gelingen mir die tollsten Baumstriezel. Große Begeisterung in der Familie. Wenn sich der Sriezel im Grill dreht, duftet das ganze Haus nach dieser Leckerei.
    Gruß Lutz

    Antworten
    1. Stefanie 17. September 2015

      @Lutz: Über einen Hähnchengrill hatte ich auch schon nachgedacht, aber mangels Hähnchengrill bislang nicht ausprobiert. Jetzt habe ich allerdings einen dringenden Bedarf! 🙂 Danke für das Teilen deiner Erfahrung!

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  9. Katja 5. Oktober 2016

    Hey ich probiere gerade das Rezept aus. Ist es normal das der Teig fast gar nicht aufgeht? Lg katja

    Antworten
  10. Ulrike 9. Dezember 2016

    Das habe ich letztes Jahr auf einem Weihnachtsmarkt in Köln gegessen und war begeistert. Dort wurde auch noch Zimt in die Zuckermischung gegeben Es roch so köstlich, das ich nicht dran vorbei gehen konnte ohne ein Stück zu probieren.

    Antworten
    1. Stefanie 9. Dezember 2016

      @Ulrike: Die Weihnachtsmarktvariante kenne ich auch – ich mag die Variante ohne Zimt aber lieber, dass schmeckt dann wie in meinen Kindertagen 😀

      Antworten

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