Tag-Archiv: Kardamom

3. Dezember 2022

Stollen-Schnecken

Immer wieder werde ich gefragt: “Woher hast du deine Ideen?” Und ich antworte meist: “Die Inspiration kommt von den verschiedensten Stellen.” Diese Stollen-Schnecken sind ein gutes Beispiel dafür, wie Rzeptideen entstehen. In diesem Fall war es die Frage einer Leserin, die ein mir direkt ein Rezept mitschickte, bei dem sie die Hefemenge etwas zu hoch fand. Ich gab den Ratschlag, die Hefemenge zu halbieren und stellte fest, das der Teig aber für mein Dafürhalten viel zu trocken war. Und da mein Kopf immer arbeitet, schrieb ich einige Vorschläge auf. Und bemerkte dann selbst, dass ich schon den halben Weg in Richtung neues Rezept” gegangen war.

Da mich die Idee von Stollen-Schnecken eh lockte, setzte ich mich hin und begann, ein eigenes Rezept zu entwickeln. Als Vorteig kommt ein süßer Starter zum Einsatz, ein Kochstück sorgt wie beim Lieblingsstollen für einen saftigen Teig. Auch die Gewürze sind dem Stollenrezept entnommen. Gefüllt werden die Schnecken mit einer Marzipan-Frangipane, vielen Rosinen, Orangeat und Zitronat. Mandelkrokant gibt dem ganzen einen schönen Knusper-Effekt.

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4. Juni 2022

Zimtknoten (Feierabendbrot)

Zimtknoten (4)

Manchmal braucht man nicht mehr als ein gutes Basisrezept, um viele verschiedene Gebäcksorten zu backen. Für die Feierabend-Reihe habe ich an einem schönen Teig für süße Brötchen und verschiedenes Kleingebäck gebastelt. Der Teig enthält neben Weizenmehl auch etwas Roggenmehl, wodurch die Krume noch ein wenig zarter wird. Ansonsten habe ich auf die beliebte Kombination aus Sahne und Butter für den Fettanteil gesetzt – immerhin hat das seit dem Lieblingszopf hier Tradition.  Ansonsten sind die Parameter wie bei allen meinen Feierabendbroten: wenig Hefe und lange und flexible Gehzeiten. Dadurch wird das Gebäck aromatisch und bleibt lange frisch.

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12. Februar 2022

Skolebrød / Skoleboller

SkolebollerWenn doch alle Schulbrote genauso süß wie diese kleinen norwegischen Teilchen wären! Denn Skolebrød heißt nichts anderes als Schulbrot und sind – so behauptet das Netz – in den 50er Jahren als praktisches Gebäck für Schüler entstanden. Ein wenig zweifle ich ja an der Legende, doch mit mangelnden Norwegisch-Kentnissen ist es schwierig, eine verlässliche Orginalquelle für diese Behauptung zu finden. Aber vielleicht weiß die verehrte Leserschaft ja mehr?

Das faszinierende am Skolebrød – das auch Skoleboller genannt wird – ist die Kombination eines Puddingteilchens mit einer Zuckerguss-Kokosflocken-Kruste. Dadurch bekommen die Brötchen einen leicht exotischen Hauch, der sich aber wunderbar mit dem Kardamom im Teig und der Vanille der Füllung verträgt. Von daher ist es mir ganz egal, woher der Name jetzt letztlich stammt, ich esse lieber noch ein Skolebrød!

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18. Dezember 2021

Süße Weihnachtssterne

süße Weihnachtssterne (3)

Safransterne habe ich vor vielen, vielen Jahren (genauer gesagt 10 Jahren) schon einmal gebacken. Und als ich am 13. Dezember spontan beschloss, Lussekatter zu backen,habe ich einen Teil des Teiges abgezweigt und daraus stattdessen Sterne geformt. Wer einen Kaisersemmeldrücker hat, kann das sehr schnell machen. Ohne einen solchen Drücker kann der Teig aber auch einfach mit einer kleinen (oder halbierten) Teigkarte eingedrückt werden.

Beim Teig habe ich einige Änderungen vorgenommen: Süßer Starter als perfekten Vorteig für spontane Backaktionen, Ei statt Eigelb (somit gibt es keine Reste) und zusätzlich zu Safran und Kardamom kommt noch etwas Orangenabrieb in den Teig. Ich finde den Dreiklang aus Orange, Safran und den zitrusartigen Noten von Kardamom sehr harmonisch. Nach dem Backen werden die Sterne mit etwas Butter abgestrichen und in Zucker gewälzt, wodurch sie eine Kruste aus glitzernden Zuckerkristallen bekommen. Damit die Süße im Gebäck nicht überhand nimmt, habe ich daher die Zuckermenge im Teig entsprechend reduziert.

Und so ist aus dem Gedanken“Ich backe mal wieder Lussekatter” ein neues Rezept entstanden. Ich sage es ja, ich kann mich nicht an Rezepte halten, nicht mal an meine eigenen. Aber ich bereue es keine Sekunde, die Sternchen sind einfach zu lecker!

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11. Dezember 2021

Bremer Klaben

Bremer Klaben (1)

Schon als ich den Klöben in den Ofen schob, war mir klar, dass ich in diesem Jahr auch den “Stollen des Nordens”, den Bremer Klaben backen wollte. Der Klaben wird wie der Klöben mit Kardamom gewürzt. Und wie sein Geschwister, der Stollen, kommen Rosinen, Orangeat und Zitronat in den Teig. Bei den Mandeln haben ich verschiedene Varianten gefunden, zum Teil mit, zum Teil ohne. Laut Wikipedia sind sie allerdings obligatorisch. Ich habe sie darum als optional ins Rezept gesetzt, dann kann jeder selbst entscheiden.

Bei der Teigzubereitung habe ich meinen eigenen Weg gewählt und mit der Hälfte des Mehls einen Hefeteig angesetzt, während die andere Hälfte mit der Butter und den Gewürzen eine Art Mürbeteig bildet. Der Butterteig wird erst nach dem Gehen unter den Hefeteig geknetet, wodurch der Hefeteig ohne das hemmende Fett ungestört aufgehen kann. Gleichzeitig wird der Klaben dadurch von Anfang an angenehm mürbe.

Ähnlich wie Stollen braucht aber der Klaben auch eine Ruhezeit von mindestens einer Woche, um richtig durchzuziehen. Und dann ist er wirklich ein Hochgenuss!

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27. November 2021

Skandinavisch angehauchte Campingwecken

Schwedisch angehauchte Campingwecken (2)Im Sommer verbrachten wir ein Wochenende an der Nordsee und da die Ferienwohnung keinen Backofen hatte, lernte das Krümmelchen beim Bäcker die Köstlichkeit namens Campingwecken kennen und lieben. Wieder daheim  hatte ich Lust, mal wieder selbst welche zu backen. Und da ich zeitgleich den Teig für die Klöben vorbereitete, wanderte eine Portion Kardamom auch in diesen Teig und etwas Zimt in die Perlzucker-Teigmischung für die Füllung. Dadurch durchzieht die Weckchen ein Hauch von Zimt und Kardamom und weckt in mir Assoziationen an Kanelbullar und andere skandinavische Leckereien.  Und mit dieser Mischung passen sie auch gut in die Weihnachtszeit!

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16. Oktober 2021

Klöben – Norddeutsches Rosinenbrot

Klöben (1)Meine Mutter brachte vom Urlaub an der Nordsee ein köstliches Brot mit. Es war ein Weißbrot, welches mit Rosinen und feinst geschnittenem Orangeat gespickt war. Der Teig war zudem ganz leicht mit Kardamom gewürzt. Diese Art von Brot lieben sie und ich sehr (die Männer der Familie allerdings weniger), und so hatte sie auch schon ein wenig recherchiert. Das Brot hatte sie einfach unter dem Namen “Rosinenbrot” gekauft, es wird  im Norddeutschen aber auch als “Klöben” bezeichnet. Der Ausdruck Klöben kommt dabei wohl von dem Begriff für “spalten, hauen, schneiden, aufschlitzen” und bezieht sich laut der  Welt auf den Längsschnitt, mit dem die Brote eingeschnitten werden.  Damit ist es ein heißer Kandidat für meine “Regionale Brote”-Reihe.

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29. Februar 2020

Schokowirbel

Schokowirbel (2)

Manchmal muss man im Rezeptarchiv stöbern, um alte, noch unveröffentlichte Schätzchen zu finden. So auch dieses: Im Winter 2018 hatte die kalte Witterung bei meinem Glas Schokoaufstrich Spuren hinterlassen. Scheinbar war es beim Transport zum Supermarkt zu kalt geworden und es haben sich kleine Fettperlchen gebildet. Leider war mir das beim Einkaufen nicht  aufgefallen, sondern erst beim ersten Brot, dass ich damit bestrich. Der Hersteller schrieb mir auf meine Nachfrage, die Fettkügelchen wären gesundheitlich unbedenktlich und könnten mitgegessen werden. Nun hatte ich mir DAS durchaus selber denken können, auf meinem Brot mochte ich die Perlchen aber trotzdem nicht haben – eine Frage des Mundgefühls.

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13. Dezember 2019

Lussekatter

Lussekatter (2)Lange ist es her, dass ich ein Lussekatter-Rezept veröffentlicht habe. Dabei habe ich aber schon damals festgestellt, dass es zwei Varianten in schwedischen Blogs gibt: Rezepte mit und Rezepte ohne Quark. Die Quark-Variante war dementsprechend seit langen auf der toDo-Liste.  Schon Weihnachten 2016 standen sie auf meinem Plan, aber ein furchbarer grippaler Infekt verhinderte die Ausführung. Und so hat es weitere drei Jahre gebraucht, bis ich endlich die Lussekatter mit Quark gebacken habe.

Sie sind ausgesprochen köstlich geworden. Ein Hauch von Kardamom rundet das Aroma ab, ohne aber wahrnehmbar hervorzuschmecken, während der Safran im Vordergrund steht. Wie bei meinem Lieblingszopf ist auch hier ein Teil der Butter durch Sahne ersetzt worden, wodurch der Teig wunderbar für die kalte Gare über Nacht geeigent ist. Ob man lieber die Stück- oder Stockgare im Kühlschrank macht, bleibt dabei jedem selbst überlassen.

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23. November 2019

Hutzelbrot (Schnitzbrot)

Hutzelbrot SchnitzbrotDas Hutzel- oder Schnitzbrot ist ein Gebäck mit langer Tradition aus dem Schwabenländle. Einst wurde dafür einfach der Brotteig mit getrockneten Birnen und anderen verfügbaren Trockenfrüchten aufgewertet und zu Weihnachten serviert. Es rankte sich allerlei Brauchtum um das Hutzelbrot: von Beziehungsbarometer bis zum Schutz von Hof und Vieh war es zu gebrauchen (die Details könnt ihr hier nachlesen). In der Neuzeit sind dann allerlei weitere Trockenfrüchte und Gewürze dazugekommen und der Sauerteig wurde durch Hefe ersetzt. Dabei können sich hier (wie bei vielen Rezepten mit Tradition) die Gemüter durchaus an den Detailfragen wie Orangeat oder kein Orangeat erhitzen. Grundsätzlich gilt aber auch hier wieder: Jeder hat sein eigenes Rezept – und das ist auch gut so.

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