Tag-Archiv: Hefe

10. Oktober 2026

Krusti

Schon als Kind hatte ich eine Schwäche für rustikale Brötchen. Durfte ich mir ein Brötchen beim Bäcker aussuchen, fiel meine Wahl des Öfteren auf die wild aufgerissenen Krusti. Auch im Blog findet man darum bereits eine breite Auswahl an Krusti-Rezepten. Aber ein weiteres Krusti-Rezept kann ja nie schaden. Es ist eine weitere Abwandlug des Schnittbrötchen-Teiges, dieses Mal mit einem etwas höheren Sauerteig-Anteil. Durch den Salz-Hefe-Ansatz und das Vitamin C aus dem Hagebuttenpulver sind sie sehr gärstabil und man kann sie problemlos in zwei oder drei Durchgängen abbacken, ohne die Teiglinge zwischendrin zu kühlen. Das macht sie sehr praktisch zum Auffüllen des Brötchen-Vorrats.

Heute gibt es ein letztes Rezept aus der Sommerpause, bevor es Zeit für aktuelle Ideen und Rezepte wird. Auch wenn der Herbst jetzt erst so langsam angefangen hat, habe ich die Weihnachtszeit bereits ein wenig im Blick.  Ich habe hier zwei Stollen-Rezepte in der Hinterhand, die es im letzten Jahr nicht mehr in den Blog geschafft hatten. Da Stollen ja ein wenig Lagerzeit brauchen, dürft ihr jetzt Wünsche äußern: Möchtet ihr die Rezepte lieber Anfang / Mitte November, damit die Stollen bis zum ersten Advent durchziehen können? Oder reicht euch Ende November / Anfang Dezember, damit die Stollen für die Weihnachtstage perfekt durchgezogen sind?

Weiterlesen →

3. Oktober 2026

Dinkel-Feinbrot mit Salzsauer

Schon beim Frankenlaib habe ich es gesagt: Salzsauer ist perfekt, wenn man einen großen zeitlichen Spielraum beim Backen braucht. Am Vortag angesetzt ist der Salzsauer bei Raumtemperatur 16 bis 24 Stunden einsatzbereit. Und sollte dann etwas dazwischen kommen, kann der Sauerteig auch noch zwei weitere Tage im Kühlschrank gelagert werden. Eine feine Sache an hektischen Tagen!

DIeses Mal habe ich euch ein Rezept für ein Dinkel-Feinbrot mit Salzsauer mitgebracht. Als Feinbrot bezeichnet man im Hamburger Raum ein helles Mischbrot. Es ist mit dem Rezept für das Hamburger Feinbrot verwandt, weist aber ein paar wichtige Abänderungen auf. Neben der Tatsache, dass bei dieser Variante ein Salzsauer verwendet wird und statt Weizenmehl Dinkel zum Einsatz kommt, ist die wichtigste Neuerung das Vorgehen beim Kneten. Damit sich das empfindliche Glutengerüst des Dinkels ungestört entwickeln kann, wird der Roggenmehlanteil erst zugegeben, wenn sich das Klebergerüst bereits ausgebildet hat. Dadurch Ich kann die verspätete Zugabe von Roggenmehl wirklich nur immer wieder empfehlen, es macht tatsächlich einen Unterschied! Weiterlesen →

12. September 2026

Koulouri – Griechische Sesamkringel

Irgendwann in diesem Sommer wurde ich vom jüngeren Krümmel mit den Worten “Mama, du musst Sesam backen” aus dem Mittagsschlaf gerissen. Ich blinzelte einige Male verwirrt und versuchte die Welt im Allgemeinen und diesen Wunsch im Besonderen zu begreifen. Langsam wachten auch die restlichen Gehirnzellen auf und ich erinnerte mich, dass die Kinder die “Griechenland-Maus” schauen durften, während ich ein dringend notwendiges Schläfchen machte. Nach ein paar weiteren Fragen hatte ich das Rätsel gelöst: Das Kind wünschte sich die griechische Sesamkringel namens Koulouri.

Koulouri sind eng verwandt mit den türkischen Simit. Allerdings werden Simit in Pekmez (Traubenmelasse) gewälzt, während für Koulouri oft eine Mischung aus Honig und Wasser verwendet wird. Honig ist in einem Imker:innen-Haushalt immer zu finden und so stand ich kurz nachdem ich geweckt wurde, bereits in der Küche. Mit altem Sauerteig aus dem Kühlschrank als Aromageber waren keine langen Vorlaufzeiten notwendig. Pünktlich zum Abendessen waren die Sesamkringel auf dem Tisch und machten nicht nur die Kinder glücklich. Seitdem werden sie bei uns häufig gebacken und mussten darum dringend auch in den Blog! Weiterlesen →

13. Juni 2026

Schneckenbrötchen

Heute bin ich gedanklich mal wieder bei Willhelm Busch:

“Jetzt in dichtbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.”

Das ich für den großen Dichter eine Schwäche habe, wisst ihr vielleicht schon, da sein Neujahrsgruß von Beginn an jedes Jahr hier im Blog den letzten Post des Jahres beendet.  Mein allerliebstes  Busch-Gedicht schon seit Kindertagen ist aber “Die Schnecken”. Es stand im Lesebuch der dritten oder vierten Klasse und ich habe vollständig auswendig gelernt obwohl ich es nicht gemusst hätte. Und ich zitiere es bis heute gerne. Weiterlesen →

6. Juni 2026

Party-Brötchen

Es gibt Rezepte, die sind Dauerbrenner bei uns. Ein Beispiel dafür sind diese Schnittbrötchen. Ich backe sie immer, wenn wir einfache, gute Brötchen brauche, die so sind, wie wir sie lieben: locker-wolkigweiche und feinporig mit einer knusprigen Kruste. Und wenn ich einmal ein gutes Rezept habe, dann fange ich gerne an, damit zu spielen,

Für den letzten Kindergeburtstag sind so die Party-Brötchen entstanden: Kleine Brötchen in Tropfenform, die in einer Kastenform zu einem praktischen Zupfbrot werden. Durch die Tropfen wirkt es dabei wie ein Zopf, sieht hübsch aus und lässt sich leichter transportieren als die klassische Partysonne.

Weiterlesen →

25. April 2026

“Schummelsauer” und die Wissenschaft

Der aktuelle “Sauerteig-Trend” in den sozialen Medien treibt schon seltsame Blüten. Selten erreichen die Empfehlungen aber den Punkt, bei dem ich versucht bin, mich in die Diskussion einzuschalten. Bei der Sauerteig-Anleitung von Besserbissen, die zeitgleich auf seiner Seite, YouTube und Instagram veröffentlicht wurde, wird allerdings ein “Sauerteig” angesetzt, indem etwas Reinzucht-Hefe und eine kleine Menge Buttermilch mit Wasser und Roggenmehl verrührt  wird. Die Mischung reift nun 24 Stunden und wird dann zum Brotbacken verwendet. Seine Erklärung dazu ist, dass dadurch genau wie in einem klassischen Sauerteig Milchsäurebakterien und Hefen verwendet werden. Auf den von vielen, auch mir,  sachlich geäußerten Einwand, dass es sich hierbei um einen Hefe-Vorteig und keinen Sauerteig handelt, wurde etwas schnippisch mit dem Vorwurf von verletzten Anhänger einer Sauerteig-Religion reagiert. Weiterlesen →

18. April 2026

Rúgbrauð

Ich bin immer wieder fasziniert, wie die lokalen Gegebenheiten die Art, wie Brot gebacken wird, beeinflussen. Island ist ein sehr gutes Beispiel, denn es ist ein Land aus Eis und Feuer. Gletscher, Vulkane und Geysire prägen die Landschaft und die Menschen. Und was liegt näher, als diese Energie nicht nur zum Baden, Heizen und für die Stromproduktion zu nutzen, sondern auch zum Brotbacken. Traditionell wird der Teig für Rúgbrauð in einer Blechdose im etwa 80°C warmen Boden in der Nähe von heißen Quellen oder Geysiren vergraben und bleibt dort für etwa einen Tag. Während dieser Zeit reagieren im Teig Zuckermoleküle mit Aminosäuren und geben dem Brot eine seine schokoladenbraune Farbe. Weiterlesen →

3. April 2026

Osterhasen-Köpfchen

Durch unser Erkältungs-Pingpong in den letzten Wochen hat eines der Krümmelchen das große Osterfrühstück im Kindergarten verpasst. Die Traurigkeit war verständlicherweise groß und so musst eine Alternative her. Schnell stand der Plan: Wir backen Osterhäschen mit dem Teig vom Zopf-Herz. Doch beim Teigkneten stellte ich fest, dass der Kühlschrank wegen der Krankheitswelle unerfreulich leer war. Keine Eier und keine Sahne weit und breit. Also habe ich ein wenig improvisiert und stattdessen auf Süßlupinenmehl zurückgegriffen. Und weil ich schon am Rezept-Basteln war, habe ich auch noch ein paar weitere Anpassungen vorgenommen um den Teig an unsere Pläne anzupassen.

Die Form mit den separat geformten Ohren ist mir schon etliche Male im Netz über den Weg gelaufen. Es ist prima für Kinderhände geeignet und bringt ein sehr hübsches Ergebnis. Ich habe das Vorgehen ein wenig angepasst, damit Hasenkopf und Ohren in der Dicke relativ ähnlich sind.

Bis wir die Osterhasen in den Ofen schieben wollten, hatte der Liebste auch Feierabend und hatte uns die gewünschten Eier mitgebracht. Als Alternative hätte ich sonst auf die Glanzstreiche vom veganen Wochenend-Zopf zurückgegriffen, die kaum von einer Eistreiche zu unterscheiden ist. Nach dem Backen durften die Häschen über Nacht abkühlen und wurden dann noch mit Zuckeraugen und Mini-Smarties verziert und danach direkt von einem glücklichen Kind angeknabbert. Weiterlesen →

14. Februar 2026

Rohr-Krapfen

Als ich noch klein war, war “ein Brötchen mit Zucker obendrauf” meistens meine Antwort auf die Frage “welches Brötchen möchtest du”. Damit meinte ich natürlich Berliner Ballen, die als Kindergartenkind ganz oben auf meiner Favoritenliste standen. Die Kombination aus fluffigen Hefeteig, Puderzucker und säuerlicher Marmelade finde ich bis heute unwiderstehlich. Auch die Krümmelchen sind große Berliner-Fans und so wurde das jüngste Familienmitglied ganz aufgeregt, als es die Rohr-Krapfen bei der lieben Maria im Blog sah.

Rohr-Krapfen sind die Ofenvariante der österreichischen Bauernkrapfen, die je nach Gegend auch als Knieküchle, Ausgezogene oder Kiachl (Südtirol) bekannt sind. Mit Marmelade gefüllt werden hauptsächlich die Kiachl und Bauernkrapfen. Allen gemein ist die Form, die aus einem dicken Rand und einer dünnen Teighaut in der Mitte besteht. Durch vorsichtiges Dehnen wird, genau wie bei einer Pizza, die Form erreicht.

Weiterlesen →

14. Dezember 2025

Planken-Striezel (Baumstriezel ohne Baumstriezelholz)

Baumstriezel ist ein Festtagsgebäck aus der Küche der Siebenbürger Sachsen und seit Kindertagen ein Lieblingskuchen. Es ist eine herrliche Leckerei, bei der der Zucker so geschmolzen wird, dass sich eine gut gebräunte Karamellschicht glänzend wie Lack über den weichen Hefeteig legt.

Im Gegensatz zu den niedlichen kleinen Striezelchen, die man seit einigen Jahren auf Weihnachtsmärkten bekommt, wurde der Baumstriezel meiner Kindheit auf großen Rollen über der Glut gegart und vor dem Servieren mit einer Schere in handliche Streifen geschnitten. Seit einigen Jahren besitzen meine Mama und ich solche Rollen und an Brotbacktagen im Holzofen gibt es manchmal Baumstriezel. Auch im Backofen habe ich vor vielen, vielen Jahr Mini-Baumstriezel gebacken. Aber beide Varianten sind zeitaufwendig und mit neugierigen Kinderfingerchen immer auch etwas nervenaufreibend. Was bisher fehlte, war eine schnelle Variante für den Baumstriezel-Hunger zwischendurch. Weiterlesen →