Kategorien-Archiv: Brot

23. Mai 2026

Focaccia mit zweierlei Vorteigen

Für das vorsommerliche Großfamilien-Treffen hatte ich Brot versprochen. Gerne backe ich bei solchen Gelegenheiten Fladenbrote. Dieses Mal fiel meine Wahl auf Focaccia, die ich für ein wenig Abwechselung in verschiedenen Varianten gebacken habe. Neben einer einfachen Variante ohne Belag gab es noch Tomaten-Mozzarella-Focaccia und Karamellisierte Zwiebel-Focaccia.

Der Teig wird nur mit einem Poolish und süßem Starter getrieben. Die Mischung aus einem weichen Hefe-Vorteig und einem festen Sauerteig bringt viel Aroma, die lange Gehzeit tut das übrige. Beim Mehl habe ich auf ein Bio-Pizzamehl aus dem Supermarkt zurückgegriffen. Bei Supermarktmehlen bin ich ja meist etwas zurückhaltend, aber die verschiedenen Pizzamehle nach italienischer Art (Typo 00, 12-14% Eiweiß) haben bei meinen Tests in den letzten Monaten allesamt gut funktioniert. Das Rezept funktioniert aber auch mit einem “normalen” Type 550, mehr dazu findet ihr in den Rezept-Tipps.

Das Focaccia wird wunderbar großporig und aromatisch mit ganz leichten Milchsäure-Noten. Es ist beim Familiengrillen auf jeden Fall gut angekommen. Obwohl ich die doppelte Menge gemacht hatte, habe ich nur ein paar winzige Stückchen mit nach Hause genommen. So mag ich das!

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18. April 2026

Rúgbrauð

Ich bin immer wieder fasziniert, wie die lokalen Gegebenheiten die Art, wie Brot gebacken wird, beeinflussen. Island ist ein sehr gutes Beispiel, denn es ist ein Land aus Eis und Feuer. Gletscher, Vulkane und Geysire prägen die Landschaft und die Menschen. Und was liegt näher, als diese Energie nicht nur zum Baden, Heizen und für die Stromproduktion zu nutzen, sondern auch zum Brotbacken. Traditionell wird der Teig für Rúgbrauð in einer Blechdose im etwa 80°C warmen Boden in der Nähe von heißen Quellen oder Geysiren vergraben und bleibt dort für etwa einen Tag. Während dieser Zeit reagieren im Teig Zuckermoleküle mit Aminosäuren und geben dem Brot eine seine schokoladenbraune Farbe. Weiterlesen

14. März 2026

Franskbrød

Eigentlich hatte ich für heute ein anderes Rezept vorgesehen, aber das Leben mit Kindern im Kindergartenalter beinhaltet auch immer die Möglichkeit von einem Überraschung-Virus pünktlich zum Wochenende. Und so greife ich heute in die Vorratskiste und zaubere dieses leckere Franskbrød hervor.

Franksbrød ist in ganz Dänemark sehr beliebt. Die Milch verleiht dem Teig eine schöne Wolligkeit, ein wenig Sauerteig  gibt Aroma und der Salz-Hefe-Ansatz unterstützt die fluffige Krume. Dadurch harmoniert das Weißbrot sowohl mit herzhaften als auch süßem Belag. Das macht es für mich zum perfekten Frühstücksbrot und wird hier mit Begeisterung gegessen.

In eigener Sache: Da das Leben 1.0 hier gerade ganz schön wild ist und auch die nächsten beiden Woche ähnlich voll mit Terminen sind wie die vergangene, nehme ich mir das nächste Wochenende nochmal “Rezept-frei”. Und wer noch auf Antwort auf eine Email wartet: ich gebe mir Mühe, kann aber nichts versprechen. Weiterlesen

7. März 2026

Quark-Saftkorn (proteinreich)

In der vorletzten Woche kam beim Eiweiß-Graubrot die Frage auf, ob es sinnvoll ist, mit Protein angereicherte Brote zu backen. Und wie so oft in Ernährungsfragen, ist die Antwort nicht für jeden gleich. Das, was dem einen hilft, gesund zu bleiben, ist für den anderen vielleicht nicht notwendig oder sogar nicht so gut verträglich. Ein mit Gluten angereichertes Protein-Brot ist für eine Person ohne gesundheitliche Einschränkungen weder gut noch schlecht, während jemand, der sensitiv auf Gluten reagiert damit gewiss Probleme bekommt. Und jemand, der wie ich auf den Blutzuckerspiegel achten muss, kann mit einem protein- und ballaststoffreichen Brot Blutzuckerspitzen vermeiden.

Wie man das Protein in das Brot bekommt, kann ganz unterschiedlich aussehen. Zusätzliches Gluten und / oder teilentölte Samen-Mehle sind ein Weg. Einen anderen stelle ich euch heute vor. Bei diesem Roggenmischbrot-Brot sind die Proteinquellen Magerquark und Saaten. Ballaststoffreiche Mehle und Flocken sorgen zusätzlich dazu, dass die enthaltenden Kohlenhydrate nur langsam ins Blut übergehen. Weiterlesen

21. Februar 2026

Eiweiß-Graubrot

Ich lerne gerade neue Dinge. Zum Beispiel weiß ich jetzt, warum niemand Brot mit “Kohlenhydrat-reduziert” bewirbt. Wenn man nämlich das kleine Wörtchen “reduziert” schreibt, muss von entsprechendem Nährstoff mindestens 30% weniger als in vergleichbaren Produkten enthalten sein.  Den Kohlenhydratgehalt von Brot so weit zu reduzieren ist schwierig, insbesondere, wenn man gleichzeitig den Anspruch hat, dass das Brot auch nach Brot aussieht und schmeckt. Bei diesem Brot sind es etwa 16 % weniger Kohlenhydrate, was ausgesprochen gut funktioniert.

Auch für den Proteingehalt gibt es entsprechende Vorschriften. Bei diesem Rezept entspricht der Proteingehalt 20% der Gesamtenergie und darum dürfte ich das Brot nach EU-Health-Claims-Verordnung als Proteinreich bewerben, wenn ich es denn verkaufen würde. Beim Selberbacken fragt zum Glück keiner nach, aber ich finde es leichter, wenn bei Rezeptnamen klar ist, was Nachbäcker:innen erwartet.

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10. Februar 2026

Rezeptideen: Karneval & Valentinstag

Bald ist der der Straßenkarneval da und zeitgleich ist auch noch der Valentinstag. Da kann so einiges gebacken werden. Hier im Blog gibt es dafür inzwischen einige schöne Rezepte und so habe ich euch heute eine akualisierte Version vom letzjährigen Überblick mitgebracht. Weiterlesen

10. Januar 2026

Finnenbrot

Passend zum Schnee-Wetter starte ich das neue Jahr mit einem Rezept, dass den hohen Norden im Namen trägt: Finnenbrot. Doch als ich ein bisschen tiefgehender recherchierte, stellte ich fest, dass das Brot zwar nordisch klingt, aber keine Entsprechung in der finnischen Backstube zu finden ist. Das hierzulande recht beliebte Brot ist darum eher als Hommage deutscher Bäcker an die rustikalen Roggenbrote aus Finnland zu verstehen. Dumm nur, dass ich es bereits fest für eine Rezeptstrecke für das Brot-Magazin eingeplant hatte. Nach kurzer Rücksprache durfte das Brot sich aber in der der Oktober-Ausgabe trotzdem mit dazugesellen, denn es ist einfach ein fantastisches Brot.

Neben einem Sauerteig sorgt ein Brühstück aus gerösteten Sonnenblumenkernen, Roggenmalzflocken und Leinsamen für ein vielschichtiges Aroma und viel Saftigkeit. Wer keine Roggenmalzflocken hat, kann die Flocken auch durch “normale” Hafer- oder Roggenflocken ersetzen. Auch sonst das Brot sehr pflegeleicht, weil der Teig einfach nur in die Form gefüllt und glattgestrichen werden muss. Ihr merkt schon: Ich mag das Brot wirklich sehr und spreche hiermit eine dicke Nachbackempfehlung aus. Weiterlesen

20. Dezember 2025

Milch & Honig

Das dieses Brot bei uns zu einem derartigen Hit werden würde, hätte ich nicht gedacht. Es begann damit, dass ich “mal eben schnell” vor unserem Urlaub im letzten Monat ein Brot backen wollte, dass sowohl als Frühstücksbrot am ersten Urlaubsmorgen funktioniert als auch für leckere Sandwiches. Und so habe ich ein Weißbrot aus dem Ärmel geschüttelt, mit Auffrisch-Resten vom Süßen Starter, etwas Milch, ein wenig Butter und Honig. Für eine besonders feine Krume kamen dann noch etwas aktives Malz und Hagebuttenpulver dazu. Und was soll ich sagen: das Brot fand so reißenden Absatz, dass wir ziemlich wenig mit in den Urlaub nahmen.

Für schöne Bilder hatte die Zeit aber nicht gereicht, und so war klar (und vom Rest der Familie sehr befürwortet), dass ich es sehr bald nochmal backe. Bei Runde zwei habe ich ein ganz klein wenig Feinheiten angepasst, was zur Folge hatte, dass die Brote noch schöner aufgingen und eine noch wattigere Krume hatten. Dumm nur, dass die Teigmenge jetzt für die Formen deutlich zu viel war, was mich direkt eine dritte Runde backen ließ. Und bei Runde drei klappte alles wie geplant: Teigmenge perfekt, Krume wunderbar langfaserig und leicht wie eine Wolke, ein feines, ausbalanciertes Aroma. Zudem lässt sich das Brot auch noch perfekt toasten und ist damit die eine hervorragende Grundlage für gegrillte Käse-Sandwiches. Bei uns ist es im Moment ein “Must have” im Gefrierschrank und kaum gebacken auch schon wieder aufgegessen.

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16. Oktober 2025

Tuttul

Für das Brotmagazin hatte ich ein schwedisches Fladenbrot, Tunnbröd, geplant. Aber es war so, wie so oft, wenn ich beginne, mich tiefer mit einer Materie zu beschäftigen. Ich merkte schnell: Das ist alles doch nicht so klar und übersichtlich wie gedacht. Denn Tunnbröd ist in Schweden ein Oberbegriff für verschiedene regionale Fladenbrote. Es gibt harte (getrocknete) Varianten, die wie Knäckebrot gegessen werden. Wird das Tunnbröd kurz gebacken, bleibt es weich und wird mit Käse oder Schinken belegt zu einer Rolle gedreht oder einfach über den Belag gefaltet. Je nach Region wird das Brot mit Weizen, Roggen, Hafer und Gerste zubereitet. Auch Kartoffeln werden dem Teig manchmal zugesetzt. Haupttriebmitttel sind Hefe, Hirschhornsalz oder eine Kombination aus beiden.

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13. September 2025

Hafer-Apfel-Stuten

Riecht für euch auch der Herbst nach Äpfeln, Nüssen und feuchte Laub? Ich liebe diesen Duft, genau wie den wilden Wind in meinen Haaren. Und wenn der Morgennebel langsam in den Sonnenstrahlen schmilzt, lacht meine Herbstkind-Seele.

Für das Brotmagazin hatte ich bereits im Frühling ein Rezept entwickelt, dass sich für mich schon damals mehr nach Herbst anfühlte. Es ist ein wunderbar aromatisches Brot mit den Röstaromen von Haselnuss und Hafer und der fruchtigen Süße aus getrockneten Äpfeln und Rosinen.

Das es dabei (nicht ganz aus Versehen) auch noch vegan ist, fällt niemanden beim Probieren auf. Das Wissen darum freut aber alle, die auf tierische Produkte verzichten möchten. Wer für das Brot nicht extra Hafermilch kaufen möchte, der findet darum eine Anleitung für selbstgemachte Hafermilch am Ende des Rezeptes.

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