Kategorien-Archiv: Brot

20. Juni 2026

Dinkel-Gold

Nach zwei Jahrzehnten habe ich den Liebsten inzwischen so weit, dass er mir etwas Sonnenblumenkerne zum Brotbacken übrig lässt. Das war bekanntlich nicht immer so. Aber da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, verschwinden seit einiger Zeit wieder Sonnenblumenkerne, denn das große Krümmelchen ist wie in vielen anderen Dingen eine kleine Kopie ihres Vaters. Zum Glück bin ich geübt im Ersetzen und habe so beim zweiten Backen des Dinkel-Golds sie einfach vollständig durch Sojaflocken ersetzt.

Das Brot läuft bei uns unter “Fluffy-Brot”, genau wie das Ursprungsrezept. Genauer gesagt ist es ein Toastbrot, das sich aber auch gut ungetoastet essen lässt. Tatsächlich wird es bei uns sogar fast immer ungetoastet gegessen. Die Kinder mögen die weiche Krume sehr gerne und so habe ich das Brot direkt drei Mal hintereinander gebacken. Dabei habe ich verschiedenen Kombinationen von Sonnenblumenkernen und Sojaflocken getestet und es funktioniert alles gut: nur Sonnenblumenkerne, eine Mischung aus Sojaflocken und Sonnenblumenkernen oder nur Sojaflocken. Ich persönlich mag die Kombination aus Sojaflocken und Sonnenblumenkerne am Liebsten. Aber wie ihr seht, könnt ihr das einfach nach Vorratslage entscheiden!

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13. Juni 2026

Schneckenbrötchen

Heute bin ich gedanklich mal wieder bei Willhelm Busch:

“Jetzt in dichtbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.”

Das ich für den großen Dichter eine Schwäche habe, wisst ihr vielleicht schon, da sein Neujahrsgruß von Beginn an jedes Jahr hier im Blog den letzten Post des Jahres beendet.  Mein allerliebstes  Busch-Gedicht schon seit Kindertagen ist aber “Die Schnecken”. Es stand im Lesebuch der dritten oder vierten Klasse und ich habe vollständig auswendig gelernt obwohl ich es nicht gemusst hätte. Und ich zitiere es bis heute gerne. Weiterlesen

23. Mai 2026

Focaccia mit zweierlei Vorteigen

Für das vorsommerliche Großfamilien-Treffen hatte ich Brot versprochen. Gerne backe ich bei solchen Gelegenheiten Fladenbrote. Dieses Mal fiel meine Wahl auf Focaccia, die ich für ein wenig Abwechselung in verschiedenen Varianten gebacken habe. Neben einer einfachen Variante ohne Belag gab es noch Tomaten-Mozzarella-Focaccia und Karamellisierte Zwiebel-Focaccia.

Der Teig wird nur mit einem Poolish und süßem Starter getrieben. Die Mischung aus einem weichen Hefe-Vorteig und einem festen Sauerteig bringt viel Aroma, die lange Gehzeit tut das übrige. Beim Mehl habe ich auf ein Bio-Pizzamehl aus dem Supermarkt zurückgegriffen. Bei Supermarktmehlen bin ich ja meist etwas zurückhaltend, aber die verschiedenen Pizzamehle nach italienischer Art (Typo 00, 12-14% Eiweiß) haben bei meinen Tests in den letzten Monaten allesamt gut funktioniert. Das Rezept funktioniert aber auch mit einem “normalen” Type 550, mehr dazu findet ihr in den Rezept-Tipps.

Das Focaccia wird wunderbar großporig und aromatisch mit ganz leichten Milchsäure-Noten. Es ist beim Familiengrillen auf jeden Fall gut angekommen. Obwohl ich die doppelte Menge gemacht hatte, habe ich nur ein paar winzige Stückchen mit nach Hause genommen. So mag ich das!

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17. Mai 2026

Eiweiß-Toasties

Ich habe kann den meisten Dingen ja auch positive Seiten abgewinnen, sogar der Sache mit dem hohen Blutzucker. Seitdem ich mich gezwungener Maßen mit einer Kohlenhydrat-ärmeren und entsprechend Protein-reicheren Ernährung beschäftige, habe ich einige neue Lebensmittel entdeckt. Wusstet ihr z.B., dass Vollkorn-Nudeln tatsächlich lecker schmecken können, wenn man darauf achtet, dass sie aus Vollkorn-Hartweizengries hergestellt und vorzugsweise durch Bronzeformen gepresst wurden? Sehr gut passt dazu ein Zitat aus Katharina Seisers Buch “30 Pflanzen pro Woche”:  “Mir ist Askese fremd, dazu bin ich nicht auf der Welt. Ich will alles schmecken und riechen und fühlen, was es frisch und sorgfältig zubereitet zu kosten gibt.” Und auch wenn meine Ernährung jetzt ärmer an Kohlenhydraten ist, ist sie reicher an neu entdeckten Lebensmitteln und neuen Ideen für Brot und Brötchen. Denn auf mein Brötchen am Wochenende möchte ich genauso  wenig verzichten wie auf eine Scheibe Brot zum Abendessen. Daher packe ich gerne einen großen Anteil an Samen oder Nüssen in den Teig (z.B. hier oder hier). Weiterlesen

18. April 2026

Rúgbrauð

Ich bin immer wieder fasziniert, wie die lokalen Gegebenheiten die Art, wie Brot gebacken wird, beeinflussen. Island ist ein sehr gutes Beispiel, denn es ist ein Land aus Eis und Feuer. Gletscher, Vulkane und Geysire prägen die Landschaft und die Menschen. Und was liegt näher, als diese Energie nicht nur zum Baden, Heizen und für die Stromproduktion zu nutzen, sondern auch zum Brotbacken. Traditionell wird der Teig für Rúgbrauð in einer Blechdose im etwa 80°C warmen Boden in der Nähe von heißen Quellen oder Geysiren vergraben und bleibt dort für etwa einen Tag. Während dieser Zeit reagieren im Teig Zuckermoleküle mit Aminosäuren und geben dem Brot eine seine schokoladenbraune Farbe. Weiterlesen

14. März 2026

Franskbrød

Eigentlich hatte ich für heute ein anderes Rezept vorgesehen, aber das Leben mit Kindern im Kindergartenalter beinhaltet auch immer die Möglichkeit von einem Überraschung-Virus pünktlich zum Wochenende. Und so greife ich heute in die Vorratskiste und zaubere dieses leckere Franskbrød hervor.

Franksbrød ist in ganz Dänemark sehr beliebt. Die Milch verleiht dem Teig eine schöne Wolligkeit, ein wenig Sauerteig  gibt Aroma und der Salz-Hefe-Ansatz unterstützt die fluffige Krume. Dadurch harmoniert das Weißbrot sowohl mit herzhaften als auch süßem Belag. Das macht es für mich zum perfekten Frühstücksbrot und wird hier mit Begeisterung gegessen.

In eigener Sache: Da das Leben 1.0 hier gerade ganz schön wild ist und auch die nächsten beiden Woche ähnlich voll mit Terminen sind wie die vergangene, nehme ich mir das nächste Wochenende nochmal “Rezept-frei”. Und wer noch auf Antwort auf eine Email wartet: ich gebe mir Mühe, kann aber nichts versprechen. Weiterlesen

7. März 2026

Quark-Saftkorn (proteinreich)

In der vorletzten Woche kam beim Eiweiß-Graubrot die Frage auf, ob es sinnvoll ist, mit Protein angereicherte Brote zu backen. Und wie so oft in Ernährungsfragen, ist die Antwort nicht für jeden gleich. Das, was dem einen hilft, gesund zu bleiben, ist für den anderen vielleicht nicht notwendig oder sogar nicht so gut verträglich. Ein mit Gluten angereichertes Protein-Brot ist für eine Person ohne gesundheitliche Einschränkungen weder gut noch schlecht, während jemand, der sensitiv auf Gluten reagiert damit gewiss Probleme bekommt. Und jemand, der wie ich auf den Blutzuckerspiegel achten muss, kann mit einem protein- und ballaststoffreichen Brot Blutzuckerspitzen vermeiden.

Wie man das Protein in das Brot bekommt, kann ganz unterschiedlich aussehen. Zusätzliches Gluten und / oder teilentölte Samen-Mehle sind ein Weg. Einen anderen stelle ich euch heute vor. Bei diesem Roggenmischbrot-Brot sind die Proteinquellen Magerquark und Saaten. Ballaststoffreiche Mehle und Flocken sorgen zusätzlich dazu, dass die enthaltenden Kohlenhydrate nur langsam ins Blut übergehen. Weiterlesen

21. Februar 2026

Eiweiß-Graubrot

Ich lerne gerade neue Dinge. Zum Beispiel weiß ich jetzt, warum niemand Brot mit “Kohlenhydrat-reduziert” bewirbt. Wenn man nämlich das kleine Wörtchen “reduziert” schreibt, muss von entsprechendem Nährstoff mindestens 30% weniger als in vergleichbaren Produkten enthalten sein.  Den Kohlenhydratgehalt von Brot so weit zu reduzieren ist schwierig, insbesondere, wenn man gleichzeitig den Anspruch hat, dass das Brot auch nach Brot aussieht und schmeckt. Bei diesem Brot sind es etwa 16 % weniger Kohlenhydrate, was ausgesprochen gut funktioniert.

Auch für den Proteingehalt gibt es entsprechende Vorschriften. Bei diesem Rezept entspricht der Proteingehalt 20% der Gesamtenergie und darum dürfte ich das Brot nach EU-Health-Claims-Verordnung als Proteinreich bewerben, wenn ich es denn verkaufen würde. Beim Selberbacken fragt zum Glück keiner nach, aber ich finde es leichter, wenn bei Rezeptnamen klar ist, was Nachbäcker:innen erwartet.

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10. Februar 2026

Rezeptideen: Karneval & Valentinstag

Bald ist der der Straßenkarneval da und zeitgleich ist auch noch der Valentinstag. Da kann so einiges gebacken werden. Hier im Blog gibt es dafür inzwischen einige schöne Rezepte und so habe ich euch heute eine akualisierte Version vom letzjährigen Überblick mitgebracht. Weiterlesen

10. Januar 2026

Finnenbrot

Passend zum Schnee-Wetter starte ich das neue Jahr mit einem Rezept, dass den hohen Norden im Namen trägt: Finnenbrot. Doch als ich ein bisschen tiefgehender recherchierte, stellte ich fest, dass das Brot zwar nordisch klingt, aber keine Entsprechung in der finnischen Backstube zu finden ist. Das hierzulande recht beliebte Brot ist darum eher als Hommage deutscher Bäcker an die rustikalen Roggenbrote aus Finnland zu verstehen. Dumm nur, dass ich es bereits fest für eine Rezeptstrecke für das Brot-Magazin eingeplant hatte. Nach kurzer Rücksprache durfte das Brot sich aber in der der Oktober-Ausgabe trotzdem mit dazugesellen, denn es ist einfach ein fantastisches Brot.

Neben einem Sauerteig sorgt ein Brühstück aus gerösteten Sonnenblumenkernen, Roggenmalzflocken und Leinsamen für ein vielschichtiges Aroma und viel Saftigkeit. Wer keine Roggenmalzflocken hat, kann die Flocken auch durch “normale” Hafer- oder Roggenflocken ersetzen. Auch sonst das Brot sehr pflegeleicht, weil der Teig einfach nur in die Form gefüllt und glattgestrichen werden muss. Ihr merkt schon: Ich mag das Brot wirklich sehr und spreche hiermit eine dicke Nachbackempfehlung aus. Weiterlesen