Tag-Archiv: Roggen

31. Oktober 2026

Schnittbrötchen 2.0

Manchmal denke ich ja schon sehr darüber nach, ob es sich lohnt, eine kleine Verbesserung in einem bestehenden Lieblingsrezept an die große Glocke zu hängen. Dann ergänze ich das bestehende Rezept und lasse es damit gut sein. Manchmal hängen aber Überlegungen daran, die ich gerne erklären würde oder bei denen ich gerne euren Input hätte. Und so ist das Rezept heute eigentlich eine Wiederholung meines liebsten Schnittbrötchen-Rezeptes. Es gibt nur zwei wirkliche Veränderungen. Zum einen habe ich die Stockgare verkürzt, zum anderen das 550er-Mehl durch Pizzamehl ersetzt. Durch das andere Mehl gewinnen die eh schon sehr fluffigen Brötchen nochmal mehr Volumen.

Das ich mich im letzten halben Jahr durch die verschiedenen Supermarkt-Pizzamehle getestet habe, habe ich ja schon im Sommer berichtet. Und wer auf der Suche nach einem Mehl mit etwas höheren Proteingehalt ist, aber nicht gerne im online bestellen möchte, ist mit den Supermarkt-Pizzamehlen gut bedient. Je nach (Eigen-)Marke bekommt man Mehle mit einem Proteingehalt von 12-14 %, die für Gebäcksortem, die ein gutes Glutennetzwerk brauchen, sehr gut funktionieren. Weiterlesen →

10. Oktober 2026

Krusti

Schon als Kind hatte ich eine Schwäche für rustikale Brötchen. Durfte ich mir ein Brötchen beim Bäcker aussuchen, fiel meine Wahl des Öfteren auf die wild aufgerissenen Krusti. Auch im Blog findet man darum bereits eine breite Auswahl an Krusti-Rezepten. Aber ein weiteres Krusti-Rezept kann ja nie schaden. Es ist eine weitere Abwandlug des Schnittbrötchen-Teiges, dieses Mal mit einem etwas höheren Sauerteig-Anteil. Durch den Salz-Hefe-Ansatz und das Vitamin C aus dem Hagebuttenpulver sind sie sehr gärstabil und man kann sie problemlos in zwei oder drei Durchgängen abbacken, ohne die Teiglinge zwischendrin zu kühlen. Das macht sie sehr praktisch zum Auffüllen des Brötchen-Vorrats.

Heute gibt es ein letztes Rezept aus der Sommerpause, bevor es Zeit für aktuelle Ideen und Rezepte wird. Auch wenn der Herbst jetzt erst so langsam angefangen hat, habe ich die Weihnachtszeit bereits ein wenig im Blick.  Ich habe hier zwei Stollen-Rezepte in der Hinterhand, die es im letzten Jahr nicht mehr in den Blog geschafft hatten. Da Stollen ja ein wenig Lagerzeit brauchen, dürft ihr jetzt Wünsche äußern: Möchtet ihr die Rezepte lieber Anfang / Mitte November, damit die Stollen bis zum ersten Advent durchziehen können? Oder reicht euch Ende November / Anfang Dezember, damit die Stollen für die Weihnachtstage perfekt durchgezogen sind?

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3. Oktober 2026

Dinkel-Feinbrot mit Salzsauer

Schon beim Frankenlaib habe ich es gesagt: Salzsauer ist perfekt, wenn man einen großen zeitlichen Spielraum beim Backen braucht. Am Vortag angesetzt ist der Salzsauer bei Raumtemperatur 16 bis 24 Stunden einsatzbereit. Und sollte dann etwas dazwischen kommen, kann der Sauerteig auch noch zwei weitere Tage im Kühlschrank gelagert werden. Eine feine Sache an hektischen Tagen!

DIeses Mal habe ich euch ein Rezept für ein Dinkel-Feinbrot mit Salzsauer mitgebracht. Als Feinbrot bezeichnet man im Hamburger Raum ein helles Mischbrot. Es ist mit dem Rezept für das Hamburger Feinbrot verwandt, weist aber ein paar wichtige Abänderungen auf. Neben der Tatsache, dass bei dieser Variante ein Salzsauer verwendet wird und statt Weizenmehl Dinkel zum Einsatz kommt, ist die wichtigste Neuerung das Vorgehen beim Kneten. Damit sich das empfindliche Glutengerüst des Dinkels ungestört entwickeln kann, wird der Roggenmehlanteil erst zugegeben, wenn sich das Klebergerüst bereits ausgebildet hat. Dadurch Ich kann die verspätete Zugabe von Roggenmehl wirklich nur immer wieder empfehlen, es macht tatsächlich einen Unterschied! Weiterlesen →

26. September 2026

Eclipse (proteinreich)

Im Moment arbeite ich mich mal wieder durch meine Vorratsschrank und versuche Reste und Restchen aufzubrauchen. Bei manchen Dingen habe ich einen so hohen Verbrauch, dass die Vorratsgläser regelmäßig gespült und frisch aufgefüllt werden. Andere Gläser wandern irgendwann in die hinteren Reihen und geraten dann in Vergessenheit. Das passiert mit Vorliebe mit Mini-Getreiderestchen, die für ein eigenes Brot einfach zu wenig sind.

Dieses Rezept startete so mit einem kleinen Rest Kamutkörner. Nachdem ich sie durch den Flocker geschickt hatte, wanderten sie mit Sonnenblumenkernen, roten Linsen und Sojaflocken in ein Kochstück. Die Hülsenfrüchte und Sonnenblumenkerne bringen zum einen Geschmack und erhöhen gleichzeitig den Proteingehalt des Brots. Damit lässt das Brot den Blutzucker langsamer ansteigen und hält lange satt. Aroma kommt außerdem vom alten Sauerteig aus dem Kühlschrank. Auch das ist eine gute Resteverwertung und macht das Brot gleichzeitig perfekt für eine relativ spontane Brotback-Lust. Weiterlesen →

22. August 2026

Kartoffelbrötchen nach Kieler Art

Rein für die Alliteration würde ich die Brötchen eigentlich gerne Kieler Kartoffel-Semmel nennen. Ich glaube aber, dass mir im nächsten Urlaub im Norden dann eventuell die Einreise nach Schleswig Holstein verweigert wird. Immerhin ist das einzige, das die Brötchen mit der von mir so geschätzten Kieler Semmel (Rezept 1, Rezept 2) verbindet, das Scheuern der Teiglinge in einer Salz-Fett-Mischung. Denn weder Kartoffeln noch Roggen finden sich im Orginalrezept und den Kümmel, den ich dann noch auf die Brötchen gestreut habe, ist in norddeutschen Brot ja auch nicht wirklich zu finden. Ganz im Gegenteil, die Kieler (Brötchen) enthalten im  Scheuerfett oft etwas Zimt, was wirklich sehr fein schmeckt.

Von daher sind die Kartoffelbrötchen bei der Machart von den Kielern inspiriert, ansonsten doch irgendwas ganz eigenes. Das macht aber gar nichts, denn sie sind kartoffelig-fluffig mit feinen Salz- und Butternoten in der Kruste. Der Kümmel harmoniert für mich dazu sehr gut. Wer ihn nicht mag, lässt ihn aber natürlich weg, das ist ja klar.  Auf jeden Fall sind es Brötchen, die ich direkt ins Herz geschlossen habe.

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25. Juli 2026

Frankenlaib

Salzsauerteig, auch Salzsauer genannt, ist eine perfekte Möglichkeit für alle, die gerne mit Sauerteig backen aber manchmal etwas unberechenbare Tage haben. Er enthält neben den üblichen Roggenmehl, Wasser und Anstellgut noch 2% Salz. Das Salz bremst die Entwicklung der Mikroorganismen und verlängert so die Standzeit des Sauerteiges. Er wird mit sehr warmen Wasser angesetzt und steht dann aber bei Raumtemperatur, wodurch die Sauerteig-Temperatur langsam von etwa 35°C auf 20°C absinkt. Durch die anfangs hohen Temperaturen können sich die Hefen gut vermehren und er bekommt ausreichend Triebkraft. Die kühleren Temperaturen sorgen zusammen mit der langen Stehzeit für ein ausgewogenes Geschmacksprofil. Der größte Vorteil ist aber sein großer Toleranzbereich für die Verarbeitung. Er kann am nächsten Tag in einem Zeit-Fenster von etwa 16-24 Stunden verwendet werden. Braucht man aber mehr Zeit, kommt er nach dieser Zeit für bis zu zwei Tage in den Kühlschrank, ohne das die Qualität oder Triebkraft leidet. Weiterlesen →

13. Juni 2026

Schneckenbrötchen

Heute bin ich gedanklich mal wieder bei Willhelm Busch:

“Jetzt in dichtbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.”

Das ich für den großen Dichter eine Schwäche habe, wisst ihr vielleicht schon, da sein Neujahrsgruß von Beginn an jedes Jahr hier im Blog den letzten Post des Jahres beendet.  Mein allerliebstes  Busch-Gedicht schon seit Kindertagen ist aber “Die Schnecken”. Es stand im Lesebuch der dritten oder vierten Klasse und ich habe vollständig auswendig gelernt obwohl ich es nicht gemusst hätte. Und ich zitiere es bis heute gerne. Weiterlesen →

6. Juni 2026

Party-Brötchen

Es gibt Rezepte, die sind Dauerbrenner bei uns. Ein Beispiel dafür sind diese Schnittbrötchen. Ich backe sie immer, wenn wir einfache, gute Brötchen brauche, die so sind, wie wir sie lieben: locker-wolkigweiche und feinporig mit einer knusprigen Kruste. Und wenn ich einmal ein gutes Rezept habe, dann fange ich gerne an, damit zu spielen,

Für den letzten Kindergeburtstag sind so die Party-Brötchen entstanden: Kleine Brötchen in Tropfenform, die in einer Kastenform zu einem praktischen Zupfbrot werden. Durch die Tropfen wirkt es dabei wie ein Zopf, sieht hübsch aus und lässt sich leichter transportieren als die klassische Partysonne.

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17. Mai 2026

Eiweiß-Toasties

Ich habe kann den meisten Dingen ja auch positive Seiten abgewinnen, sogar der Sache mit dem hohen Blutzucker. Seitdem ich mich gezwungener Maßen mit einer Kohlenhydrat-ärmeren und entsprechend Protein-reicheren Ernährung beschäftige, habe ich einige neue Lebensmittel entdeckt. Wusstet ihr z.B., dass Vollkorn-Nudeln tatsächlich lecker schmecken können, wenn man darauf achtet, dass sie aus Vollkorn-Hartweizengries hergestellt und vorzugsweise durch Bronzeformen gepresst wurden? Sehr gut passt dazu ein Zitat aus Katharina Seisers Buch “30 Pflanzen pro Woche”:  “Mir ist Askese fremd, dazu bin ich nicht auf der Welt. Ich will alles schmecken und riechen und fühlen, was es frisch und sorgfältig zubereitet zu kosten gibt.” Und auch wenn meine Ernährung jetzt ärmer an Kohlenhydraten ist, ist sie reicher an neu entdeckten Lebensmitteln und neuen Ideen für Brot und Brötchen. Denn auf mein Brötchen am Wochenende möchte ich genauso  wenig verzichten wie auf eine Scheibe Brot zum Abendessen. Daher packe ich gerne einen großen Anteil an Samen oder Nüssen in den Teig (z.B. hier oder hier). Weiterlesen →

9. Mai 2026

Honig-Nuss-Schnecken

Ich gebe zu, diese Schnecken sind eine Form der Resteverwertung. Sogar der Honig fällt darunter, denn er ist der Rest, der beim Abfüllen einer Charge Honig am Ende im Abfülleimer zurückblieb. Und so habe ich das Beste daraus gemacht und Schnecken gebacken.  Bei den Nüssen dürft ihr gerne nach Lust und Laune experimentieren. Da wir noch ein paar Walnüsse aus dem letzten Herbst hatten, die dringend verbraucht werden wollten, habe ich darauf zurückgegriffen.

Der Teig ist fast ein alter Bekannter, ich habe nur den Zuckeranteil im Teig reduziert und 10% des Weizenmehls durch Roggenmehl ersetzt. Das verbessert die Frischhaltung und macht die Krume noch etwas zarter. Wer keinen Süßen Starter, LIevito madre oder ähnliches im Kühlschrank hat, kann sich auch mit einem Sauerteig-Rest oder einer Biga behelfen. Die ausführlichen Austauschtipps findet ihr am Ende des Rezepts.

Kleiner Erinnerer: Wer etwas Sauerteig haben möchte, sollte den Briefumschlag jetzt bald losschicken, damit er pünktlich hier ankommt.

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