Interview mit dem Brot-Magazin (ausführliche Version)

Im Oktober 2014 erschien im Magazin „Brot“ ein Interview mit mir und anderen Brotbloggern (Björn, Lutz, Gerd, Sandra) . Da die Antworten leider stark gekürzt wurden und zum Teil gar nicht dem geführten Interview, sondern ungefragt dem hier auf der Seite ebenfalls veröffentlichten Interview mit Heimgourmet.de entnommen wurden, gibt es hier jetzt meine ausführlichen Antworten:

Seit wann gibt es Ihren Blog?

„Hefe und mehr“ gibt es seit November 2008.

Wie kamen Sie dazu einen Brotblog zu schreiben?

Ich habe schon als kleines Kind immer gerne in der Küche geholfen und mit meiner Mutter zusammen die ersten Brote gebacken. Während meines Studiums hatte ich nicht immer einen Ofen zur Verfügung, doch als mein Lebensgefährte und ich zusammengezogen sind und mir endlich ein vernünftiger Ofen zur Verfügung stand, bin ich dann wieder „richtig“ ins Brotbacken eingestiegen. Irgendwann, nachdem ich „Chili und Ciabatta“ und den amerikanischen Brotback-Blog „Wild Yeast“ entdeckt hatte, meinte ich dann zu meinem Lebensgefährten, dass ich Lust auf einen eigenen Blog hätte. Und bevor ich mich versah, hatte er mir schon WordPress auf seinem Server installiert und ich schrieb meinen ersten Blogeintrag. Der Blogname „Hefe und mehr“ stand dabei vom ersten Moment an fest.

Warum schreiben Sie diesen Blog?

Anfangs war der Blog nur als mein digitales Gedächtnis gedacht, in dem ich meine selbstgebackenen Brote festhalten konnte. Aber je mehr ich backte, desto stärker wurde mein Interesse an den Zusammenhängen, an dem „Wieso“ hinter dem „Wie“. Deshalb fing ich an, Fachbücher und wissenschaftliche Publikationen über das Brotbacken zu lesen. Und mit wachsendem Wissen über das Brotbacken kam dann der Wunsch auf, dieses Wissen an meine Leser weiterzugeben. Zudem ist der Blog auch ein Ansporn, kreativ zu bleiben, sowohl beim Backen als auch beim Fotographieren.

Was ist das Besondere an Ihrem Blog?

Menschen, die mich kennen, sagen mir oft, dass der Blog sehr stark meine eigene Persönlichkeit wiederspiegelt. Meine Rezepte folgen dabei meiner Überzeugung, dass das beste Brot mit viel Zeit und dem entsprechend gerne auch mit einem Vorteig oder Sauerteig gebacken wird. Die Rezepte, die ich veröffentliche, entwerfe ich dabei selbst.

Warum sollte man Ihren Blog lesen?

Weil es hier leckere Brotrezepte gibt 😉

Wer sollte Ihren Blog lesen?

Natürlich jeder – Nein, im Ernst, der Blog ist für alle interessant, die gerne Brot, Brötchen oder Gebäck mit Sauerteig oder Hefe backen. Ob Brotbackanfänger oder Fortgeschrittene, es gibt Rezepte für alle Erfahrungsstufen. Und wenn jemand Rat beim Brotbacken braucht, gebe ich auch gerne Hilfestellungen, so gut es aus der Ferne eben geht.

Was möchten Sie gern mit Ihrem Blog erreichen?

Wenn ich andere dazu anregen kann, ihr Brot selbst zu backen, finde ich das schön.

Was fasziniert Sie am Lebensmittel Brot?

Ich finde es faszinierend, welche Vielfalt man nur mit Mehl, Wasser, Salz und evtl. Hefe erschaffen kann.

Warum sollen die Leute Ihr Brot selber backen, wenn Sie doch einfach zum Bäcker gehen könnten?

Ich mag Formulierungen wie „sollen“ nicht. Ich kann nur für mich selbst sprechen: ich lege Wert auf Herkunft und Geschmack.

Was heißt das genau? Durch das Selberbacken weiß ich, welche Zutaten mein Brot enthält und woher sie kommen. Mein Mehl etwa kaufe ich bei einer lokalen Mühle, die aus regional angebautem Getreide handwerklich hergestelltes Mehl ohne Zusätze mahlt.

Auch kann ich mir die Zeit nehmen, die Teige sehr lange zu führen, gerne mit einem oder mehreren Vorteigen und/oder Sauerteigen. Dadurch entwickeln meine Brote ein sehr vielschichtiges Aroma.

Dann kann ich Brote backen, die ich beim Bäcker so nicht bekomme, Brot aus anderen Regionen Deutschlands oder aus anderen Ländern wie Frankreich, Italien oder Schweden. Und ich kann Brote mit „besonderen“ Zutaten backen, wie etwa ein Federweißer-Brot, dass nur mit der Hefe aus dem Federweißer getrieben wird.

Und zuletzt ist da noch der wichtigste Punkte: Es macht großen Spaß und ist für mich eine gute Art zu entspannen.

Was war die schönste Erfahrung, die Sie mit Ihrem Blog hatten?

Ohne meinen Blog wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, ein Brotbackbuch zu schreiben. Und die vielen positiven Rückmeldungen, die ich zu Buch und Blog erhalten habe, und die netten Kontakte, die ich dadurch geknüpft habe, möchte ich auf keinen Fall missen!

Um was ging es in Ihrem erfolgreichsten Blogbeitrag?

Die meistgelesensten Artikel sind ein Beitrag über das Ansetzen von Sauerteig und ein Brotrezept für Brotbackanfänger.

Wie viele Leser haben Sie im Monat?

Das sind etwa 14.000 – 15.000 aktuell 24.000 bis 28.000 Besucher pro Monat (Unique visitors, mit PiWik ermittelt, Stand März 2016)

Verraten Sie uns bitte Ihr liebstes Brotrezept

Das liebste Rezept ist immer schwierig zu benennen. Für das Brotmagazin habe ich letztenendes das Oberberger Ärpelbrot ausgesucht.

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