11. Mai 2014

Malzsirup

Malzsirup (2)Ich bin ein bisschen verrückt.

Nur um das einmal offiziell festzuhalten.

Und so bin ich am letzten Wochenende auf die Idee gekommen, Malzsirup einmal selbst herzustellen. Immerhin hat der Liebste seit einiger Zeit alle Zutaten, die man für das Bierbrauen braucht im Haus und wir haben auch schon mehrfach erfolgreich Bier gebraut. Bei der Suche nach Schätzen im Vorratsschrank für Susannes Blogevent ist  mir ein Rest geschrotetes Malz vom letzten Bierbrauen in die Finger gefallen, das dringend (!) aufgebraucht werden musste. Also habe ich nicht lange gefackelt und eine Maische angesetzt. Bei den Minimengen, die wir normalerweise brauen (6 Liter pro Brautag), hat es sich bewährt, die Maische im Backofen warmzuhalten. Man trifft dabei zwar nicht ganz exakt das Temperaturoptimum der Enzyme, aber es ist für uns Amateur-Bierbrauer durchaus ausreichend. Nach dem Abläutern (Abfiltern) habe ich die Malzlösung so lange auf dem Herd köcheln lassen, bis ein dicker Sirup entstanden war.

Und der sieht nicht nur aus wie der Malzextrakt, den ich zum Brotbacken verwende, er schmeckt auch so. Ich werde bestimmt nicht anfangen, meinen Malzsirup jetzt immer selbst zu kochen, aber es ist gut zu wissen, dass ich es könnte, wenn ich wollte.

Malzsirup

  • 65g Pilsener Malz
  • 390g Münchener Malz
  • 25g Caramalz Hell
  • 5g Farbmalz
  • 1l Wasser

Wasser auf 50°C erwärmen und das Malz einrühren.

Den Backofen auf 50°C erhitzen und den Topf mit dem Malz 30 min in den Ofen stellen (Eiweiß-Rast)

Nun die Maische auf dem Herd unter Rühren auf 63°C erhitzen und den Topf in den auf 60°C vorgeheizten Ofen stellen. 60 min bei 60°C stehen lassen.

Nun auf dem Herd unter Rühren auf 73°C erhitzen und den Topf in den auf 70°C vorgeheizten Ofen stellen. 60 min die Temperatur halten.

Nun auf dem Herd unter Rühren auf 78°C erhitzen und den Topf in den auf 80°C vorgeheizten Ofen stellen. 20 min die Temperatur halten.

Jodeprobe machen um zu überprüfen, ob die Stärke komplett abgebaut ist.

Durch ein Tuch (Käseleinen) abgießen und die Flüssigkeit (Würze) auffangen.

Die Würze auf dem Herd zum Kochen bringen und unter regelmässigen umrühren so lange köcheln lassen, bis der Sud etwa um die Hälfte einreduziert ist und ein dickflüssiger Sirup entstanden ist.

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9 Gedanken zu Malzsirup

  1. Oana 11. Mai 2014

    Hi Stefanie!
    I don’t think you’re ‚a little bit crazy‘ … You’re just enough ‚into bread things‘.. I think it’s really positive to create so many things only using imagination and desire to make things the right way 😉 applause for you!
    Oana

    Antworten
    1. Stefanie 11. Mai 2014

      @Oana: To be a little bit crazy is not bad – as my colleague put it: „Being crazy means to have more fun“ 😀

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  2. Susanne 11. Mai 2014

    Jetzt hast Du mich auf die Idee gebracht, dass ich ja Biermalz zu meinen Vorräten hinzugesellen könnte. Die Verwendungsmöglichkeiten, auf die ich stoße, werden immer vielfältiger….. 🙂

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    1. Stefanie 11. Mai 2014

      @Susanne: Ja, man kann schon auf Ideen kommen. Und der Treber, der beim Maischen übrigbleibt, ergibt getrocknet und vermahlen ein sehr leckeres, ballaststpffreiches Mehl.

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  3. Marion 11. Mai 2014

    I agree ! 🙂

    Ich bin grade erst über die Notwendigkeit von Malz gestossen bei Deinem letzten Brötchenrezept. Das habe ich in Ermangelung mal ohne Malz angesetzt und heute gebacken. Lecker ( danke ! ) aber jetzt brauch ich Malz ! 🙂

    Beim nähen und basteln ist es doch genauso. Klar kann man Schrägband oder Pappmachee fertig kaufen , aber selbstgemacht ist eben doch was anderes ….

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    1. Stefanie 11. Mai 2014

      @Marion: Da hast du natürlich recht, es ist viel mehr das Eigene, wenn man alles selbst macht. Der nächste Schritt wäre dann noch Getreide keimen zu lassen und selbst zu rösten. Das wäre eine Überlegung wert…
      Kleine Glässer mit Malzsirup bekommst du auch im Bioladen, aber wenn man es häufiger braucht, lohnt es sich, entweder bei einer Mühle oder bei einem Heimbrauerversand eine große Dose zu bestellen.

      Antworten
  4. Ulla 29. Januar 2017

    …. aber der Malzsirup im Bioladen ist doch sehr teuer. Ich habe gerade mal genascht. Lecker!! Könnte ich auch Zuckerrübenkraut nehmen. Hat Ähnlichkeiten 😋
    Liebe Grüße von Ulla

    Antworten
    1. Stefanie 29. Januar 2017

      @Ulla: Grundsätzlich geht das auch – gibt dann halt einen etwas anderen Geschmack. Falls du mal zur Horbacher Mühle kommst, da kostet ein Kilo Aromamalz etwas weniger als 5 Euro. Das ist deutlich preiswerter als der Sirup aus dem Bioladen.

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