Eine liebe Leserin fragte mich, ob man die Apfelrosen, die meist mit gekauften Blätterteig gebacken werden, nicht auch mit Hefeteig funktionieren würden. Ich schlug den Lieblings-Zopfteig vor und begann, im Kopf erste Rezeptideen zu bewegen. Zum Testen kam ich aber nicht direkt. Doch dann kam die Rückmeldung, dass es mit Hefeteig sehr lecker schmecken würde, aber die Form noch nicht wie erhofft wäre. Und da war mein Ehrgeiz endgültig geweckt und am folgenden Wochenende stand ich in der Küche.
Letztlich war die Lösung für das Problem mit der Rosen-Form ein ganz einfaches: Der Teig muss wirklich dünn ausgerollt werden. Damit es dann aber nicht zu trocken wird, habe ich etwas helle Marmelade und eine dünne Marzipanschicht zusätzlich in die Rosen eingearbeitet. So werden sie supersafig und bekommen ein Aroma, dass mich ganz stark an Bratäpfel erinnert. Die hübschen Rosen gab es hier bestimmt nicht zum letzten Mal!
Hefeteig-Apfelrosen
ergibt 10 Apfelrosen 
Teig
- 65g Süßer Starter (aufgefrischt oder aus dem Kühlschrank)
- 210g Mehl Type 550
- 75g Sahne
- 40g Wasser
- 35g Zucker
- 25g Butter
- 25g Eigelb (1 Eigelb Größe L)
- 5g Hefe
- 2g Salz
Füllung
- 2 große Boskop (ca. 500g)
- 500g Apfelsaft
- 150g Quittengelee oder eine andere, helle Marmelade, weichgerührt
- 200g Marzipan
Alle Zutaten für den Teig bis auf Zucker und Butter für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten, dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Den Zucker in kleinen Portionen hinzufügen und weiterkneten, bis aller Zucker aufgenommen. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist. Bei langsamer Geschwindigkeit bis zur vollständigen Glutenentwicklung kneten.
Den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen (oder 1 Stunde bei Raumtemperatur und 1-2 Stunde im Kühlschrank).
In der Zwischenzeit das Kerngehäuse der Äpfel entfernen, die Äpfel vierteln und in feine Scheiben (ca. 3-4 mm) schneiden. Apfelsaft zum Kochen bringen und die Äpfel für 3 min blanchieren. Sie sollten gerade so weich sein, dass sie sich rollen lassen. Vor der Weiterverarbeitung abkühlen lassen.
Eine Muffinform einfetten.
Den Teig zu einer Teigplatte von 40 x35 cm rollen und mit Quitten-Gelee bestreichen. In 4 cm breite Streifen schneiden.
Das Marzipan auf 15x 30 cm ausrollen und in 1,5 cm Breite streifen Schneiden.

Nun die blanchierten Äpfel so auf den Teigstreifen legen, dass sie etwa zu einem Drittel darüber hinaus ragen und sich zu einem Drittel überlappen. Darunter einen Marzipanstreifen plazieren und den Teigstreifen zu einer Rose aufrollen. In die gefettete Muffinform setzen.
90 min gehen lassen, in der Zwischenzeit den Backofen auf 190°C vorheizen.
Die Apfelrosen bei 190°C für 25-30 min backen.

Schönes Wochenende,
Wie kann ich den süßen Starter ersetzen? Biga? Oder andere Alternative?
Vielen Dank und schönes Wochenende
Hannah
@Hannah: Du kannst eine Biga aus 44g Mehl und 22g Wasser und einem Mini-mini-mini-Fitzel Hefe machen. Wenn du einen Weizensauerteig hast, könntest du auch 45g Weizensauer nehmen und mit 20g Mehl auffüllen. Das wird ein wenig sauerer, aber sollte auch passen.
Vielen Dank!!
Hallo Stefanie,
die Apfelrosen sind ja fast zu schade zum Essen, so wunderschön und bestimmt sooo lecker ! Rezept ist ausgedruckt und wird demnächst nachgebacken.
Liebe Grüße
Yvonne
Liebe Stefanie, ich hab heute versucht, den Teig (mit einer Biga) zu machen, und er war sehr weich (wird sich sicher nicht ausrollen lassen). Und nun frag ich mich, wo wohl der Fehler lag: ist er einfach weich und ich hätte noch viel länger kneten sollen (ich hab von Hand geknetet)? Oder ist eher wahrscheinlich, dass ich mich bei einer der Flüssigkeiten schlicht verwogen hab (was durchaus sein kann)?
Ich hab den Teig (ohne den Versuch, Zucker und Butter noch einzukneten) über Nacht gehen lassen, heute mit dem Löffel kleine Portionen abgestochen, in Muffinformen gefüllt, je ein kleines Stückchen Marzipan und Marmelde und dann eine zweite Portion Teig drauf, nochmal warm gehen lassen und mit Dampf gebacken, und es sind traumhaft fluffige, fast wolkige kleine Gebäckstücke geworden. Jetzt frag ich mich also umso mehr, was ich falsch bzw. richtig gemacht hab — das wird sich nicht mehr klären lassen, jedenfalls ist das Zufallsergebnis sehr erfreulich 🙂
@Brigitte: Ohja, das kenne ich auch 😀 Ich würde darauf tippen, das wahrscheinlich beim Abwiegen der Flüssigkeit zuviel im Teig gelandet ist – das ist bei mir zumindest immer der häufigste Fehler.
Für einen gezielten Nachbau würde ich mal die Sahnemenge um 30g erhöhen, damit müsste der Teig in etwa die beschriebene Konsistenz bekommen