Tag-Archiv: Eicheln

1. Oktober 2020

Eichel—Schwarzbrot mit Isländischen Moos

Eichelschwarzbrot mit Isländisch Moos (1)Brot Nummer 3 für Dagnas Erntedankfest der Zukunft ist ein Schwarzbrot. Es ist inspiriert von den Krisen-Broten, in denen Getreide zum Teil mit anderen Pflanzen ersetzt wird. Neben Eicheln und Eichelmehl kommt auch noch Isländisch Moos in den Teig.

Isländische Moos ist – entgegen seinem Namen – kein Moos sondern eine Flechte. Flechten sind eine symbiotische Lebensgemeinsam aus einem oder mehreren Pilzen und Grünalgen oder Cyanobakterien. Es wächst – ebenfalls entgegen seinem Namen – in ganz Europa und ist den meisten als Mittel gegen Halsschmerzen bekannt. In Island und den skandivanischen Ländern ist es aber auch ein traditioneller Brotzusatz, der gerade in Jahren des Mangels half, wertvolles Brotgetreide zu ersetzen.

Der dritte Bestandteil des Brotes ist Waldstaudenroggen. Waldstaudenroggen ist eine Roggensorte, die mehrjährig angebaut wird. Dadurch bildet er ein kräftiges Wurzelwerk aus, dass ihn bei Trockenheit mit mehr Wasser versorgen kann. Da er eine geschlossene Oberfläche bildet, schützt er gleichzeitig den Boden vor dem Austrocknen. Die Ernte fällt zwar nicht so hoch aus wie bei Hochleistungs-Arten, dafür sind die Ernteausfälle deutlich geringer. Es ist ein Korn, dass in Hinblick auf Trockenperioden aufgrund des Klimawandels, viel Potential hat.

Das Schwarzbrot folgt ansonsten meiner Lieblingskombination aus Brühstück und Sauerteig für ein gutes Schwarzbrot. Bei der Süße bin ich von der üblichen Wahl Rübensirup abgewichen und habe stattdessen Honig verwendet. Der Geschmack ist durch die Eicheln und dem Isländisch Moos etwas ungewöhnlich, hat aber sowohl den Teilnehmern des Erntedank-Dinner als auch der Familie gut geschmeckt. Da das Isländisch Moos auch viele Schleimstoffe mit sich bringt, sorgt es hier auch noch für eine besonders gute Frischhaltung.

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22. September 2020

Eichelmehl („Unser tägliches Brot“)

Eichelmehl (3)Das nächste Rezept für “Unser tägliches Brot – Ein Erntedankfest der Zukunft” ist eigentlich erstmal ein Rezept für eine Zutat: Eichelmehl. Aber da es zeitaufwendig ist, Eichelmehl herzustellen, fangen wir besser heute schon damit an.

In vielen Köpfen – bis zu meiner Recherche auch in meinem – sind Eicheln als giftig oder wenigstens ungenießbar abgespeichert. Das liegt daran, dass ohne eine entsprechende Behandlung der Gebsäure-Gehalt in Eicheln so hoch sind, dass sie einfach nur bitter schmecken. Doch Bitterstoffe kann man gut entfernen. Jeder, der schon einmal schwarze Walnüsse eingelegt hat kennt das Prozedere: Wässern, wässern, wässern. Das braucht Geduld, doch die Mühe lohnt sich. Allerdings bin ich mit den angebenen 24 Stunden für das Wässern nicht ausgekommen, ich habe die Zeit auf 60 Stunden erhöht. Am besten probiert man zwischendurch die Eicheln einfach mal – die Empfindlichkeit für Bitter ist ja individuell unterschiedlich.

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