1. Juli 2017

Vollkornzopf

Vollkorn-SonntagszopfUnd auch das nächste Rezept ist so ein Fall, bei dem die Idee eine lange Zeit in meinem Kopf hin und her bewegt wurde, bis sie irgendwann soweit war, dass ich sie aufs Papier bannen konnte. Und wenn es dann soweit ist, dann kribbelt es mir auch ganz stark in den Fingern und ich habe das Gefühl “jetzt sofort” backen zu müssen. Aber manchmal gibt es äußere Umstände, die verhindern, dass man einen guten Plan in die Tat umsetzt. In diesem Fall war ich erst mit dem Backkurs beschäftigt und am folgenden Wochenende zum Brotbacken im Holzofen in unserem Museum. Und da ich im Holzofen ja mehr als nur ein Brot backe, war danach der Gefrierschrank eigentlich voll. Eigentlich…

…aber uneigentlich findet man doch immer eine Möglichkeit!

Das Rezept, dass mir so gewaltig in den Fingern kribbelte, ist ein Rezept für einen Vollkorn-Zopf. Zöpfe in allen Spielarten liebe ich ja sehr, und schon seit über einen Jahr bewege ich die Idee an eine Vollkornvariante im Kopf. Voraussetzung für einen guten Zopf ist natürlich wie bei jedem Zopf aus Weißmehl auch hier eine feinporige, locker Krume, die sich in lange Fasern zerteilen lassen lässt. Da die Kleiebestandteile dem aber entgegenwirken, habe ich neben einen Vorteig aus einem Drittel der Gesamtmehlmenge auch noch einen weiteren Teil des Mehl in einer warmen Milch-Sahnemischung vorquellen lassen. So ließ sich der Teig gut bis zur vollständigen Glutenentwicklung auskneten und hat dabei erstaunliche Mengen an Flüssigkeit aufgenommen. 28% mehr als mein Lieblingszopfteig, um genau zu sein. Da ich mir noch unsicher bin, ob die hohe Wasserbindung an meiner momentanen Vollkornmehl-Charge liegt, sollte man die Milch bei der Teigbereitung nur nach Bedarf zugeben.

Der Zopf ist – gerade dafür, dass er vollständig mit Vollkornmehl gebacken wurde – wirklich wunderbar flauschig geworden. Die Krume lässt sich in lange Fasern zerteilen, wie es sich für einen guten Zopf gehört. Der Geschmack ist buttrig und süß, aber auch ein wenig nussig-herb aufgrund des Vollkorns. Es ist ganz bestimmt ein Gebäck, dass eher für die Vollkornliebhaber geschaffen ist.

Vollkornzopf

ergibt 2 Zöpfe

Vollkorn-Biga Vollkornzopf

  • 330 g Vollkornweizenmehl
  • 200g Wasser
  • 1g Hefe

Autolyse

  • 370 g Vollkornweizenmehl
  • 100g Vollkorndinkelmehl
  • 80g Milch (60°C)
  • 300g Sahne(60°C)

Teig

  • Vollkorn-Starter
  • Autolyse
  • 200 g Vollkornweizenmehl
  • 40g Eigelb (von 2 Eiern Größe L)
  • 55g Ei (1 Ei Größe L)
  • 15g Salz
  • 19g Hefe
  • 100g Milch (nach Bedarf hinzugeben)
  • 150g Zucker
  • 150g Butter

Glasur

  • 1 Ei, verquirlt
  • Hagelzucker nach Belieben

Die Zutaten für die Biga miteinander verkneten und für mindestens 16 Stunden im Kühlschrank reifen lassen.

Die Zutaten für die Autolyse mischen und 30-60 min ruhen lassen.

Für den Teig alle Zutaten bis auf Milch Zucker und Butter für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten.  dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Ist der Teig sehr fest, die Milch in kleinen Portionen hinzufügen bist ein elastischer, nicht klebriger Teig entstanden ist. Nun den Zucker in kleinen Portionen hinzufügen und weiterkneten, bis aller Zucker aufgenommen. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist. Bei langsamer Geschwindigkeit bis zur vollständigen Glutenentwicklung kneten.

Den Teig 1 Stunde bei Raumtemperatur und 1-2 Stunde im Kühlschrank gehen lassen.

Den Teig halbieren und aus jeder Hälfte sechs gleichschwere Teigstränge rollen (30cm lang) und zu einem Zopf flechten. Mit verquirlten Ei bestreichen.

90 min gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Zöpfe erneut mit Ei bestreichen, mit  Hagelzucker bestreuen und ca. 45 min bei 180°C mit Dampf backen.

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2 Gedanken zu Vollkornzopf

    1. Stefanie 1. Juli 2017

      @Jean-Michael: Öhm, ja, da hat sich in den Text ein „über Nacht“ eingeschmuggelt, dass da nicht hinein gehört. Danke! Ansonsten stimmen die Zeitangaben, die Zeit im Kühlschrank dient dazu, die Butter zu verfestigen, so dass der Teig sich leichter formen lässt.

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