Lange Jahre wurde Miso in meiner Küche sträflich vernachlässigt. Doch dann zog erst die Veggie-Jus in mein Repertoire ein und ich verstand langsam, wieviel Möglichkeiten in dieser Würzpaste stecken. Heute ist das Miso nicht mehr aus meiner Küche wegzudenken. Es bereichert quasi alle vegetarischen und veganen Rezepte, da es unaufdringlich den Gerichten eine geschmackliche Tiefe verleiht.
Miso kommt ursprünglich aus Japan und besteht traditionell aus Sojabohnen, Koji und Salz. Der Koji-Pilz wird auf Reis, Gerste oder auch Soja gezogen. Durch die Verdauungsenzyme, die der Pilz abgibt, werden Stärke und Proteine abgebaut. Die dadurch freigesetzen Zuckermoleküle und Aminosäuren reagieren während der langen Lagerzeit miteinander (Maillard-Reaktion), wodurch gereiftes Miso eine immer dunklere Farbe bekommt. Durch den Abbau der Proteine entsteht zudem das prominente Umami-Aroma. Gleichzeitig siedeln sich verschiedene Milchsäurebakterien an, unterstützen so die Fermentation und produzieren weitere Geschmackskomponente. Weiterlesen
Bei uns in der Küche gärt und fermentiert eigentlich immer irgendetwas. Darum ist es eigentlich erstaunlich, dass es so lange gedauert hat, bis ich in die Welt von Miso, Sojasauce und Sake abgetaucht bin. Und irgendwann stolperte ich dabei über den Begriff Sakadane und war plötzlich wieder bei meinem Lieblingsthema Brot. Aus etwas Biologen-Neugier und Spaß an Experimenten wurde große Faszination für etwas, das in Japan als der “nationale Pilz” bezeichnet wird. Die große Gemeinsamkeit bei all diesen unterschiedlichen Produkten ist eine sehr wichtige Zutat: Koji. Böse Zungen bezeichnen Koji als “verschimmelten Reis”, doch das ist so ähnlich, wie wenn man einen herrlichen Roquefort als “schimmeligen Käse” bezeichnen würde. Im Kern nicht ganz falsch und doch meilenweit daneben. Genau wie bei der Käseherstellung Edelschimmel verwendet werden, um Aroma und Konsistenz zu beeinflussen, kommen auch bei der Herstellung von Koji Edelschimmel zum Einsatz. Der Begriff Koji meint dabei sowohl den Pilz an sich als auch Getreide bzw. Hülsenfrüchte, die mit dem Pilz bewachsen sind. Damit es hier halbwegs übersichtlich bleibt, werde ich darum immer, wenn vom Pilz die Rede ist, den Begriff Koji-Pilz verwenden.
An mir gehen Trends ja durchaus schon einmal vorbei. Die Pinsa Romana ist genau so eine Geschichte. Bis vor kurzen kannte ich nicht einmal den Namen. Aber ein Fertigprodukt im Supermarkt weckt die Neugierde und schon war ich im Netz unterwegs und recherchierte Rezepte und die Geschichte der Pinsa.
Ich bin immer noch auf der Suche nach der perfekten Krume bei meinen Brötchen. Luftig soll sie sein, und flaumig weich, aber die Kruste muss beim Hineinbeißen natürlich krachig-knusprig klingen. Bei 