13. März 2013

Goldknödel

GoldknödelManchmal ist es seltsam, wie Lieblingskuchen es schaffen, jahrelang nicht verbloggt zu werden. Dabei wird er immer wieder gebacken, auch wenn er manchmal von neuen Rezepten kurzfristig verdrängt wird. Als ich meine Eltern fragte, auf welchen Sonntagskuchen sie Appetit hätten, meinte mein Vater: “Auf einen einfachen!” Und meine Mutter meinte: “Goldknödel hatten wir lange nicht mehr!”

Der Goldknödel ist ein Gugelhupf, und das beste Beispiel, dass einfach nicht gleichbedeutend mit langweilig ist. Er besteht aus einem schlichten Hefeteig, aus dem kleine Buchteln geformt werden. Diese werden in geschmolzener Butter gewendet und dann in einer Nuss-Zucker-Mischung gewälzt. Schließlich werden sie in die Gugelhupfform gelegt. Nach dem Backen können die Buchteln dann aus dem Kranz herausgebrochen werden. Es ist immer eine Freude, das verblüffte Gesicht von Kaffeegästen zu sehen, wenn man vor ihren Augen einen Knödel aus dem Gugelhupf pflügt.

Das Rezept ist ein Familienrezept, das, wie auch das Greta-Garbor-Schnitten-Rezept, seinen Ursprung in Siebenbürgen hat. Ich habe es zu meiner Überraschung aber auch in einer etwas abgeänderten Form in “Das Kaffeehaus” entdecken können, beschrieben als ungarisches Gebäck. Auch etliche anderen Rezepte in diesem Backbuch kenne ich aus den handgeschriebenen Küchenkladden meiner Familie. Da sieht man wieder den Einfluss, den die ungarische Küche auf die siebenbürgischen Rezepte hatte.

Unser Familienrezept habe ich nur kaum verändert. Der Teig enthält allerdings weniger Hefe als das Orginal. Der Kuchen ist locker-leicht und fluffig, mit einer dezenten Süße und dem Aroma von Karamell und Nüssen. Ein Lieblingskuchen!

Goldknödel

Teig

  • 500g Mehl Type 550
  • 250g Milch
  • 1 Eier Größe L
  • 1 Eigelb
  • 100g Butter
  • 5g Salz
  • 50g Zucker
  • 10g Hefe

Zum Wälzen

  • 80g  Haselnuss oder Walnuss, gerieben
  • 50g Zucker
  • 75g Butter, geschmolzen

Die Hefe in der Milch auflösen und mit den Eiern, dem Salz, und dem Mehl für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten.

Dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Da Zucker die Glutenentwicklung sehr stört, wird er erst jetzt in kleinen Portionen zum Teig hinzugegeben. Den Zucker El – weise zum Teig hinzufügen. Zwischen den Zugaben jeweils 1 min kneten. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist.

Den Teig 1 Stunde gehen lassen.

Geriebene Nüsse mit Zucker mischen. Die Gugelhupfform ausfetten. Den Teig in Stücke von 40g teilen und zu Kugeln formen. In der geschmolzenen Butter wenden, dann in der Nuss-Zucker-Mischung wälzen und in die Gugelhupfform legen.

1,5 Stunden gehen lassen. Den Backofen auf 175°C vorheizen.

Eine Stunde bei 175°C mit Dampf backen backen.

Dies ist mein Beitrag zu Susans wöchentlichen Yeastspotting!

Print Friendly, PDF & Email

22 Gedanken zu Goldknödel

  1. Manu 14. März 2013

    Den kenne ich als Bobbelkuchen und ich habe ihn noch vor gar nicht langer Zeit gebacken. Wirklich lecker.

    LG

    Antworten
  2. Stephan 16. März 2013

    Tolles Rezept, gestern sofort nachgebacken, allerdings habe ich nur rund 40 Minuten im Ofen benötigt…es riecht wirklich richtig lecker.

    Insgesamt ein toller Blog mit Super Rezepten! Vielen dank!

    Antworten
  3. Birgit 27. März 2013

    Was für ein tolles Rezept. Lockt mich gleich aus meiner Hefangstreserve. Gestehe hier öffentlich, dass ich mich noch nie an Hefeteig gewagt habe. Doch jetzt will ich es versuchen. Genau mit diesem Rezept! Doch eine Frage hätte ich: Was heißt das „mit Dampf backen“? Habe nur einen ganz normalen Ofen. Da tut sich nichts mit Dampf. Vielen Dank für die Antwort!

    Antworten
    1. Stefanie 27. März 2013

      @Birgit: Das wird bestimmt etwas werden 🙂 Dampf kann man im Ofen erzeugen, indem man, nachdem man den Kuchen oder Brot in den Ofen geschoben hat, mit einer Blumenspritze gegen die Wände sprüht. Oder man stellt eine ofenfeste Schale mit kochenden Wasser auf den Boden des Ofens (nicht ganz so effektiv). Durch den Dampf kann das Gebäck besser aufgehen, da sich die Kruste langsamer bildet.

      Antworten
      1. Birgit 7. April 2013

        Vielen Dank fürs Mut-Zusprechen. Ich habe es jetzt gewagt. Die Goldknöpfe sind ein Gedicht! Zum Niederknieen. Vermutlich werde ich jetzt dann fürchterliches Bauchzwicken bekommen, denn ich habe fast den halben Kuchen lauwarm in mich hineingestopft. Weiß gar nicht, warum ich sooo alt werden musste, bevor mir Deine Rezepte und Deine Ratschläge den Weg zu Hefe ebneten. Vielen Dank!!!! Ach, und den saftigen russischen Zopf habe ich auch gleich gemacht. Das mit dem Apfel in der Füllung ist einfach nur köstlich.

        Antworten
        1. Stefanie 7. April 2013

          @Birgit: Es freut mich sehr, dass es bei dir so gut geklappt hat! 😀 Warmer Hefekuchen ist einfach das Beste!

          Antworten
  4. Rebecca 14. Mai 2013

    Hallo Stefanie,
    ich habe mir überlegt ob ich dem Teig noch einen Milk roux und entweder etwas Lievito madre oder einen Pâte fermentée zufügen soll. Was denkst du, würde das Sinn machen?

    Antworten
    1. Stefanie 19. Mai 2013

      @Rebecca: Das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Ich habe den Goldknödel auch schon mit Pâte Fermentée gebacken, und er wurde sehr lecker aromatisch.

      Antworten
  5. Pingback: Nuss-Nougat-Quark-Kuchen | Hefe und mehr

  6. Kirstenbritta 19. März 2015

    Hallo! Kann ich diese vorteigfreie Variante auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen? Wenn ja, würdest du die einstündige Gehzeit dann wegfallen lassen und die Hefe reduzieren?
    LG von Kirstenbritta

    Antworten
    1. Stefanie 19. März 2015

      @Kirstenbritta: Ich würde die vorteigfreie Variante in etwas abgeänderter Form backen, da die hohe Buttermenge bei einer kalten Gare das Aufgehen des Teiges behindert, denn die Butter wird im Kühlschrank fest.
      Daher würde ich die Milch durch Sahne ersetzen und nur 50g Butter in den Teig geben. Die Hefemenge kann auf 5g reduziert werden und die einstündige Gehzeit fällt weg. Der Goldknödel kann dann direkt aus dem Kühlschrank in den Ofen.

      Antworten
      1. Florian 17. Mai 2016

        Sprich: Teig kneten, Kugeln formen, überziehen und in die Form geben. So dann über Nacht in den Kühlschrank und von dort direkt in den Ofen. Oder hab ich was falsch verstanden?

        Antworten
        1. Stefanie 17. Mai 2016

          @Florian: Zwischen Teig kneten und Kugeln formen kommt noch die einstündige Teigruhe, aber ansonsten hast du es genau richtig verstanden 😀

          Antworten
          1. Florian 17. Mai 2016

            Danke! Das wird nächste Woche ausprobiert… 🙂

  7. Ellie 15. Juli 2016

    Hallo!
    Ein sehr leckerer Kuchen!
    Ich habe nur 5g Hefe verwendet und den Teig in der Gugelhupfform über Nacht für 8 Stunden in den Keller gestellt, bevor ich ihn morgens abgebacken habe.
    Klappte super!
    Liebe Grüße
    Ellie

    Antworten
    1. Stefanie 16. Juli 2016

      @Ellie: Freut mich, dass er euch schmeckt! Die Variante mit wenig Hefe und Keller (15°C? oder kühler?) ist eine klasse Idee!

      Antworten
      1. Ellie 20. Juli 2016

        Der Keller wird 15 Grad gehabt haben und nicht viel kühler. Ich hatte etwas Angst, dass der Teig übergehen würde. Aber ich hatte Glück: alles klappte gut. Viel länger oder wärmer hätte der Teig aber nicht gehen dürfen.
        Mein süßer Starter hatte den letzten Urlaub nicht überlebt – jetzt scheue ich ein bisschen vor der vielen Arbeit zurück, mir einen neuen anzusetzen. Sonst hätte ich auch gerne mal deine zweite Variante vom Goldknödel ausprobiert.
        LG
        Ellie

        Antworten
        1. Stefanie 20. Juli 2016

          @Ellie: Falls du doch nochmal einen Süßen Starter ansetzt, mach am Besten direkt eine Trockensicherung. Die hält locker ein Jahr und man kann den Sauerteigverlust nach dem Urlaub viel besser verkraften, wenn man die Sicherung nur ein bisschen hochpäppeln muss 🙂

          Antworten
  8. Susanne 23. September 2017

    Heute gab es endlich mal den Gomdknödel, das Rezept hat ich schon lange angelacht!
    Allerdings ist nein Kuchen nach der Backzeit, als ich ihn aus der Form gestürzt habe, komplett in alle kleinen Goldknödel auseinandergefallen. Der Trümmerhaufen sah hetzt nicht sooo schön aus, der Geschmack war dennoch grandios.
    Ob ich die Goldknödel zu üppig in der nuss-zucker Mischung gewälzt habe? Die hat bei mir nämlich nicht gereicht, die müsste ich nachmachen.
    Ich werde es wieder versuchen, weil er wirklich sehr lecker ist.
    Liebe Grüße
    Susanne

    Antworten
    1. Stefanie 23. September 2017

      @Susanne: Ja, das klingt nach zu üppigen Wälzen. Ist mir auch schon passiert – machnmal ist weniger doch mehr 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.