29. Februar 2020

Schokowirbel

Schokowirbel (2)

Manchmal muss man im Rezeptarchiv stöbern, um alte, noch unveröffentlichte Schätzchen zu finden. So auch dieses: Im Winter 2018 hatte die kalte Witterung bei meinem Glas Schokoaufstrich Spuren hinterlassen. Scheinbar war es beim Transport zum Supermarkt zu kalt geworden und es haben sich kleine Fettperlchen gebildet. Leider war mir das beim Einkaufen nicht  aufgefallen, sondern erst beim ersten Brot, dass ich damit bestrich. Der Hersteller schrieb mir auf meine Nachfrage, die Fettkügelchen wären gesundheitlich unbedenktlich und könnten mitgegessen werden. Nun hatte ich mir DAS durchaus selber denken können, auf meinem Brot mochte ich die Perlchen aber trotzdem nicht haben – eine Frage des Mundgefühls.

Und darum wanderte ein Teil des Glases als Füllung in kleine Hefeteilchen, denn beim Backen schmelzen die Fettkügelchen und verschwinden spurlos. Der Teig ist der gleiche wie bei den Heißewecken, denn Zimt und Kardamom passt in Kombination mit Schokolade nur allzugut. Kurz und heiß gebacken wird man mit ausgesprochen saftig-schokoladigen Köstlichkeit belohnt. Damit war ich bereits mit dem verunglückten Schokoladenaufstrich versöhnt – das Entschuldigungspaket vom Hersteller, dass mich einige Tage später erreichte, hat mir aber trotzdem die folgende Woche versüßt.

SchokowirbeSchokowirbel (1)l

ergibt 10 Wirbel

Pâte Fermentée

  • 100g Mehl Type 550
  • 70g Wasser
  • 1g Salz
  • 1g Hefe

Teig

  • Pâte Fermentée
  • 400g  Mehl Type 550
  • 230g Milch
  • 50g Ei
  • 10g Hefe
  • 5g Salz
  • 60g Zucker
  • 75g Butter
  • 3g Kardamom
  • 3g Zimt

Füllung

  • 150-200g  Schokoladenaufstrich

Für den Pâte Fermentée alle Zutaten miteinander verkneten und im Kühlschrank 16-24 Stunden gehen lassen.

Mehl, Milch, Ei, Hefe, Salz und Pâte Fermentée für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten, dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Den Zucker und die Gewürze in kleinen Portionen hinzufügen und weiterkneten, bis aller Zucker aufgenommen. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist. Bei langsamer Geschwindigkeit bis zur vollständigen Glutenentwicklung kneten.

Den Teig 90 min bei Raumtemperatur gehen lassen.

Den Teig in jeweils 45g schwere Stücke teilen und zu runden Brötchen schleifen.  10 min entspannen lassen und dann zu Ovalen von 20 cm rollen. Ein Oval mit Nutella bestreichen und mit einem zweiten belegen. Das Teigoval sechs bis siebenmal einschneiden und quer aufrollen und zu einer Schnecke formen.

Schokowirbel

Auf ein Backblech setzen und 90 min gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Ofen auf 230°C vorheizen.

Die Wecken mit verquirltem Ei abstreichen und für ca. 15 min bei 230°C mit Dampf backen.

12 Gedanken zu Schokowirbel

  1. Isa 1. März 2020

    Hi Steffi, die Dinger sehen ja sehr schön aus! Ich habe in einem asiatischen Kochvideo mal was ganz Ähnliches gesehen, da waren die Wirbel aber mit einer pinken Fruchtpaste gefüllt. Hast du eine Ahnung, wie man sowas herstellt? Ich vertrage nämlich keine Schokolade 🙁
    Viele liebe Grüße,
    Isa

    Antworten
    1. Stefanie 1. März 2020

      @Isa: Das ist eine gute Frage. Eine reine Fruchtfüllung habe ich leider nicht zur Hand. Grundsätzlich würde ich es mit einer Creme ähnlich wie bei den Rosinenschnecken versuchen – und vielleicht die Milch durch Himbeerpüree ersetzen. Ansonsten geht aber bestimmt auch eine Nuss- oder Zimtfüllung.

      Antworten
    2. Daniel 26. März 2020

      Hi Isa
      Wahrscheinlich zu spät, aber wenn es asiatisch, pink und in einem süssen Gebäck war dann ist es höchstwahrscheinlich Rote Bohnenpaste (https://en.wikipedia.org/wiki/Red_bean_paste) – zumindest gibt es in Südostasien eine Vielzahl von Gebäck und Desserts damit. Und ja, das schmeckt wirklich, mir zumindest 😉
      Beste Grüsse
      Daniel

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  2. Annett 6. März 2020

    Heute gebacken und die Hälfte ist schon aufgegessen 😋.Meine Testesser fanden die Schokowirbel durchweg sehr lecker.

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  3. Karin Kelm 7. März 2020

    Moin Stefanie,

    Ich dachte erst, ich hätte Zimt und Kardamom vergessen. Das habe ich dann in die Nutella gegeben. Beim 2. mal durchlesen habe ich dann festgestellt, das die Gewürze abhanden gekommen sind. Nun meine Frage: gehören sie in den Teig, oder in die Schokocreme????

    Liebe Grüße
    Ps der Dörfliteig ist im Kühlschrank

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    1. Stefanie 8. März 2020

      @Karin: Ich knete die Gewürze mit dem Zucker zusammen in den Teig, sie tauchten bisher aber wirklich nur in der Zutatenliste auf. Ich habe die Anleitung entsprechend ergänzt, danke! Und ich bin gespannt, ob die Dörfli dir gefallen!

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  4. Rene 13. März 2020

    Hallo Stefanie,
    es ist schon erstaunlich was in deinem Rezeptarchiv so für Schätze schlummern. 🙂
    Danke für das tolle Rezept!
    Hab sie gestern gebacken und die waren absolut Klasse!
    War mit Sicherheit nicht das letzten mal das ich die Teilchen gebacken habe!

    Liebe Grüße
    Rene

    Antworten
    1. Stefanie 13. März 2020

      @Rene: Ja, ich bin auch froh, dass ich das Rezept wiedergefunden habe. Und ich freue mich, dass sie dir geschmeckt haben!

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  5. Hans W. 17. März 2020

    Hallo Stefanie,
    gestern habe ich mich an die Schokowirbel herangewagt, und muss sagen dass es sich wirklich gelohnt hat. Sehr lecker. Unsere Tochter ist zur Zeit ziemlich down wegen der Corona-Krise, die Schokowirbel haben sie vorübergehend wieder glücklich gemacht.
    Ein bisschen Probleme hatte ich beim Ausrollen der Ovale weil sie sich immer wieder zusammen zogen. Es zeigte sich empfehlenswert gleich mehre zu bearbeiten. Ausrollen, zur Seite legen, nächstes ausrollen, usw., und wenn alle durch sind von vorne anfangen. Da hatten sie Zeit zu entspannen, und so klappte es dann auch.
    Zum Schluss war ich schon ziemlich perfekt darin, und das ist auch gut so, weil sie bestimmt öfter gefordert werden.

    Ich werde übrigens zur Zeit öfter nach Tipps zum Backen gefragt. Viele Leute haben ja reichlich Mehl gehamstert und überlegen nun wie sie daraus etwas machen können. Ich sage dann immer: Schaut bei Stefanie Herberth, hefe-und-mehr.de!

    Antworten
    1. Stefanie 18. März 2020

      @Hans: Wenn der Teig zurückschnurrt, ist kurzes entspannen lassen genau der richtige Ansatz, das hast du perfekt gelöst 🙂 Und wenn ich mir die leeren Mehl und Hefe-Regale im Supermarkt ansehe (sogar Getreidekörner waren am Wochenende aus), bin ich 1. froh, dass ich noch meine Sauerteige habe und warte 2. auf steigende Zugriffszahlen. Dass du Werbung für den Blog machst, ist auf jeden Fall sehr lieb! Und vielleicht hat das ganze zumindest ein gutes und wir stecken ganz viele Menschen mit dem Brotback-Virus an 😉

      Antworten

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