7. April 2017

Das Urige

Das Urige (1)Mit der Inspiration ist es doch eine komische Sache: da gibt es Phasen, in denen man kaum Ideen hat. Und dann gibt es Phasen, in denen ist der Kopf so voller Ideen, das man kaum weiß, welches Brot man zuerst backen soll. Im Moment ist eine solche Phase übersprudelner Rezeptideen. Die verschiedensten Rezepte liegen bereits vorskizziert im Wartebereich und wollen getestet werden. Und dann kommen noch von außen weitere Ideen hinzu. Und manche dieser Rezeptideen sprechen mich so an, dass sie die Rezepte in der Warteschlange rechts überholen und direkt gebacken werden müssen.

Die Beschreibung des Urigs-Brot war so ein Fall. Es ist ein saftiges, feinporiges Brot mit sanfter Säurenote, das im Kasten mit Schluss nach oben gebacken wird, was dem Brot sein rustikales Aussehen gibt. Mir gefiel es direkt gut, und mein Ergeiz war geweckt. Allerdings musste ich einige Änderungen vornehmen, denn die Zutatenliste las sich nicht ganz so toll. Und da ich ja lieber regional angebautes Getreide und Mehl verwende anstatt es aus allen Ecken der Welt zu importieren, musste auch ein Ersatz für das Ruchmehl her. Mein Rezeptentwurf ist darum mit Mehl Type 1050, zwei verschiedenen Sauerteigen und etwas Flohsamenschale für zusätzliche Saftigkeit.

Und vom fertigen Brot bin ich begeistert, denn es ist genau die Art von Brot, das wir hier alle lieben. Die Kruste ist knusprig, die Krume feinporig und das Aroma vielschichtig mit nur leichtem Säureanklang. Dadurch, dass im Kasten immer zwei kleine Brote zusammengebacken werden, bietet es sich geradezu an, es im Familien- oder Freundeskreis zu verschenken und die Freude zu teilen. Ein Brot für alle 🙂

Das Urige

ergibt 3 Kastenbrote

WeizensauerteigDas urige (5)

  • 150g Mehl Type 1050
  • 150g Wassser
  • 15g Sauerteig (nach der Hefeführung)

Roggensauerteig

  • 100g Wasser
  • 100g Roggenmehl Type 1150
  • 5g Sauerteig

Teig

  • Roggensauerteig
  • Weizensauerteig
  • 750g Mehl Type 1050
  • 470g Wasser
  • 5g Roggenröstmalz
  • 8g Flohsamenschale
  • 20g Butter
  • 20g Salz
  • 10g Hefe

Am Vorabend (ca. 22-23 Uhr) für die beiden Sauerteige jeweils die Zutaten miteinander verrühren. Bei 24°C etwa 16 Stunden gehen lassen.

Am frühen Nachmittag des nächsten Tages alle Zutaten für den Teig erst 5 min auf kleiner Stufe kneten, dann bei hoher Geschwindigkeit bis zur vollen Glutenentwicklung kneten (ca. 8 –10 min).

Den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen  lassen (ca. 16 Stunden).

Den Teig in sechs Portionen von je 300g teilen. 10 min entspannen lassen und zu runden Broten formen. Immer zwei Teigkugeln mit der Saumseite nach oben in gefettete Kastenformen (750g) geben.

Die Brote 1,5 Stundeb bis zur knappen Gare gehen lassen.

In den Ofen einschießen und kräftig schwaden. Nach 10 min den Dampf ablassen und die Temperatur auf 220°C zurückdrehen. Bei fallender Temperatur weitere 45 min kräftig ausbacken.

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13 Gedanken zu Das Urige

  1. Sabine 7. April 2017

    Hallo Stefanie,
    meinst du es geht , die Mehle in den Sauerteigen gegen Vollkorn auszutauschen? Das Rezept hört sich super an, und auch das es kleine Brote werde. Gut für einen Zweipersonenhaushalt oder zum Verschenken.
    Und so hätte das Vollkornmehl Zeit zum Quellen.

    lG Sabine

    Antworten
    1. Stefanie 7. April 2017

      @Sabine: Du kannst das Mehl im Sauerteig gegen Vollkornmehl austauschen, der Sauerteig wird dann aber etwas sauerer werden.

      Antworten
      1. Sabine 7. April 2017

        Danke für die schnelle Antwort.
        Dann werde ich aber keine Übernachtgare machen, so wird die Säure nicht noch stärker.
        Lg Sabine

        Antworten
  2. Regula 8. April 2017

    Danke Stefanie, schade dass ich das Rezept nicht schon gestern gesehen habe.
    Dann frische ich gleich mal meinen Sauerteigstarter auf, nur keine Zeit verlieren 🙂 Leider hab ich nur einen Roggensauer, aber ich wage es trotzdem. Und das 1050 kann ich 1:1 durch Ruchmehl ersetzen, oder?

    Antworten
    1. Stefanie 9. April 2017

      @Regula: Genau, tausch das 1050 einfach gegen Ruchmehl aus. Falls der Teig beim Kneten zu fest sein sollte, kannst du dann noch etwas Wasser dazugeben. Und mit dem Roggensauer kann man auch einen Weizensauer ansetzen, das ist kein Problem (ich setze den Roggensauer mit einem Weizensauer an 🙂 )

      Antworten
  3. Regula 10. April 2017

    musste es nun doch noch ein Moment aufschieben, da ich es mit den zwei 16-stünder nicht unter der Woche hinkrieg und mir das Roggenröstmalz fehlt. Werde mich melden…

    Antworten
  4. Stefanie harding 25. April 2017

    Hallo Stefanie,
    Kann man den Hauptteig auch 12 oder 20 std gehen lassen ? In der Woche wird es sonst nix ??
    Steffi

    Antworten
    1. Stefanie 25. April 2017

      @Stefanie: Bei 12 Stunden ist es gar kein Problem, die 20 Stunden könnten kritisch werden, dann würde ich die Hefemenge auf 7g reduzieren.

      Antworten
  5. Stefanie harding 25. April 2017

    Hallo, nochmal ich gab es Alternative zu Roggenröstmalz carokaffe nochmal in der Pfanne trocken rösten ??
    Ish würde das Rezept gerne ausprobieren aber ich will auch nicht soviel Extras kaufen und hinterher brauche ich es doch nicht.
    Steffi

    Antworten
    1. Stefanie 25. April 2017

      @Stefanie: Caro würde ich nicht nehmen, der enthält neben Malz auch Zicchorienwurzel. Aber wenn du einen reinen Malzkaffee hast, würde ich mir das Rösten sparen und das Malz einfach so verwenden. Bei Malzkaffee bin ich mir nämlich nicht sicher, ob man den Nachgeröstet bekommt, ohne ihn zu verbrennen!
      Der Malzgeschmack wird dann halt milder sein.

      Antworten
  6. Nicole 24. Mai 2017

    Hallo Stefanie,
    ich sehe auf deinem ersten Bild das du die Brote in verzinkten Stahlblech Formen gebacken hast ? So eine Form habe ich mir kürzlich gekauft und ich frage mich ob diese Form irgendwie vorbehandelt werden muss ? Meinen Toastbrotkasten benutze ich ganz normal, nur geölt. Da kommt allerdings kein Teig mit Sauerteig rein.
    glG
    Nicole

    Antworten
    1. Stefanie 25. Mai 2017

      @Nicole: Genau, das sind Formen aus aluminiertem Stahlblech.Ich habe sie vor dem ersten Gebrauch gut gespült und dann vor dem Befüllen kräftig gebuttert, mehr nicht. Bei einer Gare bei Raumtemperatur geht das auch mit Sauerteig, allerdings würde ich keine Sauerteigbrote über Nacht in ihr gehen lassen, da dann die Säure zu viel Zeit hätte, Aluminumionen zu bilden 🙂

      Antworten

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