24. Juli 2017

Feierabend-Brot

Feierabendbrot (3)Manchmal gibt es auch in einem Brot-affinen Haushalt Engpässe. So geschehen kurz vor einigen Wochen: Der Gefrierschrank musste abgetaut werden und so hatten wir uns fleißig durch die Vorräte gegessen. So fleißig, dass sich Mitte der Woche ein spontaner Brotengpass einstellte, als ich spät abends schnell noch Brot für den nächsten Morgen rauslegen wollte. Zum Glück gab es noch zwei einsame Brötchen, mit denen ich das Frühstück retten konnte. Und bevor es ins Bett ging, hatte ich noch schnell die Mehlvorräte durchforstet und mit einem Rest Sauerteig und süßem Starter aus dem Kühlschrank einen Brotteig geknetet. Im Kühlschrank konnte der Teig dann langsam gehen, bis ich wieder Zeit für ihn hatte.

Am nächsten Tag wurde nach getaner Arbeit das Brot rasch geformt und durfte in der warmen Küche aufgehen, während ich unser Abendessen kochte. Nach dem Abendessen wurde gebacken, das Brot kühlte über Nacht ab und am nächsten Tag war ich sehr glücklich mit dem Ergebnis: ein aromatisches Brot mit gutem Vollkornanteil und knuspriger Kruste.

Und Das Brot entstand so nebenbei und zeigt gut, wie sich Brotbacken auch in einen vollen Wochentag unterbringen lässt. Gut – ein wenig Sauerteig und süßer Starter im Kühlschrank ist natürlich hilfreich für eine Aromaboost, aber diese Variante würde auch ohne die Vorteige funktionieren.

Feierabend-Brot

ergibt 2 Brote

  • 100g süßer Starter ( aus dem Kühlschrank, maximal 7 Tage alt) Feierabendbrot (2)
  • 30g Sauerteig (aus dem Kühlschrank)
  • 540g Weizenvollkornmehl
  • 400g Mehl Type 550
  • 10g Flohsamenschale
  • 20g Malz
  • 20g Salz
  • 30g Butter
  • 5g Hefe
  • 720g Wasser

Alle Zutaten für den Teig für 5 min auf kleiner Stufe kneten, dann bei hoher Geschwindigkeit bis zur vollen Glutenentwicklung kneten (ca. 8 –10 min).

Über Nacht im Kühlschrank gehen lassen (ca 18-20 Stunden).

Den Teig in zwei Teile teilen. 10 min entspannen lassen und zu runden Broten formen. Mit der Saumseite nach unten in Gärkörbchen legen.

Die Brote 1 Stunde bis zur knappen Gare gehen lassen. Den Backstein währendessen auf 250°C aufheizen.

In den Ofen einschießen und kräftig schwaden. Nach 10 min die Temperatur auf 200°C zurückdrehen. Bei fallender Temperatur weitere 45 min backen.

Print Friendly, PDF & Email

8 Gedanken zu Feierabend-Brot

  1. Klawitter Wolfgang 27. Juli 2017

    Hallo Stefanie,
    ich habe soeben das Feierabendbrot angeschnitten und probiert.
    Als Anfänger in der Backkunst habe ich mir nichts dabei gedacht das im
    Rezept kein Salz angegeben ist, als Brotesser fehlt es mir aber schon.
    Gruß Wolfgang

    Antworten
    1. Stefanie 27. Juli 2017

      @Wolfgang: Ohjeohje, das tut mir Leid! Da sind mir die 20g Salz im Rezept irgendwie verlorengegangen! Ich habe sie schon nachgetragen und bitte dich um Entschuldigung! Brot ohne Salz ist einfach nicht das Wahre!

      Antworten
  2. Brigitte 30. Juli 2017

    Hallo Stefanie,
    ich habe nach einem Brot gesucht, daß sich auch bei diesen Temperaturen herstellen läßt, ohne daß der Teig mir in nullkommanichts davonläuft. Da kommt dieses Feierabendbrot gerade recht, weil der Teig fast die ganze Zeit im Kühlschrank verbringt.
    Die Flohsamenschalen dienen der Wasserbindung oder? Ich besitze keine und möchte meinen ganzen Kernen und Saaten nicht noch ein weiteres Produkt hinzufügen. Ich muß nicht jeden Hype mitmachen.
    Aber das nur am Rande. – Könnte ich wohl statt dessen mit einem Teil des Schüttwassers ein Quellstück mit Leinsamen, ggf. geschrotet zugeben? Wenn ja, viel Leinsaat/wieviel Wasser? Oder empfiehlst Du eine andere Lösung?
    Schöne Grüße
    Brigitte

    Antworten
    1. Stefanie 31. Juli 2017

      @Brigitte: In diesem Fall dient die Flohsamenschale auch nur dazu, den weichen Teig leichter händelbar zu machen. Du kannst also entweder die Wassermenge um ca. 50 – 80g reduzieren oder alternativ mit einem Kochstück arbeiten (40g Vollkornmehl, 200g Wasser).
      Grundsätzlich kann ich deine Einstellung zu den „Hypes“ sehr gut verstehen. Ich mache auch nicht jeden Heck-Meck mit und habe die Flohsamenschale auch erst ausprobiert, als sie mir zum Jahresanfang im Supermarkt über den Weg lief. Allerdings habe ich in diesem Fall festgestellt, dass die Flohsamenschalen Leinsamen und Chiasamen bei der Teigherstellung überlegen sind, da Flohsamenschale ein viskoses und dehnbares Schleimgerüst bilden, während bei Leinsamen und Chiasamen sich um jeden einzelnen Samen eine Schleimhülle bildet. Das dehnbare Schleimgerüst der Flohsamenschale beeinflusst dadurch auch die Teigeigenschaften positiv – zusätzlich zu der Wasserbindung. Zudem „verliert“ man keine Glutenproteine durch das Denaturieren beim Aufkochen wie beim Kochstück. Dass spielt bei Weizenbroten wie diesem keine große Rolle, aber bei Dinkelbroten ist das auch hilfreich.

      Antworten
      1. Brigitte 31. Juli 2017

        @Stefanie: Schon blöd, wenn der zweite Vorname Neugier lautet. Jetzt muß ich aber doch wissen, wie so ein Teig sich anders anfühlt/anders händeln läßt und muß mich wohl oder übel auf den Weg machen und Flohsamenschalen kaufen.
        Und da ich Dinkelbrote liebe, habe ich damit auch schon eine Ausrede für mich selber parat.
        Schöne Grüße
        Brigitte

        Antworten
  3. Kerstin 13. August 2017

    Wenn ich statt Weizen- 200 (-240g) Roggen – und (300-)340g Dinkelvollkornmehl nehmen möchte, sollte ich dies dann besser teilweise als Brühstück,,… ansetzen?
    Oder reicht es, einfach etwas mehr Flohsamen Schalen zu nehmen?

    Antworten
    1. Stefanie 13. August 2017

      @Kerstin: Nö, dass passt schon 🙂 Mehr als 1% Flohsamen nehme ich eh nicht gerne, dann wird die Krume leicht gummiartig, wenn man Pech hat.

      Antworten
  4. Kerstin 13. August 2017

    Prima,
    dann ist´s ja ein wirklich ein schön variables Brot.
    => mit den Zutaten, die man am Feierabend,… eben so für ´nen Feierabend-Brot da hat 🙂

    Liebe Grüße Kekki

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.