Monats-Archiv: September 2020

25. September 2020

Notzeitbrot (“Unser tägliches Brot”-Rezept)

Notzeitbrot (2)

Bevor es mit dem Eichelmehl weitergeht, kommt heute erstmal ein Rezept für das Notzeitbrot, dass wir bei der Eröffnungsfeier von “Nach dem Beaufsichtigen der Maschinen” serviert haben.

Das Notzeitbrot wurde während des ersten Weltkrieges von Konrad Adenauer gemeinsam mit Jean und Josef Oebel erfunden und zum Patent angemeldet. Die Idee war, ein Brot zu kreieren, dass keinerlei Brotgetreide enthält und somit auch nicht über die Lebensmittelkarte bezogen werden musste. So findet sich in diesem Brot Maismehl, Gerstenmehl, Kleie und Reismehl. Da Gerstenmehl nur wenig und Mais- und Reismehl kein Gluten enthält, kommt zusätzlich der Stärkekleber Dextrin in den Teig. Dextrin entsteht, wenn Stärke bei trockener Hitze im Ofen geröstet wird – die Anleitung dafür gibt es im Rezepttipp.

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22. September 2020

Eichelmehl („Unser tägliches Brot“)

Eichelmehl (3)Das nächste Rezept für “Unser tägliches Brot – Ein Erntedankfest der Zukunft” ist eigentlich erstmal ein Rezept für eine Zutat: Eichelmehl. Aber da es zeitaufwendig ist, Eichelmehl herzustellen, fangen wir besser heute schon damit an.

In vielen Köpfen – bis zu meiner Recherche auch in meinem – sind Eicheln als giftig oder wenigstens ungenießbar abgespeichert. Das liegt daran, dass ohne eine entsprechende Behandlung der Gebsäure-Gehalt in Eicheln so hoch sind, dass sie einfach nur bitter schmecken. Doch Bitterstoffe kann man gut entfernen. Jeder, der schon einmal schwarze Walnüsse eingelegt hat kennt das Prozedere: Wässern, wässern, wässern. Das braucht Geduld, doch die Mühe lohnt sich. Allerdings bin ich mit den angebenen 24 Stunden für das Wässern nicht ausgekommen, ich habe die Zeit auf 60 Stunden erhöht. Am besten probiert man zwischendurch die Eicheln einfach mal – die Empfindlichkeit für Bitter ist ja individuell unterschiedlich.

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19. September 2020

Teff -Quinoa-Toasties (“Unser tägliches Brot”-Rezept)

Teff-Quinoa-Toasties (1)Der Beitrag heute fällt unter die Kategorie: Eigenwerbung. Denn ich unterstütze momentan ein künsterlisches Projekt mit dem Titel “Unser tägliches Brot – Ein Erntedankfest der Zukunft” . Es hat die Form eines Dinners und wurde von der polnischen Künstlerin Dagna Jakubowska im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels in Engelskirchen entwickelt. Sie wirft dabei in verschiedenen Szenarien einen Blick in die Zukunft und auf unsere Beziehungen zu Natur und Ernährungspolitiken. Mehr Informationen und wie man  dabei sein kann findet sich unter diesem Link! Der Eintritt ist dabei frei, eine Anmeldung ist aber notwendig (Corona lässt grüßen..).

“Brot” ist natürlich genau das richtige Thema für mich und wer schon einmal einen Blick in das Impressum geworfen hat weiß, dass ich in Engelskirchen wohne. Und so habe ich gerne zugestimmt, das Projekt theoretisch mit Informationen und auch praktisch mit Rezepten zu unterstützen. In den nächsten Tagen wird es darum hier im Blog Informationen und verschiedene Rezepte mit außergewöhnlichen Zutaten geben – die Brote gibt es dann natürlich auch beim Dinner. Was die Gedanken hinter den Rezepten sind, verraten Dagna und ich euch auch noch, allerdings erst nach dem Dinner.

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12. September 2020

Dornumer Haferkruste

Haferkruste_03SommerversionWenn wir an der Nordsee Urlaub machen, schleppe ich oft einige Packungen Hafergrütze mit nach Hause. Da ich ein großer Liebhaber von Hafer in allen Erscheinungsformen bin, bedauere ich es nämlich sehr, dass Hafergrütze im Bergischen quasi nicht zu bekommen ist. In Norddeutschen ist sie in Supermärkten leicht zu finden, denn sie wird dort für Eintopfgerichte verwendet. In meiner Küche hingegen sorgt sie in Broten für Saftigkeit, Aroma und einen gewissen Biss.

Der Name des Brotes ist dann auch schnell erklärt: Die Idee zu diesem Brot entstand vor ein paar Jahren während eines Urlaubs in Ostfrieslands.

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5. September 2020

Dinkel-Kartoffelkasten (Feierabend-Brot)

Dinkel-Kartoffelkasten (1)Ich erkläre 2020 hiermit offiziell zum Kartoffelbrot-Jahr. Zumindest hier im Blog häufen sich dieses Jahr die kartoffeligen  Rezepte: Kartoffel-Kipfel, Kartoffel-Kümmelbrot, Kartoffelstuten, Dinkel-Kartoffelbrot (fast ohne Hefe), gewürztes Restle-Brot und Kartoffel-Laugenknoten . Rezept Nummer sieben gesellt sich jetzt dazu: Es ist ein kartoffeliges Brot für die Feierabend-Reihe. Hier finde ich das Pellkartoffelmehl besonders praktisch, da man am Feierabend spontan ohne Vorabeiten den Teig ansetzen kann.

Zur Erklärung: Pellkartoffelmehl wird aus gekochten und getrockneten Kartoffeln hergestellt und ist nicht identisch mit Kartoffelmehl. Kartoffelmehl ist ein anderer Begriff für Kartoffelstärke und hat andere Eigenschaft wie Pellkartoffelmehl. Man kann natürlich auch frisch gekochte Kartoffeln verwenden, muss dann aber die Wassermenge anpassen (s. Rezepttipp 1). Alternativ kann Pellkartoffelmehl 1:1 gegen Bio-Kartoffelpüreepulver bzw. Kartoffelflocken ausgetauscht werden. Der Geschmack ist bei Pellkartoffelmehl jedoch ausgewogenener und Kartoffeliger!

Beim Dinkel-Kartoffelkasten sorgt der Zusatz für ein mild-aromatisches Brot mit einer saftigen Krume und einer langen Frischhaltung.

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