7. März 2026

Quark-Saftkorn (proteinreich)

In der vorletzten Woche kam beim Eiweiß-Graubrot die Frage auf, ob es sinnvoll ist, mit Protein angereicherte Brote zu backen. Und wie so oft in Ernährungsfragen, ist die Antwort nicht für jeden gleich. Das, was dem einen hilft, gesund zu bleiben, ist für den anderen vielleicht nicht notwendig oder sogar nicht so gut verträglich. Ein mit Gluten angereichertes Protein-Brot ist für eine Person ohne gesundheitliche Einschränkungen weder gut noch schlecht, während jemand, der sensitiv auf Gluten reagiert damit gewiss Probleme bekommt. Und jemand, der wie ich auf den Blutzuckerspiegel achten muss, kann mit einem protein- und ballaststoffreichen Brot Blutzuckerspitzen vermeiden.

Wie man das Protein in das Brot bekommt, kann ganz unterschiedlich aussehen. Zusätzliches Gluten und / oder teilentölte Samen-Mehle sind ein Weg. Einen anderen stelle ich euch heute vor. Bei diesem Roggenmischbrot-Brot sind die Proteinquellen Magerquark und Saaten. Ballaststoffreiche Mehle und Flocken sorgen zusätzlich dazu, dass die enthaltenden Kohlenhydrate nur langsam ins Blut übergehen. Weiterlesen

28. Februar 2026

Miso

Lange Jahre wurde Miso in meiner Küche sträflich vernachlässigt. Doch dann zog erst die Veggie-Jus in mein Repertoire ein und ich verstand langsam, wieviel Möglichkeiten in dieser Würzpaste stecken. Heute ist das Miso nicht mehr aus meiner Küche wegzudenken. Es bereichert quasi alle vegetarischen und veganen Rezepte, da es unaufdringlich den Gerichten eine geschmackliche Tiefe verleiht.

Miso kommt ursprünglich aus Japan und besteht traditionell aus Sojabohnen, Koji und Salz. Der Koji-Pilz wird auf Reis, Gerste oder auch Soja gezogen. Durch die Verdauungsenzyme, die der Pilz abgibt, werden Stärke und Proteine abgebaut. Die dadurch freigesetzen Zuckermoleküle und Aminosäuren reagieren während der langen Lagerzeit miteinander (Maillard-Reaktion), wodurch gereiftes Miso eine immer dunklere Farbe bekommt. Durch den Abbau der Proteine entsteht zudem das prominente Umami-Aroma.  Gleichzeitig siedeln sich verschiedene Milchsäurebakterien an, unterstützen so die Fermentation und produzieren weitere Geschmackskomponente. Weiterlesen

21. Februar 2026

Eiweiß-Graubrot

Ich lerne gerade neue Dinge. Zum Beispiel weiß ich jetzt, warum niemand Brot mit “Kohlenhydrat-reduziert” bewirbt. Wenn man nämlich das kleine Wörtchen “reduziert” schreibt, muss von entsprechendem Nährstoff mindestens 30% weniger als in vergleichbaren Produkten enthalten sein.  Den Kohlenhydratgehalt von Brot so weit zu reduzieren ist schwierig, insbesondere, wenn man gleichzeitig den Anspruch hat, dass das Brot auch nach Brot aussieht und schmeckt. Bei diesem Brot sind es etwa 16 % weniger Kohlenhydrate, was ausgesprochen gut funktioniert.

Auch für den Proteingehalt gibt es entsprechende Vorschriften. Bei diesem Rezept entspricht der Proteingehalt 20% der Gesamtenergie und darum dürfte ich das Brot nach EU-Health-Claims-Verordnung als Proteinreich bewerben, wenn ich es denn verkaufen würde. Beim Selberbacken fragt zum Glück keiner nach, aber ich finde es leichter, wenn bei Rezeptnamen klar ist, was Nachbäcker:innen erwartet.

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14. Februar 2026

Rohr-Krapfen

Als ich noch klein war, war “ein Brötchen mit Zucker obendrauf” meistens meine Antwort auf die Frage “welches Brötchen möchtest du”. Damit meinte ich natürlich Berliner Ballen, die als Kindergartenkind ganz oben auf meiner Favoritenliste standen. Die Kombination aus fluffigen Hefeteig, Puderzucker und säuerlicher Marmelade finde ich bis heute unwiderstehlich. Auch die Krümmelchen sind große Berliner-Fans und so wurde das jüngste Familienmitglied ganz aufgeregt, als es die Rohr-Krapfen bei der lieben Maria im Blog sah.

Rohr-Krapfen sind die Ofenvariante der österreichischen Bauernkrapfen, die je nach Gegend auch als Knieküchle, Ausgezogene oder Kiachl (Südtirol) bekannt sind. Mit Marmelade gefüllt werden hauptsächlich die Kiachl und Bauernkrapfen. Allen gemein ist die Form, die aus einem dicken Rand und einer dünnen Teighaut in der Mitte besteht. Durch vorsichtiges Dehnen wird, genau wie bei einer Pizza, die Form erreicht.

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10. Februar 2026

Rezeptideen: Karneval & Valentinstag

Bald ist der der Straßenkarneval da und zeitgleich ist auch noch der Valentinstag. Da kann so einiges gebacken werden. Hier im Blog gibt es dafür inzwischen einige schöne Rezepte und so habe ich euch heute eine akualisierte Version vom letzjährigen Überblick mitgebracht. Weiterlesen

31. Januar 2026

Übernacht-Bagel (Vollkorn-Variante)

Da mein momentan bevorzugtes Brotrezept mit wenig Kohlenhydraten noch im Finetuning ist, mache ich erstmal mit einem Bagel-Rezept weiter. Das Grundgerüst lieferte dieses Rezept, doch in der heutigen Version habe ich es zum einen auf Vollkorn umgestellt und zum anderen die Kohlenhydrate reduziert, indem ich 10% des Mehls durch Kürbiskern- und Leinsamenmehl ersetzt habe.

Das Kürbiskernmehl gibt dem Teig ein fein-nussiges Röstaroma, ohne aber hervorzustechen. Es ist mit einem Proteingehalt von 60% eine guter Eiweißquelle und wird euch in Zukunft hier bestimmt noch öfters begegnen. Wer aber keines daheim hat, kann es auch gut durch Mandelmehl ersetzen, muss dann aber auch etwas mehr Salz verwenden, da Kürbiskernmehl leicht salzig ist.

Die Bagel haben eine feine und saftige Krume und schmecken durch die lange Gare sehr fein. Zudem sind sie durch den den deutlich erhöhten Protein- und Ballaststoffanteil gut sättigend und lassen den Blutzucker nur langsam steigen.

In eigener Sache: Die letzte Woche war bei uns ziemlich vollgepackt mit wichtigen Terminen und da es nächste Woche genauso weitergeht, nehme ich mir das nächste Wochenende “Rezept-frei”. Wir lesen uns darum in zwei Wochen wieder. Weiterlesen

24. Januar 2026

Schildkröten-Brötchen

Ich habe bekanntlich eine große Schwäche für Hefeteig-Spielereien. Im Blog findet sich darum bereits allerlei Gebildebrot, von mehr oder weniger traditonellen Osterhäschen und Weckmännern über kleine Mäuse bis hin zu gruseligen Spinnen-Weckchen. Im letzten Jahr gab es zum Schulstart im Brot-Magazin zudem eine Rezeptstrecke mit allerlei Brötchen in Tierform von mir. Ihr könnt euch darum in den nächsten Monaten darauf einstellen, das immer mal wieder niedliche Gesellen hier im Blog auftauchen.

Den Anfang machen diese kleinen Schildkröten. Wie bei den südamerikanischen Concha und den japanischen Melon Pans wird der Panzer der Schildkröten-Brötchen aus knusprigen Mürbeteig gebildet. Die grüne Farbe kommt dabei von einer kleinen Portion Matcha-Pulver. Die Schildkrötenform ist ziemlich einfach und darum auch für Kinder im Vorschul-/Grundschulalter gut geeignet. Nur beim Einschneiden des Mürbeteigpanzer braucht es dann evtl.ein wenig Hilfe. Weiterlesen

18. Januar 2026

Körner-Kartoffelbrötchen

Wer die Dreikorn-Ecken gemocht hat, dem werden auch diese Brötchen gefallen. Sie sind vollgestopft mit allem, was ich  liebe: eine Vielzahl an Saaten und Nüssen und Flocken, Kartoffel und Dinkelmehl. Eine lange, kalte Stockgare sorgt für viel Aroma. Am nächsten Morgen brauchen sie wenig Aufmerksamkeit und stehen nach anderthalb Stunden bereits auf dem Frühstückstisch. Der Teig ist ohne zusätzliches Wasser gut zu händeln. Wer aber eine etwas lockere Krume mag, kann am Ende der Knetzeit noch ein wenig zusätzliches Wasser einkneten. Dann ist der Teig allerdings merklich klebriger.

Auf der Nährstoffseite bringen die Brötchen durch den hohe Saaten- und Nussanteil weniger Kohlenhydrate und mehr Protein mit. Das ist gut, da Kohlenhydrate bei mir momentan etwas Probleme machen. Nach dem ersten Schock bastele ich aber schon an allerlei Rezepten. Der Anteil an Vollkorn-Rezepten wird darum hier in nächster Zeit merklich ansteigen.

P.S.: Hier hat die aktuelle Erkältungswelle ziemlich zugeschlagen, darum dauern Antworten auf Anfragen und Kommentare im Moment etwas länger. Bitte habt ein wenig Geduld Weiterlesen

10. Januar 2026

Finnenbrot

Passend zum Schnee-Wetter starte ich das neue Jahr mit einem Rezept, dass den hohen Norden im Namen trägt: Finnenbrot. Doch als ich ein bisschen tiefgehender recherchierte, stellte ich fest, dass das Brot zwar nordisch klingt, aber keine Entsprechung in der finnischen Backstube zu finden ist. Das hierzulande recht beliebte Brot ist darum eher als Hommage deutscher Bäcker an die rustikalen Roggenbrote aus Finnland zu verstehen. Dumm nur, dass ich es bereits fest für eine Rezeptstrecke für das Brot-Magazin eingeplant hatte. Nach kurzer Rücksprache durfte das Brot sich aber in der der Oktober-Ausgabe trotzdem mit dazugesellen, denn es ist einfach ein fantastisches Brot.

Neben einem Sauerteig sorgt ein Brühstück aus gerösteten Sonnenblumenkernen, Roggenmalzflocken und Leinsamen für ein vielschichtiges Aroma und viel Saftigkeit. Wer keine Roggenmalzflocken hat, kann die Flocken auch durch “normale” Hafer- oder Roggenflocken ersetzen. Auch sonst das Brot sehr pflegeleicht, weil der Teig einfach nur in die Form gefüllt und glattgestrichen werden muss. Ihr merkt schon: Ich mag das Brot wirklich sehr und spreche hiermit eine dicke Nachbackempfehlung aus. Weiterlesen