9. November 2009

Weckmänner

WeckmannDieser Post ist etwas besonders für mich. Zum einen ist es Post Nummer 100, zum anderen ist es seit meinem ersten Post genau 1 Jahr her. Wie schnell die Zeit doch vergeht!

Doch zurück zum Thema des heutigen Posts: Weckmänner. Sarah hat mich bereits nach einem Rezept für Weckmänner bzw Stutenkerle gefragt.

Sie werden im Rheinland traditionell nach dem Sankt-Martins-Umzug an die Kinder verteilt. Und was gibt es besseres, als durchgefroren nach dem Laternenumzug nach Hause zu kommen, um dann den Weckmann mit einer Tasse Kakao zu verspeisen.

Da Weckmänner einen besonders weiche Krume haben, habe ich in diesem Rezept Water roux verwendet. Water roux ist eine Art Brühstück, das aus der asiatischen Backtradition kommt. Dafür wird 1 Teil Mehl mit 5 Teilen Wasser vermengt und unter ständigen Rühren auf 65°C erwärmt. Dadurch quillte die Stärke auf (Verkleisterung) und bindet mehr Wasser, was das Gebäck weicher und länger haltbar macht.

Das hat bei meinem Weckmännern gut funktioniert. Sie haben eine wunderbar lockere Krume,

 

Weckmann

für 6 Weckmänner von je 180g

Water roux

  • 30 g Mehl Type 550
  • 150g Wasser

Pâte fermentée

  • 125 g Mehl Type 550
  • 75g Wasser
  • 2g Hefe
  • 2,5g Salz

Teig

  • 180g Water roux
  • 200g Pâte fermentée
  • 500g Mehl Type 550
  • 125 ml Milch
  • 2  Ei
  • 80g Butter
  • 100g Zucker
  • 10g Hefe
  • 8g Salz

Dekoration

  • verquirltes Ei
  • Tonpfeifen (Länge 9,5 cm)
  • Rosinen

Die Zutaten für den Pâte fermentée miteinander verkneten und 1 Std. bei Raumtemperatur gehen lassen. Danach für mindestens 12 Stunden im Kühlschrank fermentieren.

Für den Water roux Mehl mit Wasser klümpchenfrei verrühren, dann auf den Herd unter ständigen Rühren auf 65°C erwärmen (dauert ca 3 min). In eine Schüssel umfüllen und mit Frischhaltefolie abdecken, so dass die Oberfläche nicht austrocknet.

Die Hefe in der Milch auflösen und mit den Eiern, dem Salz, dem Mehl und dem Pâte fermentée und dem Water roux für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten.

Dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten. Da Zucker die Glutenentwicklung sehr stört, wird er erst jetzt in kleinen Portionen zum Teig hinzugegeben. Den Zucker El – weise zum Teig hinzufügen. Zwischen den Zugaben jeweils 1 min kneten. Zuletzt die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist.

Den Teig 1 Stunde gehen lassen. Nach 30 min den Teig einmal falten.

Den  Teig nach dem Gehen in 190g Stücke teilen und zu einem ovalen Laib formen. 10 min ruhen lassen. Nun wird der Weckmann geformt´: Den Teig zu einer 25 cm langen Wurst rollen.  Für den Kopf drückt man im oberen fünftel (also nach 5 cm) den Teig mit dem Handrücken ein, so dass sich eine Knubel bildet, der mit dem Rest des Teigs durch einen dünnen Teigstrang verbunden ist. Nun schneidet man für die Arme links und rechts den Teig ein (ca. 10 cm lang) und zuletzt wird ein 10cm langer Schnitt für die Beine gemacht (s. unten). Die Pfeife auf den Weckmann legen und den rechten Arm (vom Weckmann aus gesehen) über die Pfeife legen.

Auf ein Backblech legen und 60 min gehen lassen. Vor dem Backen den Weckmann mit verquirlten Ei bestreichen und 2 Rosinen als Augen anbringen.

Bei 200°C ca 25 min backen.

 

Weckmann (1)Weckmann (5)

Weckmann (2)Weckmann (3)Weckmann (4)

Dies ist mein Beitrag für Susan Yeastspotting. Ein Besuch dort lohnt sich immer, es gibt dort immer viele köstliche Brote zu bestaunen!

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24 Gedanken zu Weckmänner

  1. Petra 10. November 2009

    Sehr hübsch! Wenn ich jetzt noch kids im Haus hätte, würde ich sofort loslegen. Wobei – die Pfeifen müssen hier in Niederbayern erst mal beschafft werden 😉

    Antworten
  2. Katrinchen 12. November 2009

    Hallo liebes Schwesterlein.
    Was für eine schöne Idee. Wäre ich zu Hause hätte ich das Rezept gerne sofort ausprobiert- Dein Weckmännchen sieht super süß aus.
    Übrigens danke für die Konfettikarte 😀 Ich habe mich sehr gefreut,
    ich habb dich lieb, deine Katrin

    Antworten
  3. Pingback: YeastSpotting November 13, 2009 | Wild Yeast

  4. MC 13. November 2009

    Adorable! I love it all these traditions. I am going to go take a look at the water roux recipe. Most interesting!

    Antworten
  5. sarah buik 16. November 2009

    Hallo liebe Steffi,
    da ist es ja, das lang ersehnte Rezept:-)
    Und nun, da ich die OP hinter mir habe, kann ich auch langsam wieder anfangen zu backen! Juuuhuuuuu
    Habe jetzt noch eine kurze Frage an Dich: Was bedeutet „Water roux“ und was bewirkt es bei der Teigherstellung?

    Ich freue mich wirklich sehr über das Rezept und probiere es gleich aus.
    Bis bald, ich drück Dich.
    Sarah.

    Antworten
  6. Stefanie 16. November 2009

    @ Mimi, Susan, Laura, MC: Thank you.
    @ Lethe: Das ist wirklich lieb, aber ein Filmstöckchen passt thematisch nicht auf diesen Blog.
    @ Katrin: Gern geschehen. Hast du auch schon alle Konfettis ausgeschnitten? 😉
    @ Sarah: Schön, dass du die OP gut überstanden hast! Water roux ist ein Gemisch aus Wasser und Mehl, das auf etwa 65°C erhitzt wird (siehe Rezept). Dadurch quillte die Stärke auf (Verkleisterung) und bindet mehr Wasser, was das Gebäck weicher und länger haltbar macht.

    Antworten
  7. claudia 4. Dezember 2013

    Mein erster Versuch Weckmann zu backen ist leider schief gelaufen. Meine kleine Tochter Friederike durfte die Milch abmessen und na ja…
    Die nächste Ladung Weckmann hat Friederike nicht mißlingen lassen, aber sie hat die Rosinen verbummelt.

    Lange rede, kurzer sinn: letztendlich sind sie gut gelungen und sie sind nicht alt geworden! Wir haben allerdings ein bisschen Schokolade darauf getan, hat lecker geschmeckt (die Rosinen waren ja flöten). Ist auf jeden Fall Versuch wert.

    Grüße und backe einen feinen Weckmann!

    Friederike und Claudi

    Antworten
    1. Stefanie 4. Dezember 2013

      @Friederike und Claudi: Wie schön, dass es eine Geschichte mit Happy End ist 😀 Ich hoffe, ihr zwei hattet viel Spass beim Backen!

      Antworten
  8. Michel-j 19. August 2014

    Hallo,

    da es noch zufrüh für Weckmänner ist und meine Frau Rosinenbröchen gewünscht hat habe ich kurzerhand das Rezept missbraucht um weiche Rosinenbrödchen zu machen.
    Muss wohl geklappt haben da Sie die Brötchen ohne alles verschungen hat und fragte ob ich aufhören könnte zu arbeiten und nur noch backen für sie. 😉
    Sie sind einfach sehr lecker geworden und wunder schön aufgegangen.
    LG
    Michel

    Antworten
  9. maria 9. November 2015

    Hallo Stefanie!!!
    Suche schon ewig ein Rezept für ein saftiges Rosinenbrot, aber ohne Mandeln nur mit Rosinen. In Belgien und Holland (wo ich herkomme) gibt es so herrliches Rosinenbrot. Ich habe schon viele Rezepte ausprobiert, aber es war nie das Richtige, vielleicht hast Du ja was für mich, weil Du so viele ganz TOLLE!!! Rezepte hast. In der Hoffnung das Du was findest liebe Grüße!!!
    Maria

    Antworten
    1. Stefanie 10. November 2015

      @Maria: Ich habe ein Rezept für einen Kartoffelstuten in der Warteschleife, der könnte dir gefallen. Er ist sehr locker und saftig und schmeckt auch mit Rosinen sehr gut. Ich denke, das Rezept wird in ein, zwei Wochen online sein. Alternativ probier doch mal den Sonntagszopf aus, mit einem Rosinenquellstück aus 200g Rosinen.

      Antworten
  10. maria 11. November 2015

    Hallo Stefanie!!
    Vielen lieben Dank für deine Antwort, werde den Sonntagszopf nächste Woche ausprobieren und dir dann mitteilen wie er uns geschmeckt hat. Ich weiß aber jetzt schon, das er prima sein wird, weil alle deine Brote einfach nur lecker sind.
    Liebe Grüße
    dein Fan Maria

    Antworten
  11. maria 18. November 2015

    Hallo Stefanie!!
    Habe dein Sonntagszopf gebacken.Einfach SPITZE,Lecker!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Möchte ihn mal wie Du mir empfohlen hast, mit Rosinen machen, weiß aber nicht wie ich ein Rosinenquellstück machen soll?????
    Schon mal vielen Dank im voraus!
    Liebe Grüße Maria

    Antworten
    1. Stefanie 18. November 2015

      @Maria: Das freut mich 🙂 Für ein Rosinenquellstück kannst du 200g Rosinen mit kochenden Wasser übergießen und etwa 2 Stunden quellen lassen. Dann gut abtropfen lassen, mit etwas Mehl bestäuben und ganz am Ende der Knetzeit in den Teig einarbeiten.
      Alternativ kann man die Rosinen auch in Orangensaft über Nacht quellen lassen, dann werden sie besonders fruchtig und lecker.

      Antworten
  12. Stephie Döge 8. November 2016

    Selten so ein tolles Rezept gefunden.
    Etwas aufwendig aber der Aufwand hat sich vollkommen gelohnt.
    Danke das Du dein tolles Rezept mit uns teilst. Dies ist nicht selbstverständlich.

    Antworten
    1. Stefanie 8. November 2016

      @Stephie: Ich freue mich, dass sie dir gut geschmeckt haben 🙂 Es ist beim Brotbacken wie bei so vielen Dingen: Für ein gutes Ergebnis muss man ein wenig Aufwand investieren. Aber man wird mit so leckeren Ergebnissen belohnt 😀

      Antworten

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