Tag-Archiv: Weizen

31. Oktober 2026

Schnittbrötchen 2.0

Manchmal denke ich ja schon sehr darüber nach, ob es sich lohnt, eine kleine Verbesserung in einem bestehenden Lieblingsrezept an die große Glocke zu hängen. Dann ergänze ich das bestehende Rezept und lasse es damit gut sein. Manchmal hängen aber Überlegungen daran, die ich gerne erklären würde oder bei denen ich gerne euren Input hätte. Und so ist das Rezept heute eigentlich eine Wiederholung meines liebsten Schnittbrötchen-Rezeptes. Es gibt nur zwei wirkliche Veränderungen. Zum einen habe ich die Stockgare verkürzt, zum anderen das 550er-Mehl durch Pizzamehl ersetzt. Durch das andere Mehl gewinnen die eh schon sehr fluffigen Brötchen nochmal mehr Volumen.

Das ich mich im letzten halben Jahr durch die verschiedenen Supermarkt-Pizzamehle getestet habe, habe ich ja schon im Sommer berichtet. Und wer auf der Suche nach einem Mehl mit etwas höheren Proteingehalt ist, aber nicht gerne im online bestellen möchte, ist mit den Supermarkt-Pizzamehlen gut bedient. Je nach (Eigen-)Marke bekommt man Mehle mit einem Proteingehalt von 12-14 %, die für Gebäcksortem, doeein gutes Glutennetzwerk brauchen, sehr gut funktionieren. Weiterlesen →

17. Oktober 2026

Aberdeen Butteries

Wie heißt es so schön: Erst passiert nichts und dann alles auf einmal. Wobei ich momentan das Gefühl habe, dass das “alles auf einmal” gar nicht abreißt. Immerhin war bei uns im September mit Einschulung und einem kurzen Krankenhausaufenhalt eigentlich schon genug los. Aber dann kam auch noch die Mitteilung von BOD, dass sie die Verträge für alle Ringbuch-Varianten meiner Bücher kündigen, da sie den Druck auf 200g-Papier einstellen. Das ich gerade einmal bis Ende Oktober für eine Neuauflage Zeit hatte, machte es auch nicht besser. Ich habe mächtig mit den Zähnen geknirscht, auch wenn ich den Grund dafür irgendwie verstehe. Die Papierpreise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, was sich natürlich grundsätzlich auch auf die Buchpreise auswirkt. Trotzdem schmerzt es mich sehr, dass trotz der nun schlechteren Ausstattung (130g-Papier) der Preis für die Bücher steigt und zeitgleich meine Marge geringer wird. Als ausgleichende Gerechtigkeit habe ich die ebook-Preise etwas gesenkt, denn ich weiß, dass die aktuellen Lebenshaltungskosten es für viele nicht leicht macht, Bücher zu kaufen. Und grundsätzlich findet ihr die Rezepte ja auch hier im Blog. Wer gerne noch ein Buch in der alten Ausstattung zum alten Preis haben möchte, kann mir eine Mail an post@hefe-und-mehr.de schicken. Wir haben hier noch ein paar Exemplare auf Lager.

Und jetzt kommen wir zu erfreulicheren Themen. Das heutige Rezept ist bereits in diesem Sommer im Brot-Magazin erschienen. Es stammt aus dem Nordosten Schottlands und heißt Abberdeen Butteries. Diese  Brötchen, die sich mit gutem Recht als ein Cousin des Croissants bezeichnen lassen, werden mit viel Butter und Schmalz gebacken. Die Fischer, die in Aberdeen und Umgebung lebten, nahmen sie einst als Proviant auf ihre langen Fangfahrten mit, denn durch ihren hohen Fettgehalt sind sie sehr haltbar und liefern viele Kalorien. Serviert werden sie mit Marmelade, die auf die Rückseite der flachen Brötchen gestrichen wird. Weiterlesen →

10. Oktober 2026

Krusti

Schon als Kind hatte ich eine Schwäche für rustikale Brötchen. Durfte ich mir ein Brötchen beim Bäcker aussuchen, fiel meine Wahl des Öfteren auf die wild aufgerissenen Krusti. Auch im Blog findet man darum bereits eine breite Auswahl an Krusti-Rezepten. Aber ein weiteres Krusti-Rezept kann ja nie schaden. Es ist eine weitere Abwandlug des Schnittbrötchen-Teiges, dieses Mal mit einem etwas höheren Sauerteig-Anteil. Durch den Salz-Hefe-Ansatz und das Vitamin C aus dem Hagebuttenpulver sind sie sehr gärstabil und man kann sie problemlos in zwei oder drei Durchgängen abbacken, ohne die Teiglinge zwischendrin zu kühlen. Das macht sie sehr praktisch zum Auffüllen des Brötchen-Vorrats.

Heute gibt es ein letztes Rezept aus der Sommerpause, bevor es Zeit für aktuelle Ideen und Rezepte wird. Auch wenn der Herbst jetzt erst so langsam angefangen hat, habe ich die Weihnachtszeit bereits ein wenig im Blick.  Ich habe hier zwei Stollen-Rezepte in der Hinterhand, die es im letzten Jahr nicht mehr in den Blog geschafft hatten. Da Stollen ja ein wenig Lagerzeit brauchen, dürft ihr jetzt Wünsche äußern: Möchtet ihr die Rezepte lieber Anfang / Mitte November, damit die Stollen bis zum ersten Advent durchziehen können? Oder reicht euch Ende November / Anfang Dezember, damit die Stollen für die Weihnachtstage perfekt durchgezogen sind?

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12. September 2026

Koulouri – Griechische Sesamkringel

Irgendwann in diesem Sommer wurde ich vom jüngeren Krümmel mit den Worten “Mama, du musst Sesam backen” aus dem Mittagsschlaf gerissen. Ich blinzelte einige Male verwirrt und versuchte die Welt im Allgemeinen und diesen Wunsch im Besonderen zu begreifen. Langsam wachten auch die restlichen Gehirnzellen auf und ich erinnerte mich, dass die Kinder die “Griechenland-Maus” schauen durften, während ich ein dringend notwendiges Schläfchen machte. Nach ein paar weiteren Fragen hatte ich das Rätsel gelöst: Das Kind wünschte sich die griechische Sesamkringel namens Koulouri.

Koulouri sind eng verwandt mit den türkischen Simit. Allerdings werden Simit in Pekmez (Traubenmelasse) gewälzt, während für Koulouri oft eine Mischung aus Honig und Wasser verwendet wird. Honig ist in einem Imker:innen-Haushalt immer zu finden und so stand ich kurz nachdem ich geweckt wurde, bereits in der Küche. Mit altem Sauerteig aus dem Kühlschrank als Aromageber waren keine langen Vorlaufzeiten notwendig. Pünktlich zum Abendessen waren die Sesamkringel auf dem Tisch und machten nicht nur die Kinder glücklich. Seitdem werden sie bei uns häufig gebacken und mussten darum dringend auch in den Blog! Weiterlesen →

22. August 2026

Kartoffelbrötchen nach Kieler Art

Rein für die Alliteration würde ich die Brötchen eigentlich gerne Kieler Kartoffel-Semmel nennen. Ich glaube aber, dass mir im nächsten Urlaub im Norden dann eventuell die Einreise nach Schleswig Holstein verweigert wird. Immerhin ist das einzige, das die Brötchen mit der von mir so geschätzten Kieler Semmel (Rezept 1, Rezept 2) verbindet, das Scheuern der Teiglinge in einer Salz-Fett-Mischung. Denn weder Kartoffeln noch Roggen finden sich im Orginalrezept und den Kümmel, den ich dann noch auf die Brötchen gestreut habe, ist in norddeutschen Brot ja auch nicht wirklich zu finden. Ganz im Gegenteil, die Kieler (Brötchen) enthalten im  Scheuerfett oft etwas Zimt, was wirklich sehr fein schmeckt.

Von daher sind die Kartoffelbrötchen bei der Machart von den Kielern inspiriert, ansonsten doch irgendwas ganz eigenes. Das macht aber gar nichts, denn sie sind kartoffelig-fluffig mit feinen Salz- und Butternoten in der Kruste. Der Kümmel harmoniert für mich dazu sehr gut. Wer ihn nicht mag, lässt ihn aber natürlich weg, das ist ja klar.  Auf jeden Fall sind es Brötchen, die ich direkt ins Herz geschlossen habe.

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9. August 2026

Kardemummasnurra

Meine Liebe zu Zimt und Zimtschnecken ist Blog schwer zu übersehen. In den vergangenen Jahren habe ich da einige Rezepte angesammelt: vegane Zimtschnecken, mit Kartoffel, Zimtknoten, Kürbis-Zimtwirbel-Brot, fluffige Zimtwaffeln, Zimtwirbel und zweierlei Rezepte für Franzbrötchen. Und aus den skandinavischen Ländern waren Kanelbullar, Kanelfläta und Korvapuusti natürlich auch mit dabei. Kardamom kommt bei meinen Zimtrezepten oft zum Einsatz: Dezent, zurückhaltend, in kleiner Dosis und nur als Unterstützung, damit das Zimtaroma noch besser zum Vorschein kommt. Was für ein Fehler!

Denn Kardamom kann absolut eine tragende Rolle spielen. In den skandinavischen Ländern weiß man das, und so nennt man dieses Gebäck in Norwegen und Dänemark als Kardemommesnurrer kennt, während es in Schweden Kardemummasnurra genannt wird.  I

ch konnte es aber nicht lassen, und habe auch dem Kardamom ein Gewürz zur Unterstützung an die Seite gestellt. Ich bin vor einigen Jahren darüber gestolpert, wie gut Zitrus und Kardamom miteinander harmonieren, als ich Lemon Curd mit etwas Kardamom würzte. Und so, wie wenig Kardamom den Zitrusgeschmack unterstützen kann, verstärkt ein wenig Zitronen- oder Orangenschale den Kardamoms. Bei diesem Rezept kommt daher ein wenig Zitronenschale im Teig. Das ist nicht ganz klassisch, hebt aber die Zitrus-Noten des Kardamoms auf ein neues Level. Wer es lieber traditionell mag, lässt sie einfach weg. Wichtig ist es aber immer, das Kardamom frisch gemahlen / gemörsert wird, da diese feinen Aromen bei der Lagerung leicht verfliegen.

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25. Juli 2026

Frankenlaib

Salzsauerteig, auch Salzsauer genannt, ist eine perfekte Möglichkeit für alle, die gerne mit Sauerteig backen aber manchmal etwas unberechenbare Tage haben. Er enthält neben den üblichen Roggenmehl, Wasser und Anstellgut noch 2% Salz. Das Salz bremst die Entwicklung der Mikroorganismen und verlängert so die Standzeit des Sauerteiges. Er wird mit sehr warmen Wasser angesetzt und steht dann aber bei Raumtemperatur, wodurch die Sauerteig-Temperatur langsam von etwa 35°C auf 20°C absinkt. Durch die anfangs hohen Temperaturen können sich die Hefen gut vermehren und er bekommt ausreichend Triebkraft. Die kühleren Temperaturen sorgen zusammen mit der langen Stehzeit für ein ausgewogenes Geschmacksprofil. Der größte Vorteil ist aber sein großer Toleranzbereich für die Verarbeitung. Er kann am nächsten Tag in einem Zeit-Fenster von etwa 16-24 Stunden verwendet werden. Braucht man aber mehr Zeit, kommt er nach dieser Zeit für bis zu zwei Tage in den Kühlschrank, ohne das die Qualität oder Triebkraft leidet. Weiterlesen →

12. Juli 2026

Pikkupullat

Eigentlich hatte ich für dieses Wochenende geplant, das Rezept für griechische Sesamring zu posten. Doch manchmal ist die Technik gegen einen und so hat die SD-Karte mitten im Fotographieren das Zeitliche gesegnet. Das ist in den zwei Jahrzehnten, in denen ich inzwischen digital fotographiere noch nie passiert. Zum Glück ist wirklich nicht mehr verloren gegangen als die Bilder der Sesamringe. Und die Sesamringe haben wir dann ohne Fotos gegessen und ich muss jetzt erstmal neue backen undl eine neue SD-Karte besorgen.

Für den Blog habe ich aber noch einen kleinen “Vorrat” an Rezepten, die im vergangen Jahr im Brotmagazin erschienen sind. Und so nehme ich euch heute anstatt nach Griechenland halt mit zu einer kleinen Pause im hohen Norden.

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13. Juni 2026

Schneckenbrötchen

Heute bin ich gedanklich mal wieder bei Willhelm Busch:

“Jetzt in dichtbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.”

Das ich für den großen Dichter eine Schwäche habe, wisst ihr vielleicht schon, da sein Neujahrsgruß von Beginn an jedes Jahr hier im Blog den letzten Post des Jahres beendet.  Mein allerliebstes  Busch-Gedicht schon seit Kindertagen ist aber “Die Schnecken”. Es stand im Lesebuch der dritten oder vierten Klasse und ich habe vollständig auswendig gelernt obwohl ich es nicht gemusst hätte. Und ich zitiere es bis heute gerne. Weiterlesen →

6. Juni 2026

Party-Brötchen

Es gibt Rezepte, die sind Dauerbrenner bei uns. Ein Beispiel dafür sind diese Schnittbrötchen. Ich backe sie immer, wenn wir einfache, gute Brötchen brauche, die so sind, wie wir sie lieben: locker-wolkigweiche und feinporig mit einer knusprigen Kruste. Und wenn ich einmal ein gutes Rezept habe, dann fange ich gerne an, damit zu spielen,

Für den letzten Kindergeburtstag sind so die Party-Brötchen entstanden: Kleine Brötchen in Tropfenform, die in einer Kastenform zu einem praktischen Zupfbrot werden. Durch die Tropfen wirkt es dabei wie ein Zopf, sieht hübsch aus und lässt sich leichter transportieren als die klassische Partysonne.

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