Kategorien-Archiv: Sommerbrot

13. Juni 2026

Schneckenbrötchen

Heute bin ich gedanklich mal wieder bei Willhelm Busch:

“Jetzt in dichtbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.”

Das ich für den großen Dichter eine Schwäche habe, wisst ihr vielleicht schon, da sein Neujahrsgruß von Beginn an jedes Jahr hier im Blog den letzten Post des Jahres beendet.  Mein allerliebstes  Busch-Gedicht schon seit Kindertagen ist aber “Die Schnecken”. Es stand im Lesebuch der dritten oder vierten Klasse und ich habe vollständig auswendig gelernt obwohl ich es nicht gemusst hätte. Und ich zitiere es bis heute gerne. Weiterlesen

23. Mai 2026

Focaccia mit zweierlei Vorteigen

Für das vorsommerliche Großfamilien-Treffen hatte ich Brot versprochen. Gerne backe ich bei solchen Gelegenheiten Fladenbrote. Dieses Mal fiel meine Wahl auf Focaccia, die ich für ein wenig Abwechselung in verschiedenen Varianten gebacken habe. Neben einer einfachen Variante ohne Belag gab es noch Tomaten-Mozzarella-Focaccia und Karamellisierte Zwiebel-Focaccia.

Der Teig wird nur mit einem Poolish und süßem Starter getrieben. Die Mischung aus einem weichen Hefe-Vorteig und einem festen Sauerteig bringt viel Aroma, die lange Gehzeit tut das übrige. Beim Mehl habe ich auf ein Bio-Pizzamehl aus dem Supermarkt zurückgegriffen. Bei Supermarktmehlen bin ich ja meist etwas zurückhaltend, aber die verschiedenen Pizzamehle nach italienischer Art (Typo 00, 12-14% Eiweiß) haben bei meinen Tests in den letzten Monaten allesamt gut funktioniert. Das Rezept funktioniert aber auch mit einem “normalen” Type 550, mehr dazu findet ihr in den Rezept-Tipps.

Das Focaccia wird wunderbar großporig und aromatisch mit ganz leichten Milchsäure-Noten. Es ist beim Familiengrillen auf jeden Fall gut angekommen. Obwohl ich die doppelte Menge gemacht hatte, habe ich nur ein paar winzige Stückchen mit nach Hause genommen. So mag ich das!

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17. Mai 2026

Eiweiß-Toasties

Ich habe kann den meisten Dingen ja auch positive Seiten abgewinnen, sogar der Sache mit dem hohen Blutzucker. Seitdem ich mich gezwungener Maßen mit einer Kohlenhydrat-ärmeren und entsprechend Protein-reicheren Ernährung beschäftige, habe ich einige neue Lebensmittel entdeckt. Wusstet ihr z.B., dass Vollkorn-Nudeln tatsächlich lecker schmecken können, wenn man darauf achtet, dass sie aus Vollkorn-Hartweizengries hergestellt und vorzugsweise durch Bronzeformen gepresst wurden? Sehr gut passt dazu ein Zitat aus Katharina Seisers Buch “30 Pflanzen pro Woche”:  “Mir ist Askese fremd, dazu bin ich nicht auf der Welt. Ich will alles schmecken und riechen und fühlen, was es frisch und sorgfältig zubereitet zu kosten gibt.” Und auch wenn meine Ernährung jetzt ärmer an Kohlenhydraten ist, ist sie reicher an neu entdeckten Lebensmitteln und neuen Ideen für Brot und Brötchen. Denn auf mein Brötchen am Wochenende möchte ich genauso  wenig verzichten wie auf eine Scheibe Brot zum Abendessen. Daher packe ich gerne einen großen Anteil an Samen oder Nüssen in den Teig (z.B. hier oder hier). Weiterlesen

14. März 2026

Franskbrød

Eigentlich hatte ich für heute ein anderes Rezept vorgesehen, aber das Leben mit Kindern im Kindergartenalter beinhaltet auch immer die Möglichkeit von einem Überraschung-Virus pünktlich zum Wochenende. Und so greife ich heute in die Vorratskiste und zaubere dieses leckere Franskbrød hervor.

Franksbrød ist in ganz Dänemark sehr beliebt. Die Milch verleiht dem Teig eine schöne Wolligkeit, ein wenig Sauerteig  gibt Aroma und der Salz-Hefe-Ansatz unterstützt die fluffige Krume. Dadurch harmoniert das Weißbrot sowohl mit herzhaften als auch süßem Belag. Das macht es für mich zum perfekten Frühstücksbrot und wird hier mit Begeisterung gegessen.

In eigener Sache: Da das Leben 1.0 hier gerade ganz schön wild ist und auch die nächsten beiden Woche ähnlich voll mit Terminen sind wie die vergangene, nehme ich mir das nächste Wochenende nochmal “Rezept-frei”. Und wer noch auf Antwort auf eine Email wartet: ich gebe mir Mühe, kann aber nichts versprechen. Weiterlesen

16. Oktober 2025

Tuttul

Für das Brotmagazin hatte ich ein schwedisches Fladenbrot, Tunnbröd, geplant. Aber es war so, wie so oft, wenn ich beginne, mich tiefer mit einer Materie zu beschäftigen. Ich merkte schnell: Das ist alles doch nicht so klar und übersichtlich wie gedacht. Denn Tunnbröd ist in Schweden ein Oberbegriff für verschiedene regionale Fladenbrote. Es gibt harte (getrocknete) Varianten, die wie Knäckebrot gegessen werden. Wird das Tunnbröd kurz gebacken, bleibt es weich und wird mit Käse oder Schinken belegt zu einer Rolle gedreht oder einfach über den Belag gefaltet. Je nach Region wird das Brot mit Weizen, Roggen, Hafer und Gerste zubereitet. Auch Kartoffeln werden dem Teig manchmal zugesetzt. Haupttriebmitttel sind Hefe, Hirschhornsalz oder eine Kombination aus beiden.

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26. Juli 2025

Knoblauch-Brot mit confierter Knoblauch-Butter

“Bitte Fingerfood mitbringen, das auch sommerliche Temperaturen aushält” – stand (paraphrasiert) in der Einladung zum Kindergartenfest. Und auch den Transport während einer Schatzsuche sollte es überleben können. Das lies mich erst ein wenig grübeln. Meine Wahl fiel am Ende auf eine Zupfbrot-Variante – sicher ist sicher.  Der Teig ist dabei an meinen Lieblingsschnittbrötchenteig angelehnt. Für die Füllung habe ich bei einem Küchenexperiment bedient: Knoblauchbutter aus confiertem Knoblauch.

Confierter Knoblauch ist in der Foodblogger-Welt jetzt nicht gerade neu, obwohl 15 Jahre im schnelllebigen Sozialmedia-Karusell vielleicht schon wieder so alt ist, um als neu zu gelten. Ich hatte vor einiger Zeit allerdings den Gedanken, dass man für die Herstellung ja auch eigentlich den kleinen 1,5l-Slowcooker verwenden könnte. Wenn sich solche Gedanken erstmal in meinem Kopf einquartiert haben, bleiben sie gerne, bis ich es getestet habe. Und so kann ich zufrieden verkünden: Ja, es klappt. Der Knoblauch wird herrlich weich, bekommt eine tolle Farbe und einen ganz milden Geschmack. Hat man erstmal die Paste im Haus, steht einer tiefgründig-aromatischen Knoblauchbutter nichts im Wege. Und hat man erst mal die Knoblauchbutter im Kühlschrank, dann steht einem die Welt offen: geröstete grüne Bohnen, Knoblauchbrot… alles wird köstlich!

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21. Juni 2025

Mediterranes Hartweizen-Kartoffel-Brot

Vor einigen Wochen lief mir beim Einkaufen eine Packung mit doppelt gemahlenen Hartweizenmehl über den Weg. Nun bin ich nicht unbedingt ein begeisterter Fan von Hartweizen, mag es aber ganz gerne zum Formen von Pizza. Und da es seine Sache da sehr gut machte, habe ich dann doch auch Brot damit gebacken.

Es ist ein Brot im mediterranen Stil, das optisch nahe mit Ciabatta verwandt ist. Es enthält ein Restchen Pâte Fermentée und gekochte Kartoffeln, die sich im Kühlschrank fanden. Die lange, warme Gare und ein Löffelchen Sauerteig sorgen für zusätzliches Aroma.

Eine lange, warme Gare ist etwas, was ich bei Ciabatta gerne mache. Meiner Erfahrung nach profitieren diese Art der Brote sehr davon, wenn man sie fast schon ein bisschen zu lang gehen lässt. Gerade bei warmen Wetter ist es dann schwierig, den perfekten Zeitpunkt zu treffen. Probiert aber ruhig mal aus, was ein gefühltes “zu lang” für einen Effekt auf die Krume hat. Der Teig sollte von Blasen durchzogen sein und sich nach dem Falten innerhalb von etwa 30 min wieder verdoppeln. Dann sollten die Brote geformt werden.

Und dann steht einem leckeren Brot nichts mehr im Wege! Weiterlesen

24. Mai 2025

Weltmeisterliche Backblech-Brötchen

Zuerst: Vielen lieben Danke an alle, die mir wegen der Darstellungsprobleme im letzten Newsletter geschrieben haben! Der Newsletter hatte auf ein falsche Bildgröße zugegriffen und damit das Format der Email ein kleines Bisschen gesprengt. Heute sollte es wieder richtig klappen! Und jetzt kommen wir zum Rezept der Woche 🙂

Auf skandinavischen Blogs sind mir “Bröd i långpanna” schon des Öfteren begegnet. Und ich finde die Idee, Teig auf Backblechgröße zu bringen, dann in Stücke zu schneiden und so zu backen zu gleichen teilen genial und praktisch. Das Prinzip kannte ich schon vom Fonduebrot und auch  in Brötchengröße funktioniert es schnell und unkompliziert. Auch für Anfänger, die sich erst langsam ans Brotbacken herantasten, ist diese Variante gut geeignet.

Da ich Brötchen mit Körneraufstreu gerne esse, ist mein erstes Rezept von Weltmeisterbrötchen inspiriert. Die Form habe ich zuerst mit Sonnenblumenkerne ausgestreut und dann den Teig direkt in der Form flachgedrückt, dann wurden die restlichen Saaten oben drauf gestreut. Ich sage ja: es ist super einfach und entspannt! Und lecker schmecken die Brötchen durch die lange kalte Gare auch.

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17. Mai 2025

Feierabend-Quader

Heute hinke ich ein wenig hinter meinen Zeitplänen her. Die letzten Tage – einschließlich heute- waren ein wenig trubelig: kranke Kinder, ein Bienenvolk mit aufkommender Schwarmstimmung und blöde Kopfschmerzen können einen ziemlich ausbremsen. Und so haben wir heute auf die Schnelle einen weiteren Bienen-Ableger gebildet und hoffen, dass das reicht, damit die verbliebenen Bienen im Ausgangsvolk vergessen, dass sie schwärmen wollten. Gut, wenn so etwas früh genug auffällt. Die Kinder sind auch auf dem Weg der Besserung und gegen den Kopfschmerz gab es  Medikamente.

Und so ist es wie im realen Leben auch: Es ist gut, wenn man ein bisschen was auf Lager hat. Für das eigentlich für heute geplante Rezept müsste ich nämlich noch Bilder bearbeiten und darauf habe ich gerade keine Lust. Lieber fische ich dieses schöne Rezept aus meinem Rezeptvorrat. Den Teig für die Brötchen kennt ihr bereits, da ich ihn auch für die leckere Osterhäschen in diesem Jahr verwendet hatte. Ursprünglich geplant gewesen war er aber für diese Brötchen. Und als Brötchen macht er sich ganz wunderbar mit einer herrlich saftiger und langfaseriger Krume, die durch die lange Gare sehr aromatisch wird.

Auslöser des Rezeptes war übrigens die Frage nach einer kartoffeligen Variante der Buttermilch-Fluffies. Wer mich kennt, der weiß, dass ich bei der Kombi Buttermilch und Kartoffel nicht widerstehen kann. Und das zu Recht!

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26. April 2025

Flotte Flocke

Während der Ostertage stellte ich am frühen Nachmittag fest, dass es entweder eine Auswahl an süßen Stuten oder Schwarzbrot zum Abendessen geben würde, wenn ich nicht noch schnell etwas zaubern würde. Brötchen sind in solchen Situationen immer eine gute Wahl. Für das Aroma sorgt dabei ein wenig altes Anstellgut zusammen mit einigen Saaten, Roggenmalz- und Gerstenflocken, gleichzeitig sorgt das Brühstück für Saftigkeit. Durch das schnelle Abstechen der dreieckigen Brötchen erledigte sich das Formen fast nebenbei und so stand einem leckeren Abendessen nichts im Wege.

Und da hier viele mitlesen, die genauso gerne wie ich selbst Rezeptbestandteile austauschen, sage ich es direkt: Ja, die Gerstenflocken kann man natürlich auch gegen Haferflocken austauschen. Auch die Malzflocken könnte man gegen andere Flocken austauschen, verliert dann aber schon Aromanoten. Ich würde in diesem Fall dem Teig zumindest eine kleine Menge Aromamalz spendieren. Und wer bei den Samen etwas austauschen möchte, darf gerne auch in diese Liste mit Austauschmöglichkeiten gucken. Aber die Brötchen schmecken auch in der Original-Variante sehr lecker 😉 .

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