Tag-Archiv: Auffrischrezept

24. Oktober 2026

Auffrisch-Kürbis-Waffeln

In NRW sind gerade Herbstferien und so startet der Morgen hier gerade ein wenig ruhiger. Also theoretisch ruhiger… so ruhig halt, wie es mit zwei Wirbelkinder so ist. Vielleicht sollte ich lieber sagen: Wir haben morgens mehr Zeit. Und das mehr an Zeit haben wir jetzt mehrfach dafür genutzt um Waffeln zum Frühstück zu backen. Zuerst gab es sie mit Apfelmus, dann lief mir beim Einkauf im Drogeriemarkt Kürbis-Püree über den Weg.  Ich fand die Idee, für kleine Back-Abenteuer mal eben schnell auf Kürbispüree zurückgreifen zu können, recht praktisch. Immerhin teilen nicht alle hier im Hause “Hefe und mehr” meine Vorliebe für Kürbis.

Wieder daheim schaute ich mir das Kürbispüree-Glas genauer an und dachte: Es sieht aus wie ein größeres Babygläschen. Der einzige Unterschied zu den Gläschen mit der Aufschrift “ab fünf Monaten” ist der Wassergehalt. Das Babygläschen enthält 5% mehr Wasser, hat aber dafür einen deutlich (!) günstigeren Preis pro Kilogramm. Ich glaube, das nächste Mal, wenn ich eine kleine Menge Kürbis brauche, plündere ich direkt das Beikostregal. Weiterlesen →

26. September 2026

Eclipse (proteinreich)

Im Moment arbeite ich mich mal wieder durch meine Vorratsschrank und versuche Reste und Restchen aufzubrauchen. Bei manchen Dingen habe ich einen so hohen Verbrauch, dass die Vorratsgläser regelmäßig gespült und frisch aufgefüllt werden. Andere Gläser wandern irgendwann in die hinteren Reihen und geraten dann in Vergessenheit. Das passiert mit Vorliebe mit Mini-Getreiderestchen, die für ein eigenes Brot einfach zu wenig sind.

Dieses Rezept startete so mit einem kleinen Rest Kamutkörner. Nachdem ich sie durch den Flocker geschickt hatte, wanderten sie mit Sonnenblumenkernen, roten Linsen und Sojaflocken in ein Kochstück. Die Hülsenfrüchte und Sonnenblumenkerne bringen zum einen Geschmack und erhöhen gleichzeitig den Proteingehalt des Brots. Damit lässt das Brot den Blutzucker langsamer ansteigen und hält lange satt. Aroma kommt außerdem vom alten Sauerteig aus dem Kühlschrank. Auch das ist eine gute Resteverwertung und macht das Brot gleichzeitig perfekt für eine relativ spontane Brotback-Lust. Weiterlesen →

12. September 2026

Koulouri – Griechische Sesamkringel

Irgendwann in diesem Sommer wurde ich vom jüngeren Krümmel mit den Worten “Mama, du musst Sesam backen” aus dem Mittagsschlaf gerissen. Ich blinzelte einige Male verwirrt und versuchte die Welt im Allgemeinen und diesen Wunsch im Besonderen zu begreifen. Langsam wachten auch die restlichen Gehirnzellen auf und ich erinnerte mich, dass die Kinder die “Griechenland-Maus” schauen durften, während ich ein dringend notwendiges Schläfchen machte. Nach ein paar weiteren Fragen hatte ich das Rätsel gelöst: Das Kind wünschte sich die griechische Sesamkringel namens Koulouri.

Koulouri sind eng verwandt mit den türkischen Simit. Allerdings werden Simit in Pekmez (Traubenmelasse) gewälzt, während für Koulouri oft eine Mischung aus Honig und Wasser verwendet wird. Honig ist in einem Imker:innen-Haushalt immer zu finden und so stand ich kurz nachdem ich geweckt wurde, bereits in der Küche. Mit altem Sauerteig aus dem Kühlschrank als Aromageber waren keine langen Vorlaufzeiten notwendig. Pünktlich zum Abendessen waren die Sesamkringel auf dem Tisch und machten nicht nur die Kinder glücklich. Seitdem werden sie bei uns häufig gebacken und mussten darum dringend auch in den Blog! Weiterlesen →

22. August 2026

Kartoffelbrötchen nach Kieler Art

Rein für die Alliteration würde ich die Brötchen eigentlich gerne Kieler Kartoffel-Semmel nennen. Ich glaube aber, dass mir im nächsten Urlaub im Norden dann eventuell die Einreise nach Schleswig Holstein verweigert wird. Immerhin ist das einzige, das die Brötchen mit der von mir so geschätzten Kieler Semmel (Rezept 1, Rezept 2) verbindet, das Scheuern der Teiglinge in einer Salz-Fett-Mischung. Denn weder Kartoffeln noch Roggen finden sich im Orginalrezept und den Kümmel, den ich dann noch auf die Brötchen gestreut habe, ist in norddeutschen Brot ja auch nicht wirklich zu finden. Ganz im Gegenteil, die Kieler (Brötchen) enthalten im  Scheuerfett oft etwas Zimt, was wirklich sehr fein schmeckt.

Von daher sind die Kartoffelbrötchen bei der Machart von den Kielern inspiriert, ansonsten doch irgendwas ganz eigenes. Das macht aber gar nichts, denn sie sind kartoffelig-fluffig mit feinen Salz- und Butternoten in der Kruste. Der Kümmel harmoniert für mich dazu sehr gut. Wer ihn nicht mag, lässt ihn aber natürlich weg, das ist ja klar.  Auf jeden Fall sind es Brötchen, die ich direkt ins Herz geschlossen habe.

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20. Juni 2026

Dinkel-Gold

Nach zwei Jahrzehnten habe ich den Liebsten inzwischen so weit, dass er mir etwas Sonnenblumenkerne zum Brotbacken übrig lässt. Das war bekanntlich nicht immer so. Aber da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, verschwinden seit einiger Zeit wieder Sonnenblumenkerne, denn das große Krümmelchen ist wie in vielen anderen Dingen eine kleine Kopie ihres Vaters. Zum Glück bin ich geübt im Ersetzen und habe so beim zweiten Backen des Dinkel-Golds sie einfach vollständig durch Sojaflocken ersetzt.

Das Brot läuft bei uns unter “Fluffy-Brot”, genau wie das Ursprungsrezept. Genauer gesagt ist es ein Toastbrot, das sich aber auch gut ungetoastet essen lässt. Tatsächlich wird es bei uns sogar fast immer ungetoastet gegessen. Die Kinder mögen die weiche Krume sehr gerne und so habe ich das Brot direkt drei Mal hintereinander gebacken. Dabei habe ich verschiedenen Kombinationen von Sonnenblumenkernen und Sojaflocken getestet und es funktioniert alles gut: nur Sonnenblumenkerne, eine Mischung aus Sojaflocken und Sonnenblumenkernen oder nur Sojaflocken. Ich persönlich mag die Kombination aus Sojaflocken und Sonnenblumenkerne am Liebsten. Aber wie ihr seht, könnt ihr das einfach nach Vorratslage entscheiden!

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13. Juni 2026

Schneckenbrötchen

Heute bin ich gedanklich mal wieder bei Willhelm Busch:

“Jetzt in dichtbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.”

Das ich für den großen Dichter eine Schwäche habe, wisst ihr vielleicht schon, da sein Neujahrsgruß von Beginn an jedes Jahr hier im Blog den letzten Post des Jahres beendet.  Mein allerliebstes  Busch-Gedicht schon seit Kindertagen ist aber “Die Schnecken”. Es stand im Lesebuch der dritten oder vierten Klasse und ich habe vollständig auswendig gelernt obwohl ich es nicht gemusst hätte. Und ich zitiere es bis heute gerne. Weiterlesen →

6. Juni 2026

Party-Brötchen

Es gibt Rezepte, die sind Dauerbrenner bei uns. Ein Beispiel dafür sind diese Schnittbrötchen. Ich backe sie immer, wenn wir einfache, gute Brötchen brauche, die so sind, wie wir sie lieben: locker-wolkigweiche und feinporig mit einer knusprigen Kruste. Und wenn ich einmal ein gutes Rezept habe, dann fange ich gerne an, damit zu spielen,

Für den letzten Kindergeburtstag sind so die Party-Brötchen entstanden: Kleine Brötchen in Tropfenform, die in einer Kastenform zu einem praktischen Zupfbrot werden. Durch die Tropfen wirkt es dabei wie ein Zopf, sieht hübsch aus und lässt sich leichter transportieren als die klassische Partysonne.

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17. Mai 2026

Eiweiß-Toasties

Ich habe kann den meisten Dingen ja auch positive Seiten abgewinnen, sogar der Sache mit dem hohen Blutzucker. Seitdem ich mich gezwungener Maßen mit einer Kohlenhydrat-ärmeren und entsprechend Protein-reicheren Ernährung beschäftige, habe ich einige neue Lebensmittel entdeckt. Wusstet ihr z.B., dass Vollkorn-Nudeln tatsächlich lecker schmecken können, wenn man darauf achtet, dass sie aus Vollkorn-Hartweizengries hergestellt und vorzugsweise durch Bronzeformen gepresst wurden? Sehr gut passt dazu ein Zitat aus Katharina Seisers Buch “30 Pflanzen pro Woche”:  “Mir ist Askese fremd, dazu bin ich nicht auf der Welt. Ich will alles schmecken und riechen und fühlen, was es frisch und sorgfältig zubereitet zu kosten gibt.” Und auch wenn meine Ernährung jetzt ärmer an Kohlenhydraten ist, ist sie reicher an neu entdeckten Lebensmitteln und neuen Ideen für Brot und Brötchen. Denn auf mein Brötchen am Wochenende möchte ich genauso  wenig verzichten wie auf eine Scheibe Brot zum Abendessen. Daher packe ich gerne einen großen Anteil an Samen oder Nüssen in den Teig (z.B. hier oder hier). Weiterlesen →

9. Mai 2026

Honig-Nuss-Schnecken

Ich gebe zu, diese Schnecken sind eine Form der Resteverwertung. Sogar der Honig fällt darunter, denn er ist der Rest, der beim Abfüllen einer Charge Honig am Ende im Abfülleimer zurückblieb. Und so habe ich das Beste daraus gemacht und Schnecken gebacken.  Bei den Nüssen dürft ihr gerne nach Lust und Laune experimentieren. Da wir noch ein paar Walnüsse aus dem letzten Herbst hatten, die dringend verbraucht werden wollten, habe ich darauf zurückgegriffen.

Der Teig ist fast ein alter Bekannter, ich habe nur den Zuckeranteil im Teig reduziert und 10% des Weizenmehls durch Roggenmehl ersetzt. Das verbessert die Frischhaltung und macht die Krume noch etwas zarter. Wer keinen Süßen Starter, LIevito madre oder ähnliches im Kühlschrank hat, kann sich auch mit einem Sauerteig-Rest oder einer Biga behelfen. Die ausführlichen Austauschtipps findet ihr am Ende des Rezepts.

Kleiner Erinnerer: Wer etwas Sauerteig haben möchte, sollte den Briefumschlag jetzt bald losschicken, damit er pünktlich hier ankommt.

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31. März 2026

Möhren-Walnuss-Ecken

Ich liebe einfache Frühstücksbrötchen, die morgens ohne großen Vorwand fertig gemacht werden können.  Und da Walnüsse immer lecker sind und Ostern an die Türe klopft, wurden es dieses Mal leckere Möhren-Walnuss-Ecken. Sie haben in ihrer Machart hier im Blog direkt zwei Geschwister, die leckeren Dreikornecken und die Körner-Kartoffel-Brötchen. Walnüsse sind halt gerade eine Lieblingsnuss hier im Haus.

Bei dieser Variante sorgen ein Brühstück, Quark und Möhren für langanhaltende Saftigkeit, Sauerteigreste und eine lange, kalte Stückgare bringen viel Aroma. Die Mischung aus hellem und Vollkornmehl und optional etwas Vitamin C in Form von Hagebuttenpulver oder Acerolakirschsaft sorgt für eine etwas lockerere Krume als bei den beiden Vorgänger-Rezepten. Ich finde das Rezept super lecker und es ist sogar Kindergartenkind-getestet und trotz Möhre als sehr lecker befunden worden. Die Brötchen passen sowohl zu einem süßem Frühstück als auch zu herzhaften Belag. Besonders die Kombination aus einer dünnen Schicht Pesto, Tomate, Mozzarella und Rucola ist fein, aber auch die Kombination aus Rote-Bete-Meerrettich-Aufstrich, Mozzarella und Avocado hat uns gut gefallen.

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