Tag-Archiv: wenig Hefe

23. Mai 2026

Focaccia mit zweierlei Vorteigen

Für das vorsommerliche Großfamilien-Treffen hatte ich Brot versprochen. Gerne backe ich bei solchen Gelegenheiten Fladenbrote. Dieses Mal fiel meine Wahl auf Focaccia, die ich für ein wenig Abwechselung in verschiedenen Varianten gebacken habe. Neben einer einfachen Variante ohne Belag gab es noch Tomaten-Mozzarella-Focaccia und Karamellisierte Zwiebel-Focaccia.

Der Teig wird nur mit einem Poolish und süßem Starter getrieben. Die Mischung aus einem weichen Hefe-Vorteig und einem festen Sauerteig bringt viel Aroma, die lange Gehzeit tut das übrige. Beim Mehl habe ich auf ein Bio-Pizzamehl aus dem Supermarkt zurückgegriffen. Bei Supermarktmehlen bin ich ja meist etwas zurückhaltend, aber die verschiedenen Pizzamehle nach italienischer Art (Typo 00, 12-14% Eiweiß) haben bei meinen Tests in den letzten Monaten allesamt gut funktioniert. Das Rezept funktioniert aber auch mit einem “normalen” Type 550, mehr dazu findet ihr in den Rezept-Tipps.

Das Focaccia wird wunderbar großporig und aromatisch mit ganz leichten Milchsäure-Noten. Es ist beim Familiengrillen auf jeden Fall gut angekommen. Obwohl ich die doppelte Menge gemacht hatte, habe ich nur ein paar winzige Stückchen mit nach Hause genommen. So mag ich das!

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17. Mai 2026

Eiweiß-Toasties

Ich habe kann den meisten Dingen ja auch positive Seiten abgewinnen, sogar der Sache mit dem hohen Blutzucker. Seitdem ich mich gezwungener Maßen mit einer Kohlenhydrat-ärmeren und entsprechend Protein-reicheren Ernährung beschäftige, habe ich einige neue Lebensmittel entdeckt. Wusstet ihr z.B., dass Vollkorn-Nudeln tatsächlich lecker schmecken können, wenn man darauf achtet, dass sie aus Vollkorn-Hartweizengries hergestellt und vorzugsweise durch Bronzeformen gepresst wurden? Sehr gut passt dazu ein Zitat aus Katharina Seisers Buch “30 Pflanzen pro Woche”:  “Mir ist Askese fremd, dazu bin ich nicht auf der Welt. Ich will alles schmecken und riechen und fühlen, was es frisch und sorgfältig zubereitet zu kosten gibt.” Und auch wenn meine Ernährung jetzt ärmer an Kohlenhydraten ist, ist sie reicher an neu entdeckten Lebensmitteln und neuen Ideen für Brot und Brötchen. Denn auf mein Brötchen am Wochenende möchte ich genauso  wenig verzichten wie auf eine Scheibe Brot zum Abendessen. Daher packe ich gerne einen großen Anteil an Samen oder Nüssen in den Teig (z.B. hier oder hier). Weiterlesen

31. Januar 2026

Übernacht-Bagel (Vollkorn-Variante)

Da mein momentan bevorzugtes Brotrezept mit wenig Kohlenhydraten noch im Finetuning ist, mache ich erstmal mit einem Bagel-Rezept weiter. Das Grundgerüst lieferte dieses Rezept, doch in der heutigen Version habe ich es zum einen auf Vollkorn umgestellt und zum anderen die Kohlenhydrate reduziert, indem ich 10% des Mehls durch Kürbiskern- und Leinsamenmehl ersetzt habe.

Das Kürbiskernmehl gibt dem Teig ein fein-nussiges Röstaroma, ohne aber hervorzustechen. Es ist mit einem Proteingehalt von 60% eine guter Eiweißquelle und wird euch in Zukunft hier bestimmt noch öfters begegnen. Wer aber keines daheim hat, kann es auch gut durch Mandelmehl ersetzen, muss dann aber auch etwas mehr Salz verwenden, da Kürbiskernmehl leicht salzig ist.

Die Bagel haben eine feine und saftige Krume und schmecken durch die lange Gare sehr fein. Zudem sind sie durch den den deutlich erhöhten Protein- und Ballaststoffanteil gut sättigend und lassen den Blutzucker nur langsam steigen.

In eigener Sache: Die letzte Woche war bei uns ziemlich vollgepackt mit wichtigen Terminen und da es nächste Woche genauso weitergeht, nehme ich mir das nächste Wochenende “Rezept-frei”. Wir lesen uns darum in zwei Wochen wieder. Weiterlesen

18. Januar 2026

Körner-Kartoffelbrötchen

Wer die Dreikorn-Ecken gemocht hat, dem werden auch diese Brötchen gefallen. Sie sind vollgestopft mit allem, was ich  liebe: eine Vielzahl an Saaten und Nüssen und Flocken, Kartoffel und Dinkelmehl. Eine lange, kalte Stockgare sorgt für viel Aroma. Am nächsten Morgen brauchen sie wenig Aufmerksamkeit und stehen nach anderthalb Stunden bereits auf dem Frühstückstisch. Der Teig ist ohne zusätzliches Wasser gut zu händeln. Wer aber eine etwas lockere Krume mag, kann am Ende der Knetzeit noch ein wenig zusätzliches Wasser einkneten. Dann ist der Teig allerdings merklich klebriger.

Auf der Nährstoffseite bringen die Brötchen durch den hohe Saaten- und Nussanteil weniger Kohlenhydrate und mehr Protein mit. Das ist gut, da Kohlenhydrate bei mir momentan etwas Probleme machen. Nach dem ersten Schock bastele ich aber schon an allerlei Rezepten. Der Anteil an Vollkorn-Rezepten wird darum hier in nächster Zeit merklich ansteigen.

P.S.: Hier hat die aktuelle Erkältungswelle ziemlich zugeschlagen, darum dauern Antworten auf Anfragen und Kommentare im Moment etwas länger. Bitte habt ein wenig Geduld Weiterlesen

22. November 2025

Drei(korn)ecken mit Walnuss

Es ist kalt geworden und wir spüren die Auswirkungen des nahenden Winters. Zum Glück ist die Coronawelle im Kindergarten bisher an uns vorbeigegangen (dreimal aufs Holz geklopft, dass es so bleibt!), aber auch so ein stinknormaler Erkältungsvirus sorgt dafür, dass bei uns gerade alles etwas langsamer läuft. Aber es geht schon wieder bergauf.

Die Vollkornecken mit Dinkel, Roggen und Emmer liefern an solchen Tagen Energie.  Sie bekommen ihr Aroma durch eine Mischung aus Hefe und Sauerteig und einer lange, warme Gare. Kartoffeln und ein Brühstück sorgen für Saftigkeit. Sie schmecken mir besonders gut mit Avocado und Spiegelei. Aber auch mit Butter und Honig finde ich sie sehr fein.

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20. September 2025

Kartoffel-Robben

“Wo sind denn die Kartoffel-Robben”, fragte das große Krümmelchen sichtlich enttäuscht am Frühstückstisch. Und es brauchte ein wenig, bis wir Erwachsenen verstanden. Ich hatte die Brötchen als Kartoffel-Roggen-Brötchen angekündigt und die kindlichen Ohren machten aus Roggen Robben. Und da ich eine blühende Fantasie habe, lief in meinem Kopf direkt ein Film ab, mit lauter kleinen Robben, die Frühstücksuntensilien auf der Nase balancieren. Und so ist der Name an den Brötchen hängen geblieben.

Es ist nochmal ein Rezept aus der Kategorie “wenn die Teigschüssel nicht in den Kühlschrank passt” und bekommt darum auch den Warnsticker:
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21. Juni 2025

Mediterranes Hartweizen-Kartoffel-Brot

Vor einigen Wochen lief mir beim Einkaufen eine Packung mit doppelt gemahlenen Hartweizenmehl über den Weg. Nun bin ich nicht unbedingt ein begeisterter Fan von Hartweizen, mag es aber ganz gerne zum Formen von Pizza. Und da es seine Sache da sehr gut machte, habe ich dann doch auch Brot damit gebacken.

Es ist ein Brot im mediterranen Stil, das optisch nahe mit Ciabatta verwandt ist. Es enthält ein Restchen Pâte Fermentée und gekochte Kartoffeln, die sich im Kühlschrank fanden. Die lange, warme Gare und ein Löffelchen Sauerteig sorgen für zusätzliches Aroma.

Eine lange, warme Gare ist etwas, was ich bei Ciabatta gerne mache. Meiner Erfahrung nach profitieren diese Art der Brote sehr davon, wenn man sie fast schon ein bisschen zu lang gehen lässt. Gerade bei warmen Wetter ist es dann schwierig, den perfekten Zeitpunkt zu treffen. Probiert aber ruhig mal aus, was ein gefühltes “zu lang” für einen Effekt auf die Krume hat. Der Teig sollte von Blasen durchzogen sein und sich nach dem Falten innerhalb von etwa 30 min wieder verdoppeln. Dann sollten die Brote geformt werden.

Und dann steht einem leckeren Brot nichts mehr im Wege! Weiterlesen

29. März 2025

Kartoffelquader

Ich mag meine rechteckige Schnittenform sehr gerne. Mit ihrer Grundfläche entspricht sie etwa einem Din A4-Blatt und fasst die gleiche Menge Teig wie eine Springform mit 26 cm Durchmesser. Für Schnitten und Co. habe ich sie allerdings noch nie benutzt, obwohl das eigentlich einmal der Grund für ihre Anschaffung war. Stattdessen wandern Buchteln, Zimtschnecken und allerlei Hefegebäck in die Form. Gerade für Übernacht-Rezepte mag ich sie, denn im Rechteck-Format bekommt man die Form gut in volle Kühlschranke gepuzzelt. Durch die Form und das angeschobene Backen bekommen die Brötchen das Aussehen eines Mini-Brotes. Und wenn man kleine Brotscheibchen braucht, die auch wie ein “echtes” Brot aussehen, dann sind diese eckigen Brötchen perfekt.

Der Teig für das heutige Rezept ist ein Auffrisch-Rezept mit süßen Starter aus dem Kühlschrank. Damit kann man Abends recht spontan Brötchen vorbereiten, die dann über Nacht im Kühlschrank gehen und am nächsten Morgen nur noch gebacken werden müssen. Weiterlesen

27. Juli 2024

Gefaltete Pizza-Fladen

Sommerzeit ist Picknick-Zeit. Und selbst in einem Jahr, bei dem man eher Regen- als Sonnenhüte braucht, findet sich immer eine Gelegenheit – und sei es auf der Picknickdecke im Wohnzimmer. Diese Fladenbrote machen dabei immer eine gute Figur.

Eigentlich sind sie “nur” eine praktische Resteverwertung von übrig gebliebenen Pizzateig. Aber es macht so großen Spass, die Fladenbrote zu backen, dass ich absichtlich mehr Teig ansetze . Durch das Olivenöl lassen sich die Brote nach dem Backen problemlos aufklappen und füllen. Gleichzeitig bekommen sie durch die lange Gare und die guten Zutaten ein unbeschreiblich köstliches Aroma.

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3. Februar 2024

Englische Muffins (Toasties)

Englische Muffins (hierzulande nach dem unsäglichen Fertigprodukt auch Toasties genannt) gibt es bei uns in eher unregelmäßigen Abständen. Warum, weiß ich gar nicht, denn ich mag die kleinen Pfannen-Fladenbrote gerne. Und ein passendes Rezept findet sich schon seit 2009 (!) hier im Blog. Was mich aber immer etwas nervt ist die Ausstecherei und die Tatsache, dass man am Ende mit Teigresten dasteht, die irgendwie zusammengeknetet werden müssen.Und da manche Ideen fast anderthalb Jahrzehnte brauchen, um im Kopf aufzupoppen, ist mir nach 15 Jahren endlich die Lösung für dieses kleine Problem eingefallen: Rundschleifen und plattdrücken!

Nachdem die Idee erstmal im Kopf war, musste sie auch gleich in die Tat umgesetzt werden. Das Rezept habe ich dann auch noch direkt ein wenig angepasst und vor allem die Flüssigkeitsmenge angepasst, wodurch die Muffins ein wenig Fluffigkeit gewinnen. Also Aromageber dient Anstellgut aus dem Kühlschrank, eine kalte Gare über Nacht sorgt dafür, dass am nächsten Morgen nur noch die Muffins geformt und gebacken werden müssen. Wer nicht die ganze Zeit die Muffins in der Pfanne bewachen möchte, kann sie übrigens nach dem ersten Anbraten auch gut im Backofen zu Ende garen. Das ist gerade wenn man eine größere Menge backen möchte eine bequeme Alternative. Die Angaben dafür finden sich im Rezept-Tipp am Ende des Rezepts! Weiterlesen