Zwei Jahre ist es her, dass ich zum letzten Mal im Heimatmuseum in Bergneustadt zum Brotbacken war. Zwei Kinder und eine Pandemie später war ich jetzt wieder dort und fühlte mich, als wäre ich keinen Tag weggewesen, so nett wurde ich von den lieben Brotbäckern vor Ort begrüßt.
Zum (Wieder-)Einstand habe ich ein Brot mit norddeutschen Einschlag gebacken. Denn meine Hafergrütze importiere ich nach wie vor von der norddeutschen Küste, wann immer wir uns dort aufhalten. Wer keine Grütze hat, nimmt aber einfach Haferschrot oder grobe Haferflocken. Der Biss ist dann ein wenig anders, aber das ist ja nicht schlimm. Das nussige Haferaroma wird durch die lange, kalte Gare und die Zugabe von ein wenig Sauerteig aus dem Kühlschrank unterstrichen. Gleichzeitig ist das Brot durch die kalte Gare am nächsten Morgen schnell geformt.
Die Hafergrütze sorgt dabei nicht nur für Gescmack, das Brot entwickelt durch sie eine wunderbare saftige und flauschige Krume.
Eigentlich…. eigentlich wollte ich dieses Möhrchenbrot als Übernacht-Variante ganz nah an das 

Franzbrötchen stehen hier schon lange auf der Wunschliste für die regionalen Rezepte. Und zwar sowohl die Kieler als auch die Hamburger Variante. Ich habe mit den technisch weniger anspruchsvollen Hamburger Franzbrötchen angefangen.
Salzzitrone ist etwas herrliches – und genau wie
Dieses Brot heißt „Wilder Weizen“ weil es durch den warm geführten Sauerteig und die kalte Stock-und Stückgare eine sehr komplexes Aroma und einen wilden Ofentrieb entwickelt. Durch die doppelte kalte Gare passt sich der Teig zudem auch gut in einen etwas volleren Tagesablauf ein.
Fragt mich bitte nicht, wie ich auf diesen Brotnamen gekommen bin, ich weiß es nicht mehr. Vielleicht war es der kreuzförmige Einschnitt, der die Assoziation in mir geweckt hat. Das Rezept stammt wie viele der Sauerteig-Rezepte der letzten Monate aus einem auf Eis gelegten Buchprojekt, das mir momentan als Rezeptspeicher dient. Und dementsprechend ist es eine Weile her, dass ich mir den Namen ausgedacht habe.
Es wird mal wieder Zeit für ein einfaches Rezept, das auch für Anfänger mit wenig Ausstattung gut geeignet ist. Es sind Körnerstangen, ein Weizenmischbrötchen mit 20% Roggenanteil. Der Roggenmehlanteil ist der gering genug, um ohne Säure auszukommen. Für das Aroma darf der Brötchenteig über Nacht im Kühlschrank gehen. Ungeduldige lassen ihn alternativ eine Stunde bei Raumtemperatur gehen – der Geschmack wird aber dann nicht ganz so fein.