
Durch eine Leserfrage fiel mir auf, dass es im Blog wenig Vollkorndinkelbrote gibt, die nur mit Hefe gebacken werden. Um dem Abhilfe zu schaffen, wanderte der Plan für ein Dinkelvollkornbrot erst in meinen Hinterkopf und ziemlich bald auf die toDo-Liste. Da ich die Kombination aus Dinkel und Walnüssen bekanntlich sehr liebe, wollte ich eigentlich ein Walnuss-Dinkelbrot backen. Der Walnussvorrat war aber kleiner als gedacht und so habe ich allerlei Nussreste zusammengetragen.
Damit das Brot schön saftig wird, werden die gerösteten Nüsse zusammen mit Hafer- oder Dinkelflocken als Brühstück angesetzt. Währenddessen kann das Mehl im Autolyseteig schön quellen. Das verbessert nicht nur die Saftigkeit, sondern sorgt auch dafür, dass das Glutennetzwerk sich bereits etwas ausbildet, wodurch der Teig nicht so lang geknetet werden muss. Während der langen Stockgare wird der Teig zusätzlich gefaltet, und bekommt so eine sehr schöne Struktur. Auch dem fertigen Brot merkt man das regelmässige Falten an, denn die Krume ist wunderbar locker.
Geschmacklich ist es ein mildes Brot, das durch die lange, warme Gare ein vielschichtiges Aroma entwickelt, das gut mit den gerösteten Nüssen harmoniert. Es ist für mich ein Brot, dass entweder nach Honig und Butter oder nach einem schönen Ziegenweichkäse mit Preiselbeeren ruft.
Ich mag sie, die unkomplizierten Kastenbrote mit Saatenmischung. Und da ein Dinkelbrot in diesem Reigen noch fehlte, habe ich kurzerhand eines gebastelt. Durch das Saatenbrühstück kommt auch ausreichend Feuchtigkeit in den Teig, um das Brot zuverlässig vor Trockenbacken zu schützen. Ich habe es dieses Mal zwei Stunden im Mini-Slowcooker warmgehalten, wodurch die Saaten das Wasser besonders gut aufgenommen haben. Die für einige immer noch exotische Zutaten Lupinenschrot kann auch durch andere Saaten wie Kürbiskerne, Mohn, Sesam oder Sonnenblumenkerne ersetzt werden. Auch Sojaschrot ist ein guter Ersatz. Ich mag aber Lupinen in Körnerbroten inzwischen sehr gerne, da sie nicht nur proteinreich sind und für hübsche gelbe Punkte in der Krume sorgen, sie werden auch noch halbwegs regional (=in Deutschland) angebaut. Und da ich sie bei uns (auf dem Land!) im Bioladen und inzwischen sogar im Supermarkt bekomme, finde ich sie gar nicht mehr so exotisch.
Eigentlich plante ich für das gemeinsame Brotbacken mit meiner Mutter ein Roggenschrotbrot ohne Sauerteig (Rezeptwunsch von lieben Nachbarn). Da Roggenkörner bis auf einen winzigen Rest Waldstaudenroggen aus waren, war ein Trip zum Supermarkt ein fest eingeplanter Tagespunkt. Doch das Kindelein konnte mal wieder tagsüber nicht schlafen. Stattdessen hing es jammernd auf meinem Arm. Da der Liebste ob der vorangegangen, auch nicht ruhigen Nacht ebenfalls in den Seilen hing, schickte ich ihn ins Bett und verbrachte etliche Zeit mit Kleinkind-in-den-Schlaf-tragen. Am Ende konnte sogar ich 20 Minuten im Bett dösen. Als wir dann alle wieder wach waren, sagte die Warnapp “Gewitter der Stufe 4” voraus und ich weigerte mich daraufhin, das Haus zu verlassen. Das war eine der besten Entscheidungen der Woche, denn das, was da vom Himmel kam, war ein Starkregen erster Güte. Und so habe ich alles zusammengesammelt, was die Küche an Körnern so hergab, und ein ganz anderes Rezept gebacken.
Es sieht so aus, als bekäme ich auf der Rosinenfront Verstärkung. Das Krümmelchen hat die Weckchen nämlich mit großer Begeisterung und regelmäßigen “hm”-Lauten verzehrt. Und da das Kindelein zwar gerne, aber tendenziell eher wenig isst, freute mich das natürlich doppelt.
Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ich anfange, mit einem Rezept zu “spielen” und andere Varianten auszuprobieren. Das passiert bei Rezepten, die mich besonders begeistern. Manchmal werden daraus eigenständige Rezepte, wie z.B.
Meine Tante hatte sich bei einem Besuch im Bergischen in ein Brot verliebt und wünschte sich ein ähnliches Rezept, da sie es bei sich daheim so nicht bekommt. Sie schickte mir die Zutatenliste und ein Foto. Und ich musste grinsen, weil ich am gleichen Tag noch mit meiner Mama gelästert hatte, das der Name “

